Zinsschritt ohne Grund?
Experten warnen: Diese Fed-Zinserhöhung ist völlig überflüssig
Goldman Sachs erwartet, dass die Fed diese Woche die Zinsen anhebt, obwohl die eigenen Ökonomen kaum wirtschaftliche Gründe dafür sehen. Ausschlaggebend ist vor allem der Druck der Markterwartung an den Finanzmärkten.
- Fed dürfte trotz dünner Gründe die Zinsen anheben
- Märkte setzen die Fed unter starken Handlungsdruck
- Goldman erwartet 2027 zwei Zinssenkungen der Fed
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Die US-Notenbank steht vor einer ungewöhnlichen Entscheidung. Sie dürfte diese Woche die Zinsen anheben, obwohl die wirtschaftlichen Argumente dafür dünn gesät sind. Goldman-Sachs-Ökonom David Mericle rechnet nun mit einem Zinsschritt von 25 Basispunkten auf der September-Sitzung der Federal Reserve.
Laut dem FedWatch Tool rechnen 86,5 Prozent der Marktteilnehmer mit einer Anhebung der Zinsen, wenn Kevin Warsh am Mittwochabend vor die Mikrofone tritt.
Auslöser ist weniger die Wirtschaftslage als die Markterwartung selbst. Nach dem August-Inflationsbericht stieg die Wahrscheinlichkeit einer Anhebung an den Märkten auf fast 90 Prozent. Ein Verzicht würde aus Sicht der Bank heftige Marktreaktionen auslösen, die die Fed vermeiden möchte.
Inhaltlich sieht Goldman Sachs kaum Gründe für eine Straffung. Die Überschreitung des Zwei-Prozent-Ziels lasse sich fast vollständig auf einmalige Effekte zurückführen, die auslaufen dürften. Die Kerninflationsrate PCE liege zuletzt bei rund 2,5 Prozent im Jahresverlauf. Die breite Preisdynamik erkläre sich vor allem durch Zolleffekte, deren Einfluss nachlasse. Von einer überhitzten Wirtschaft oder entankerten Inflationserwartungen könne keine Rede sein.
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Die Fed dürfte ihre Erklärung nur minimal anpassen und festhalten, die Anhebung diene der Rückkehr zum Inflationsziel, ohne Hinweise auf künftige Schritte. Gouverneur Christopher Waller dürfte gegen den Beschluss stimmen, weil die Inflationsdaten unter der Schwelle liegen, die er selbst für eine Zinspause genannt hatte.
Spannend wird der Dot Plot. Goldman Sachs erwartet eine knappe Mehrheit von zehn zu acht Stimmen für nur eine Anhebung in diesem Jahr, sieht aber das Risiko, dass mehr Notenbanker für zwei Schritte votieren, etwa wegen steigender Ölpreise und der Nachfrage rund um den KI-Boom.
Für 2027 hält die Bank an zwei Zinssenkungen fest, verschiebt sie aber von Juni und Dezember auf September und Dezember. Die Prognose für den Endzinssatz wurde leicht angehoben, auf 3,25 bis 3,5 Prozent. Die wahrscheinlichkeitsgewichtete Zinsprognose der Bank bleibt deutlich weniger falkenhaft als die Markterwartung.
Autor: Julian Schick, wallstreetONLINE Redaktion
Die Währung EUR/USD wird zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Nachricht mit einem Minus von -0,12 % und einem Kurs von 1,154USD auf Forex (15. September 2026, 11:59 Uhr) gehandelt.

