Spritpreis bald bei 3 Euro
Ölpreis explodiert: Kommt jetzt der Benzinpreis-Deckel?
Die Ölpreise steigen im frühen Handel am Montag um mehr als 3 Prozent. Neue Angriffe auf die saudische Öl-Infrastruktur am Wochenende treiben die Preise.
- Ölpreise steigen nach Angriffen auf Saudi-Anlagen
- Pipeline-Ausfall bedroht vier Prozent der Versorgung
- Deutschland debattiert erneut den Benzinpreisdeckel
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Nach einem Drohnenangriff der Huthi-Rebellen wurde die Ost-West-Ölpipeline Saudi-Arabiens vorübergehend stillgelegt, wie saudische Beamte mitteilten. Die Unterbrechung der Pipeline, die es Saudi-Arabien ermöglicht, die Straße von Hormus zu umfahren und seine Exporte umzuleiten, gefährdet bis zu vier Prozent der weltweiten Ölversorgung.
Da die Pipeline außer Betrieb ist, verfügt der Hafen von Yanbu, der zur alternativen Route gehörte, nur noch über ausreichend Lagerbestände für fünf bis sieben Tage, so wie Reuters unter Berufung auf Experten berichtet.
Angriff auf saudische Ölinfrastrktur
Saudi-arabische Staatsmedien veröffentlichten am Sonntag Videomaterial von Schäden an Häusern und einer Moschee, die nach ihren Angaben durch einen Angriff der Huthis in der südlichen Provinz Jazan verursacht wurden. Die Huthis gaben an, auch einen saudischen Militärstützpunkt in einer Nachbarprovinz angegriffen zu haben.
Unterdessen wurde ein Schiff in der Straße von Hormuz von einem Geschoss getroffen, was einen Brand verursachte und die Evakuierung der Besatzung erzwang, teilte die britische Seeschifffahrtsbehörde UKMTO am Sonntag mit.
Die vom Iran unterstützten Huthis im Jemen erreichten am Freitag die strategisch wichtige Insel Perim und verstärkten damit ihre Kontrolle über die Meerenge Bab al-Mandab, eine weitere wichtige Öltransitroute, über die in den letzten Monaten 4 bis 5 Prozent der weltweiten Ölversorgung abgewickelt wurden.
Kommt jetzt der Benzinpreisdeckel?
In Deutschland wird angesichts des massiven Anstiegs der Spritpreise ein Benzinpreisdeckel erneut diskutiert. Aktuell fordert Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) eine Höchstgrenze für den Spritpreis: "Wir brauchen dringend einen Spritpreisdeckel", sagte er am Samstag gegenüber der dpa. "Niemand darf sich an der Not anderer bereichern. Gerechtigkeit muss auch an der Tankstelle herrschen." Er verwies in dem Gespräch besonders auf die Pendler, die an den hohen Benzinpreisen verzweifeln würden.
Ein staatlicher Preisdeckel für den Spritpreis würde je nach Dauer rund 1,6 Milliarden Euro extra kosten (so hoch waren auch die Kosten für die 12 Uhr-Regel). Wirtschaftsministerin Katharina Reiche (CDU) lehnt dies nicht nur aus Kostengründen ab. Sie hatte bereits Ende Juli gegenüber der ntv von Marktverzerrung durch ein Eingreifen gesprochen und argumentiert, dass die weltweite Knappheit damit nicht behoben werden würde.
Autor: Krischan Orth, wallstreetONLINE Redaktion


