So stehen die Erholungschancen
Adidas-Aktie: Wer die Korrektur kauft, könnte schon bald belohnt werden!
Die Anteile von Adidas haben in den vergangenen Wochen stark an Wert verloren, doch die nächste Trendwende zeichnet sich jetzt immer stärker ab.
- Adidas-Aktie fällt, Trendwende zeichnet sich ab
- Überverkauft, Unterstützung bei 130 bis 140 Euro
- Analysten sehen bis zu 72 Prozent Kurspotenzial
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Anhaltend hohe Lebenshaltungskosten, insbesondere der Anstieg der Energie- und Treibstoffpreise, setzen Verbraucherinnen und Verbraucher weltweit unter Druck. Selbst in wohlhabenden Nationen haben immer mehr Haushalte Schwierigkeiten, ihre Alltagsausgaben zu decken. Gleichzeitig wird Sparen angesichts steigender Zinsen und höherer Anleiherenditen wieder attraktiv. Das belastet die Konsumgüterbranche und insbesondere Unternehmen, die leicht verzichtbare Produkte und Dienstleistungen bereitstellen, wie zum Beispiel Sportartikel- und Sportbekleidungshändler.
Die anhaltend schwachen Kursentwicklungen in der Branche, allen voran die Aktien von Nike, Lululemon und On Holding, welche seit dem Jahreswechsel 40 Prozent und mehr verloren haben, spiegeln diesen Trend wider. Doch auch für den deutschen Branchenprimus Adidas war das Börsenjahr bislang ein gebrauchtes, wenngleich die Kursverluste hier deutlich geringer ausfielen – gegen den schwachen Branchentrend gelingt den Herzogenaurachern ein insgesamt zufriedenstellendes Wachstum, das nach Einschätzung sowohl des Konzerns selbst als auch von Analystinnen und Analysten im kommenden Jahr anhalten soll.
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Da die Aktie jedoch gegen den Trend der Geschäftsentwicklung handelt, ergibt sich eine Diskrepanz, die sich in einer immer günstigeren Unternehmensbewertung niederschlägt – erst recht, nachdem das Papier in den vergangenen Wochen erneut stark unter Druck geraten ist. Damit zeichnet sich zunehmend eine potenzielle Einstiegschance für antizyklisch agierende Anlegerinnen und Anleger ab.
Adidas Chartsignale
- Volatile Kursentwicklung: Angesichts der insgesamt schwachen Branche handelt die Adidas-Aktie schwankungsfreudig und setzt einen aktiven Ansatz voraus.
- Kurzfristiger Abwärtstrend: Nach einer starken Zwischenerholung korrigieren die Anteile wieder, inzwischen sind aber überverkaufte Niveaus erreicht.
- Unterstützung naht: Die Aktie trifft im Bereich von 130 bis 140 Euro eine Support-Zone, die weitere Kursverluste begrenzen dürfte.
- Erholung jederzeit möglich: Überverkaufte Zustände und eine zunehmend attraktive Bewertung stellen hohe Chancen auf eine Gegenbewegung in Aussicht.

Quelle: Eigene Darstellung, abgebildeter Zeitraum: 14.09.2021 bis 14.09.2026
Bitte beachten Sie: Frühere Wertentwicklungen sind kein verlässlicher Indikator für künftige Wertentwicklungen.
Adidas-Aktie: Liegt der Ball bald wieder bei den Bullen?
Nicht nur, aber auch dank der Fußball-Weltmeisterschaft der Herrenmannschaften verzeichnet Adidas ein bislang zufriedenstellendes Geschäftsjahr. Im zurückliegenden Quartal hatte sich das Unternehmen beim Umsatz deutlich von 5,95 Milliarden Euro auf 6,74 Milliarden Euro steigern können, auch der operative Gewinn legte von 547 auf 574 Millionen Euro zu. Damit präsentierte das Unternehmen das zweite Quartal mit einer deutlichen Leistungssteigerung in Folge.
Mit den Zahlen warm werden wollten Anlegerinnen und Anleger angesichts eines aufgrund höherer Marketingaufwendungen niedrigen Nettogewinns als erwartet allerdings nicht. Die Aktie brach daraufhin ihre zwischen April und Anfang Juli steile Erholung ab und nahm ihren übergeordneten, bereits seit Anfang 2025 anhaltenden Abwärtstrend wieder auf. Diese rasche Trendwende ist bezeichnend für das Kursgeschehen in den vergangenen 5 Jahren. Immer wieder legen die Anteile Strecken von 30, 40 oder sogar 50 Prozent zurück, was Adidas zu einer der volatilsten Aktien im deutschen Leitindex DAX macht. Damit erfordert das Papier einen aktiven Handels- und Investmentansatz unter Ausnutzung sowohl überkaufter als auch überverkaufter Zustände.
Aktiver Handlungsansatz gefordert
War die Aktie Ende März deutlich überverkauft, was schon vor der Fußball-WM zu einer deutlichen Erholung geführt hatte, mit einem Anstieg zurück über die gleitenden Durchschnitte und prozyklischen Kaufsignalen, lag im Juli mit überkauften Zuständen der umgekehrte Fall vor, was gemeinsam mit der sich verschlechternden Gesamtmarktstimmung die Verluste der vergangenen Wochen erklärt. Jetzt allerdings beginnt sich das Blatt einmal mehr zu wenden, denn mit Blick auf den Relative-Stärke-Index (RSI) ist Adidas inzwischen wieder überverkauft – und damit zunehmend reif für eine technische Gegenbewegung.
Der RSI liegt mit unter 30 Punkten so niedrig wie zuletzt im März, als die Aktie schon einmal einen Boden gebildet hat. Für RSI-Werte wie die aktuellen hat Adidas außerdem immer wieder zuverlässig Gegenbewegungen gestartet. Das ist ein erstes Indiz dafür, dass bald eine Erholung anlaufen könnte. Ein weiteres ergibt sich aus dem Trendstärkeindikator MACD, der zwar noch klar unter der Nulllinie liegt und damit einen intakten Abwärtstrend anzeigt. Dieser verliert jedoch an Momentum, wie der Anstieg über die Signallinie zeigt. Vor allem nach scharfen Verkaufswellen ist das oft schon ausreichend für eine Gegenbewegung.
Auch übergeordnet ist die Lage weniger schlecht, als es der Chart und die Notierung wieder unter der 50- als auch der 200-Tage-Linie auf den ersten Blick vermittelt, denn mit dem Sprung über die das Kursgeschehen seit Anfang 2025 bestimmenden Abwärtstrendlinie ist der Adidas-Aktie bereits ein nennenswerter Fortschritt gelungen, was die mittel- und langfristige Kursentwicklung betrifft. Solange das Papier jetzt im Unterstützungsbereich zwischen 130 und 140 Euro halt findet, könnte sich aus der laufenden Korrektur eine Einstiegschance mit starker Perspektive ergeben.
Moderate Bewertung als „natürlicher“ Boden
Mit Blick auf die Unternehmensbewertung zeigt sich ein zunehmend attraktives Gesamtpaket. Zwar ist Adidas noch nicht wieder ganz so günstig, wie zu Kursen um 130 Euro, doch die Fundamentaldaten sprechen langsam für eine Bodenbildung.
Das für 2026 geschätzte Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 15,1 entspricht genau dem Branchendurchschnitt, liegt damit aber deutlich unter der historischen Norm. Vor allem unter der Annahme in 2027 fortgesetzten Gewinnwachstums ist Adidas günstig. Hier steht ein KGVe von 12,2 zu Buche, was einer Gewinnrendite von 8,2 Prozent entspricht. Für die Cashflow-Rendite sind 7,8 und 8,4 Prozent prognostiziert.
Dem Unternehmen werden also hohe Barmittelzuflüsse für weitere Aktienrückkäufe und einer Anhebung der Dividende zur Verfügung stehen. Hier darf aktuell mit einer Rendite von 2,53 Prozent für das laufende Geschäftsjahr und von 3,08 Prozent für das kommende gerechnet werden. Angesichts einer überschaubaren Nettoverschuldung von 3,925 Milliarden Euro ist auch das EV/EBITDA-Verhältnis von 8,0 attraktiv – der Rest der Branche handelt mit dem 9,4-Fachen, während es bei Nike sogar fast das 15-Fache ist.
Hohes Ansehen unter Expertinnen und Experten
Unter Analystinnen und Analysten genießen die Herzogenauracher sehr großes Vertrauen. Bei insgesamt 30 zur Aktie vorliegenden Studien empfehlen 15 das „Kaufen“ sowie 8 weitere das „Übergewichten“ von Positionen. „Neutral“ eingestellt sind nur 8 der Empfehlungen, während gegenwärtig keine einzige negative Stimme vorliegt. Insgesamt kommt Adidas somit auf das Votum „Kaufen“.
Im Mittel nennen die Expertinnen und Experten einen fairen Wert von 200,65 Euro, das entspricht gegenüber dem Wochenauftakt einer Upside von über 40 Prozent und würde mit Blick auf den für 2026 geschätzten Gewinn pro Aktie einem KGV von 21,3 und damit dem Gewinnvielfachen von Mitbewerber Nike entsprechen. Das gegenwärtig niedrigste Kursziel bietet mit 170,00 Euro rund 20 Prozent Upside, das Erreichen des höchsten Analystenziels von 245,00 Euro würde einen Anstieg um knapp 72 Prozent bedeuten.
Adidas auf einen Blick
- ISIN: DE000A1EWWW0
- Börsenwert: 24,8 Milliarden Euro
- Dividendenrendite: 2,53 Prozent
- KGVe 2026: 15,1
- Durchschnittliche Analystenempfehlung: Kaufen
Autor: Max Gross, wallstreetONLINE Redaktion
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