Börsenpläne unter Druck
Hype trifft Realität: Dieser Roboter-Star lässt die Anleger warten
Der Hype um humanoide Roboter ist riesig. Doch bei Boston Dynamics dürfte ein Börsengang länger auf sich warten lassen als viele Anleger gehofft haben.
- Boston Dynamics verschiebt möglichen Börsengang
- Atlas muss Praxistauglichkeit in Fabriken beweisen
- Hohe Verluste bremsen Bewertung und IPO-Pläne
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Der geplante Börsengang von Boston Dynamics dürfte länger auf sich warten lassen. Ein IPO des auf humanoide Roboter spezialisierten Unternehmens bereits 2027 sei eher unwahrscheinlich, sagte ein hochrangiger Manager der Muttergesellschaft Hyundai Motor Group gegenüber Reuters.
Auf die Frage, ob ein Börsengang im kommenden Jahr möglich sei, antwortete der Manager: "Das wird nicht einfach werden." Zunächst müsse man die Marktbedingungen und die weitere Entwicklung abwarten. Seinen Namen wollte er wegen der Vertraulichkeit des Themas nicht nennen.
Hyundai Motor Group und Boston Dynamics haben bislang keinen konkreten Zeitplan oder eine Zielbewertung für einen möglichen Börsengang veröffentlicht.
Atlas muss erst den Praxistest bestehen
Im Mittelpunkt steht dabei der humanoide Roboter Atlas. Seit der Vorstellung der überarbeiteten Version im Januar beobachten Anleger und Analysten genau, wie schnell Boston Dynamics die Maschinen tatsächlich in großem Stil einsetzen kann.
Hyundai plant, bis 2028 eine Fabrik mit einer Kapazität von 30.000 Robotern pro Jahr aufzubauen. Im selben Jahr sollen humanoide Roboter zunächst in einem Hyundai-Werk im US-Bundesstaat Georgia eingesetzt werden. Anschließend soll der Einsatz auf weitere Produktionsstandorte ausgeweitet werden.
Analysten halten diese Ziele allerdings für ambitioniert. "Ich glaube, es könnte noch viel länger dauern, bis humanoide Roboter menschliche Arbeiter am Fließband ersetzen", sagte Kim Hyun-su von IBK Asset Management zu Reuters.
Roboter zum Tanzen zu bringen, sei vergleichsweise einfach. Die Maschinen müssten aber auch schwere Lasten bewegen und zuverlässig in der industriellen Fertigung arbeiten können.
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Milliardenbewertung trotz hoher Verluste
Ein Börsengang dürfte deshalb nach Einschätzung von Analysten noch mehrere Jahre entfernt sein. Kim Joon-sung von Meritz Securities hält 2029 oder 2030 für realistischer. Boston Dynamics müsse zunächst umfangreiche Betriebsdaten sammeln und die Fähigkeiten seiner Roboter verbessern.
Bei der möglichen Bewertung gehen die Schätzungen weit auseinander. Samsung Securities sieht den Unternehmenswert zwischen 50 und 100 Billionen Won (zwischen rund 32,15 und 64,3 Milliarden Euro). IBK Securities hält bis 2030 sogar 141 Billionen Won für möglich.
Bis dahin muss Boston Dynamics allerdings noch den Weg in die Gewinnzone schaffen. Nach Angaben aus einem Bericht von Hyundai Glovis verbuchte das Unternehmen 2025 einen Verlust von 528,4 Milliarden Won. Seit 2021 summierten sich die Verluste auf fast 1,7 Billionen Won.
Autorin: Saskia Reh, wallstreetONLINE Redaktion

