Anleger verpassen Gewaltiges
Abseits von Gold, Silber oder Kupfer: Diesen Rohstoff übersehen Anleger gerade
Im Schatten von Gold, Silber oder Kupfer schwingen sich Rohstoffe abseits des Mainstreams zu knackigen Rallyebewegungen auf. Zink ist ein Beispiel, aber das Industriemetall ist nicht der einzige „vergessene“ Rohstoff.
- Uran-Nachfrage steigt, Angebot droht zu knapp werden
- Kernenergie und KI treiben den Uranbedarf weiter an
- Uranpreisziel 130 US-Dollar, Cameco bleibt attraktiv
- Report: KI-Euphorie kippt - Bei diesen 5 Aktien droht der Crash!
Uranpreis-Prognose: Wenn das Angebot der Nachfrage nicht mehr standhalten kann
Was passiert, wenn eine anziehende Nachfrage auf eine angespannte Angebotsseite trifft, zeigt sich aktuell bei Zink. Doch Zink ist nicht das einzige Metall, das sich derzeit im Rallyemodus befindet. Die eskalierenden Preise für Brent-Öl und WTI-Öl führen die Notwendigkeit alternativer Energiequellen vor Augen. Vor diesem Hintergrund rückt vor allem die Kernenergie und mit ihr der Rohstoff Uran in den Fokus.
In der letzten Zeit zog die Uran-Nachfrage spürbar an. Auf diesen Anstieg war die Angebotsseite nicht vorbereitet. Aufgrund der recht niedrigen Weltmarktpreise in den letzten Jahren hatten die Uranproduzenten einen Teil ihrer Uranminen in den Wartungszustand versetzt. An dieser Stelle sei noch einmal daran erinnert, dass der Uranpreis im August 2021 nur bei etwas mehr als 30 US-Dollar lag und damit weitab des aktuellen Preisniveaus von 90 US-Dollar. In den letzten Jahren legten die Preise dank des Nachfragebooms kräftig zu.
Uranproduzenten wie die australische Paladin Energy und die US-amerikanische Energy Fuels holten aufgrund des Preisanstiegs Minen ins Leben zurück. Das „lindert“ die Engpässe auf der Nachfrageseite nur bedingt. Große neue Projekte, die Einfluss auf das Uran-Angebot nehmen könnten, sind auch mit der Lupe nicht finden. Wie in der letzten Uranpreis-Kommentierung bereits dargelegt, sollte es daher nicht überraschen, wenn der Uranmarkt in den nächsten ein bis drei Jahren in ein strukturelles Defizit eintaucht.
Uranboom nicht zu beherrschen?
Die Nachfrage nach Uran wird sehr wahrscheinlich in den kommenden Jahren stark zunehmen. Der Energiehunger Asiens - allen voran Chinas – muss gestillt werden. In westlichen Ländern werden nicht nur neue Kernkraftwerke gebaut, auch die Laufzeit bereits existierender Kernkraftwerke wurde verlängert. Der KI-Boom dürfte ebenfalls zu einem starken Nachfrageanstieg beitragen. Tech-Konzerne, wie Meta, Amazon, Google und Microsoft haben bereits angekündigt, den Energiebedarf eines Großteils ihrer (neuen) Rechenzentren über Kernkraft decken zu wollen. Wenn die Urannachfrage tatsächlich die Dynamik entwickelt, die sich jetzt abzeichnet, dürfte es der Angebotsseite schwer fallen, diesen Boom zu bedienen.
Fazit – Uran, der „vergessene“ Rohstoff mit enormem Preispotenzial
Die Bank of America sieht für Uran ein Preisziel von 130 US-Dollar im Jahr 2027. Angesichts der zu erwartenden Entwicklung der Uran-Nachfrage bei gleichzeitig fragilem Angebot sind die 130 US-Dollar ein durchaus realistisches Preisziel. Dabei muss es mit Blick auf die nächsten Jahre nicht bleiben. Aktuell übt der Uranpreis starken Druck auf den Widerstandsbereich von 90 US-Dollar aus. Sollte dieser Widerstand überwunden werden, ist mit einem weiteren Preisanstieg auf zunächst 100 US-Dollar zu rechnen. Etwaige Rücksetzer bleiben im besten Fall auf 84 US-Dollar begrenzt.
Die Suche nach interessanten Uranproduzenten führt unweigerlich zur kanadischen Cameco nicht vorbei. Das Unternehmen besticht durch eine robuste fundamentale Basis und ist hinsichtlich der Wertschöpfungskette zudem hervorragend positioniert. So sind die Kanadier unter anderem an der Westinghouse Electric Company beteiligt. Aus charttechnischer Sicht sieht es aktuell nach einem Test der zentralen Unterstützung von 120 CAD / 110 CAD aus – für antizyklisch agierende Investoren ist das ein durchaus interessantes Kursniveau.
Autor: Marcel Torney, freier Redakteur, Rohstoffexperte
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