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Amazon-Aktie mit Verkaufssignal: Das schaut jetzt ganz übel aus!
Der weltweite Ausverkauf bei KI- und Technologiewerten hat auch die Anteile von Amazon unter Druck gesetzt. Die handeln jetzt mit einem Verkaufssignal.
- Hohe KI-Investitionen und Zinsen belasten Amazon
- Amazon unterschreitet wichtige Unterstützung
- Schwacher Cashflow erhöht Amazons Verlustrisiken
- Report: KI-Euphorie kippt - Bei diesen 5 Aktien droht der Crash!
KI-Investitionen werden immer teurer und unsicherer
Mit seiner Cloud-Tochter Amazon Web Services (AWS) gestaltet der Online-Händler und Technologiekonzern Amazon den KI-Boom wesentlich mit. Das Unternehmen gehört zu den sogenannten Hyperscalern, die ihre Rechenzentrumskapazitäten gegenwärtig rasant ausbauen (skalieren) und dafür Billionensummen in die Hand nehmen, die wiederum Halbleiter- und KI-Infrastrukturunternehmen zugutekommen, welche den KI-Börsenboom mit befeuert haben.
Doch inzwischen wachsen die Sorgen, was die finanzielle Nachhaltigkeit der gewaltigen Investitionsausgaben betrifft. Die bestehen zwar schon länger, doch in den vergangenen Wochen hat die Diskussion an Brisanz gewonnen, da die Realzinsen angesichts anhaltend hoher Energiepreise und wachsender Inflationsgefahren auf das höchste Niveau seit vielen Jahren geklettert sind.
In den USA erreichten die Renditen für Staatsanleihen mit 10-jähriger Laufzeit den höchsten Stand seit der großen Finanzkrise 2007. Das macht die stark gestiegenen Unternehmensschulden immer teurer und belastet unmittelbar die Cashflows, welche den Boom eigentlich finanzieren sollen.
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Wichtige Unterstützung unterschritten: Aktie mit Verkaufssignal
Zusätzlich belastet wird die Branche durch wachsende Sicherheitsgefahren. Nach dem Angriff auf Hugging Face durch autonom agierende KI-Software von OpenAI mahnten am zurückliegenden Wochenende führende Branchenvertreter, darunter Anthropic-CEO Dario Amodei, eine Verlangsamung des Entwicklungstempos an.
Das setzte die Kurse innerhalb der gesamten KI- und Technologiebranche deutlich unter Druck. Auch die Amazon-Aktie, die bereits seit ihrem Anfang August erzielten Allzeithoch mit Gewinnmitnahmen und Verkäufen konfrontiert ist, baute ihre Verluste aus – und ist jetzt unter eine wichtige Unterstützung gefallen, wodurch ein technisches Verkaufssignal vorliegt.
Langfristig stimmt der Trend trotz Schwankungsfreude noch ...
Übergeordnet befindet sich die Amazon-Aktie seit dem Bärenmarkttief zum Jahreswechsel 2022/23 in einem mehrjährige Aufwärtstrend. Der verläuft zwar etwas volatiler als bei anderen Unternehmen derselben Größenordnung, insgesamt aber mit hoher Zuverlässigkeit. Einbrüche wie der Zoll-Crash und Korrekturen wurden in den vergangenen dreieinhalb Jahren immer wieder zurückgekauft.
Auch in diesem Jahr handelte Amazon schwankungsfreudig – nach einem schwachen Auftakt legten die Anteile zwischen April und Juni um rund 40 Prozent zu – bietet mit einem Plus von etwa 10 Prozent aber eine gegenwärtig marktübliche Rendite. Der US-Gesamtmarktindex S&P 500 bringt es trotz seiner jüngsten Verluste auf +11,3 Prozent,
... doch das Kursgeschehen droht jetzt auch mittelfristig zu kippen
Nach zuletzt starken Quartalszahlen mit einem vor allem durch Beteiligungsgewinne an Anthropic und SpaceX stark gestiegenen Nettoertrag kletterte Amazon Anfang August auf ein neues Allzeithoch bei rund 285 US-Dollar. Seither geht es jedoch wieder bergab.
Das ist technisch durch die bearishen Divergenzen in den technischen Indikatoren zu erklären. Weder der Relative-Stärke-Index (RSI) noch der Trendstärkeindikator MACD konnte das Allzeithoch der Aktie mit eigenen Hochs bestätigen, womit sich die Rekordnotierungen als Fehlsignal entpuppten.
Die Folge war eine Trendwende zugunsten des aktuell herrschenden kurzfristigen Abwärtstrends, der sich jetzt zu einem mittelfristigen verstetigen könnte, nachdem Amazon am Montag erneut unter die 50-Tage-Linie gefallen ist und sich die technische Ausgangslage weiter eingetrübt hat.
Mindestens -10 Prozent sind jetzt noch zu erwarten
Zwar liegt im Bereich von 250 US-Dollar noch eine Horizontalunterstützung, doch diese könnte schon bald unterschritten werden, nachdem insbesondere der MACD weiter gefallen ist. Nach dem Unterschreiten der Signallinie liegt er jetzt auch unter der Nulllinie, damit zeigt er einen beginnenden Abwärtstrend, der mit dem schwachen RSI im Nacken zu einer beschleunigten Verkaufsbewegung und Verlusten bis mindestens zur 200-Tage-Linie bei rund 240 US-Dollar führen dürfte.
In diesem Jahr für Amazon übliche Korrekturen haben zu Verlusten von rund 20 Prozent geführt. Ausgehend vom Allzeithoch im August wäre das gleichbedeutend mit einem Zurücksetzen bis in den Unterstützungsbereich um 230 US-Dollar, wo neben einer mittelfristigen auch eine langfristige Weichenstellung erfolgen könnte. Damit bestehen auch vom aktuellen Kursniveau aus erhebliche Verlustrisiken, die zur Oberseite erst mit einem technisch bestätigten und damit einem belastbaren Kaufsignal neutralisiert wären.

wallstreetONLINE RedaktionDie KI-Begeisterung lässt nach
Alphabet-Aktie mit Verkaufssignal! Wie schlimm wird's jetzt?
Fazit: Kein Prime-Day für die Aktie!
Mit Blick auf die Unternehmensbewertung sieht die Amazon-Aktie vordergründing günstig aus. Das Forward-KGV wirkt mit 19,9 für 2026 attraktiv, während das Kurs-Gewinnwachstumsverhältnis (PEG) gleichzeitig unter dem Wert von 1 liegt, der in der Fundamentalanalyse als günstig gilt. Allerdings werden diese Kennziffern aktuell vor allem durch Bewertungsgewinne und weniger durch operative Fortschritte getragen. Finanziell gibt es durchaus gewaltige Rückschritte. Die Nettoverschuldung hat sich im abgelaufenen Quartal gegenüber dem Stand vor einem Jahr fast auf 128,7 Milliarden US-Dollar verdoppelt. Dadurch sind die Zinsaufwendungen von 516,0 Millionen US-Dollar auf 1,31 Milliarden US-Dollar gestiegen. Gleichzeitig haben die Cashflows das Vorzeichen gewechselt, sodass Amazon im vergangenen Vierteljahr Mittelabflüsse von 3,6 Milliarden US-Dollar verzeichnet hat.
Ohne die jüngsten Bewertungsgewinne vor allem bei Anthropic stünde es um Amazon deutlich schlechter. Lässt die Begeisterung für KI wie in den zurückliegenden Wochen weiter nach, dürfte die Aktie daher von besonders hohen Kursverlusten betroffen sein – Buchgewinne sehen bilanziell zwar gut aus, helfen aber nicht, wenn sie nicht realisiert werden, wenn es darauf ankommt. Das sollten auch Anlegerinnen und Anleger jetzt beherzigen.
Autor: Max Gross, wallstreetONLINE Redaktion
Die Amazon Aktie wird zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Nachricht mit einem Minus von -0,61 % und einem Kurs von 218,2EUR auf Tradegate (15. September 2026, 10:57 Uhr) gehandelt.


