KI-Aktien unter Druck
Rechenzentren vor dem KI-Schock – dieser CEO sieht keinen Grund zur Panik
Die Sorge vor einer KI-Bremse setzt Rechenzentrums-Aktien unter Druck. Doch Digital-Reality-Chef Andrew Power sieht keinen Grund zur Panik.
- KI-Debatte belastet Rechenzentrums-Aktien
- Rechenzentren bleiben trotz KI-Bremse knapp
- Digital Realty verdoppelt Bauprojekte auf 20 Milliarden
- Report: KI-Euphorie kippt - Bei diesen 5 Aktien droht der Crash!
Die Debatte über ein langsameres Tempo bei der Entwicklung künstlicher Intelligenz belastet inzwischen auch den Immobilienmarkt für Rechenzentren. Die Aktien der großen Betreiber Digital Realty und Equinix gerieten am Montag deutlich unter Druck. Doch Andrew Power, Chef von Digital Realty, sieht keinen Grund für einen dramatischen Einbruch.
KI bleibt wichtiger Wachstumstreiber
Künstliche Intelligenz ist inzwischen der wichtigste Treiber für die Nachfrage nach Rechenzentrumskapazitäten. Laut McKinsey könnte KI bis 2030 rund 70 Prozent der weltweiten Nachfrage ausmachen. Für den gesamten Rechenzentrumsbedarf wären demnach Investitionen von fast 7 Billionen US-Dollar nötig. Allein in die Immobilieninfrastruktur könnten laut Jones Lang LaSalle (JLL), ein weltweit tätiges Beratungs- und Dienstleistungsunternehmen für Gewerbeimmobilien und Investmentmanagement, in den kommenden fünf Jahren rund 3 Billionen US-Dollar fließen.
Power betonte gegenüber CNBC, dass eine mögliche Verlangsamung bei KI nicht das Ende der Nachfrage bedeute. "Derzeit findet ein gewaltiger digitaler Wandel statt, der nichts mit KI zu tun hat", sagte der Digital-Reality-Chef. Auch das Cloud-Geschäft wachse stark. Aus seiner Sicht seien diese Wachstumstreiber zuletzt von der enormen Aufmerksamkeit für KI überlagert worden.
Rechenzentren bleiben knapp
Power zufolge mussten große Cloud-Anbieter zuletzt teilweise zwischen dem Ausbau ihrer kommerziellen Cloud-Angebote und der Bereitstellung von Kapazitäten für KI-Labore abwägen. Gleichzeitig sei die Nachfrage in wichtigen Märkten weiterhin größer als das Angebot.
Digital Realty ist unter anderem in Nord-Virginia, Dallas, Chicago, Singapur, Tokio, Frankfurt und Amsterdam aktiv. "Die Nachfrage auf unseren Märkten übersteigt das Angebot bereits seit mehreren Jahren", erklärte Power. Zudem könnten bestimmte Rechenlasten nicht beliebig an einen anderen Standort verlagert werden.
Auch JLL-Experte Andrew Batson sieht langfristig weiteres Potenzial. Das größte Wachstum dürfte in den kommenden Jahren nicht beim Training neuer KI-Modelle, sondern bei der sogenannten Inferenz entstehen. Dabei nutzen Unternehmen und Verbraucher KI direkt in ihren täglichen Arbeitsabläufen.
In den USA verwendet bislang laut Batson nur etwa jeder vierte Bürger KI täglich. Selbst bei einer langsameren Veröffentlichung neuer Modelle gebe es deshalb noch erheblichen Spielraum für eine steigende Nutzung und damit für zusätzliche Rechenzentrumskapazitäten.
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Milliarden-Pipeline trotz Börsenstress
Digital Realty hat derzeit Projekte im Wert von 20 Milliarden US-Dollar im Bau. Ende 2023 waren es noch 10 Milliarden US-Dollar. Power sieht das Unternehmen zudem finanziell gut aufgestellt.
"Unser Aktienkurs hat keinen Einfluss auf unsere Strategie und unser Geschäft", sagte er. Digital Realty habe sein Finanzierungsmodell angepasst und setze zunehmend auch auf privates Kapital und Joint Ventures.
Sein Fazit fällt entsprechend gelassen aus: Die aktuelle Situation sei "kein Weltuntergangssturm".
Autorin: Saskia Reh, wallstreetONLINE Redaktion

