Übernahme durch UniCredit
Commerzbank: Das fordert Klingbeil jetzt von Orcel!
Bundesfinanzminister Lars Klingbeil konnte am Montag gegenüber UniCredit-Chef Andrea Orcel lediglich Bitten für den Fall einer möglichen Übernahme der Commerzbank durch die italienische Bank formulieren.
- Klingbeil bittet um Schutz für Commerzbank
- UniCredit kontrolliert fast 50 Prozent der Bank
- Frankfurt und Finanzierung des Mittelstands sichern
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Das Treffen in Berlin markierte damit einen Wendepunkt in dem seit zwei Jahren andauernden Kampf um die Kontrolle über eine der größten Banken Deutschlands.
Nach einer Jahre anhaltenen Blockade, muss die Bundesregierug in Sachen Commerzbank klein beigeben. Denn UniCredit kontrolliert inzwischen über verschiedene Instrumente nahezu 50 Prozent der Commerzbank. Die Übernahme ist somit nur noch eine Frage der Zeit.
Zu Klingbeils Bitten gehören, dass die Commerzbank börsennotiert bleibt, ihren Sitz in Frankfurt behält und weiterhin den deutschen Mittelstand im In- und Ausland finanziert, teilte das Bundesfinanzministerium in einer Erklärung mit.
"In einem konstruktiven Gespräch mit Herrn Orcel habe ich klargemacht, dass die weiteren Verhandlungen verantwortungsvoll geführt werden müssen", sagte Klingbeil.
Orcel erklärte in einer Mitteilung, das Treffen sei ein "gutes und konstruktives erstes Gespräch" gewesen, auf das rasch weitere folgen würden.
"Nun müssen beide Seiten dieses erste Gespräch noch einmal Revue passieren lassen, damit ein Weg nach vorn gefunden werden kann, der im besten Interesse aller Beteiligten und Aktionäre liegt", sagte er.
Nach monatelangem Widerstand haben deutsche Regierungsvertreter und Commerzbank-Führungskräfte ihre ablehnende Haltung gegenüber einem möglichen Deal abgeschwächt.
Nun hoffen die deutschen Verantwortlichen, sowohl Arbeitsplätze als auch die Marke der Bank zu schützen. Die Commerzbank spielt eine wichtige Rolle bei der Finanzierung mittelständischer Unternehmen.
"Es geht inzwischen nicht mehr nur um eine feindliche Übernahme, sondern darum, den besten Weg nach vorn für beide Banken zu finden", sagte ein Sprecher des Bundesfinanzministeriums am Montag.
Ein Zusammenschluss von UniCredit und Commerzbank würde eine Bank mit einer Bilanzsumme von mehr als 1,3 Billionen Euro schaffen, die in zwei der größten Volkswirtschaften der Eurozone tätig wäre.
Der deutsche Staat hält infolge der Rettung der Commerzbank während der globalen Finanzkrise einen Anteil von 13,3 Prozent an dem Institut.
Autor: Krischan Orth, wallstreetONLINE Redaktion

