Direkter Treffer, hohe Schäden
Russischer Raketenangriff: Zweitgrößter Stahl-Hersteller der Welt unter Druck!
Eine russische Rakete hat am Samstag ein ukrainisches Stahlwerk von ArcelorMittal getroffen. Die Aktie ist daraufhin deutlich unter Druck geraten.
- Russische Rakete trifft Stahlwerk in Krywjy Rih
- Zwei Tote und zwei Verletzte im Stahlwerk
- ArcelorMittal-Aktie fällt zeitweise um 3,5 Prozent
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Russland attackiert ukrainisches Stahlwerk
Auch viereinhalb Jahre nach dem Beginn des russischen Einmarsches bewegt der Ukraine-Krieg gelegentlich noch die Märkte. So machte beispielsweise am vergangenen Wochenende US-Präsident Donald Trump die ukrainische Kampagne gegen russische Raffinerien für die hohen Benzin- und Dieselpreise verantwortlich – vor allem allerdings, um vor den wichtigen Midterm-Wahlen in den USA am 03. November von seinem eigenen Versagen im Iran abzulenken.
Deutlich unmittelbarer hingegen fallen am Montag die finanziellen Folgen eines russischen Raketenangriffs auf ein Stahlwerk von ArcelorMittal in Krywjy Rih im Süden der Ukraine aus. Dort hatte am Samstag nach Unternehmensangaben eine ballistische Rakete in der Eisenschmelze eingeschlagen, woraufhin die Stahlproduktion eingestellt werden musste.
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Tote, Verletzte und erhebliche Sachschäden
Neben erheblichen Sachschäden – wann die Produktion wieder aufgenommen werden könnte, wollte der nach produzierter Menge zweitgrößte Stahl-Hersteller der Welt nicht angeben – kam es auch zu menschlichen Opfern. Insgesamt starben zwei Mitarbeitende, zwei weitere wurden verletzt und werden nach Konzernangaben in umliegenden Krankenhäusern versorgt.
Der Raketenangriff auf das voll integrierte Stahlwerk, wo eine komplette Wertschöpfungskette von der Eisenerzförderung bis hin zu Stahlprodukten besteht, war nicht der erste seiner Art. Bereits im August war das Werk, welches mit rund 20.000 Mitarbeitenden das größte der Ukraine ist, angegriffen und getroffen worden. Damals wurden 13 Mitarbeitende verletzt und zwei weitere getötet.
ArcelorMittal hatte das 1934 damals in der Ukrainischen SSR gegründete Werk 2005 in einer vom ukrainischen Fernsehen übertragenen Auktion erworben. Zuvor befand sich das Werk in Staatsbesitz.
ArcelorMittal unter Druck, Aktie verliert -3,5 Prozent
Die Aktie von ArcelorMittal ist durch den zweiten Raketenangriff innerhalb von wenigen Wochen spürbar unter Druck geraten und fiel am Montag zeitweise 3,5 Prozent. Damit verschärfte sie ihre nach einem bislang erfolgreich verlaufenen Börsenjahr vor knapp zwei Wochen eingeleitete Korrektur.
Sollten die Verluste anhalten, droht das in Amsterdam gehandelte Papier im Bereich von 62 Euro eine wichtige Horizontalunterstützung sowie die 50-Tage-Linie zu unterschreiten, was nach einem Plus von knapp 60 Prozent seit dem Jahresauftakt weitere Gewinnmitnahmen nach sich ziehen könnte.
Für den globalen Stahlmarkt blieb der Raketenangriff folgenlos. Zwar ist das Werk in Krywyj Rih ein bedeutender Produzent, doch die Branche kämpft angesichts einer schwachen Absatzentwicklung auf dem chinesischen Markt ohnehin mit Überkapazitäten.

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Fazit: Wirtschaftlicher Zermürbungskrieg
Angesichts nur noch marginaler Geländegewinne sowohl auf ukrainischer als auch auf russischer Seite setzen beide Kriegsparteien immer stärker auf wirtschaftliche Abnutzung. Während die Ukraine vor allem Ölraffinerien und Warenhäuser attackiert, setzt Russland auf Angriffe gegen bedeutende, frontferne Wirtschaftsstandorte, wo nur wenige Chancen auf eine Besetzung bestehen.
Die Eskalation dieser Art der Kriegsführung kostet nicht nur Menschen das Leben und ihre Gesundheit, sondern trifft dabei immer wieder auch Anlagen von börsennotierten Unternehmen. So hat es am Samstag zum zweiten Mal in Kürze ein Stahlwerk von ArcelorMittal erwischt, woraufhin die Aktie deutlich unter Druck geraten ist.
Autor: Max Gross, wallstreetONLINE Redaktion

