Das war’s
Clarity Act scheitert im US-Senat – XRP stürzt zweistellig ab
Der Clarity Act sollte endlich Klarheit für den Kryptomarkt schaffen. Stattdessen sorgt sein Scheitern im US-Senat für neue Unsicherheit und fallende Kurse.
- Clarity Act scheitert, Kryptomarkt unter Druck
- XRP fällt nach dem Senatsvotum fast zehn Prozent
- SEC und CFTC gewinnen nach dem Rückschlag an Bedeutung
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XRP gehörte am Mittwochmorgen zu den größten Verlierern unter den führenden Kryptowährungen. Der Token sackte um nahezu 10 Prozent auf 1,29 US-Dollar ab, nachdem der Senat den Clarity Act nicht über die entscheidende Verfahrenshürde gebracht hatte.
Auch der übrige Kryptomarkt stand deutlich unter Druck. Ethereum verlor 3,8 Prozent auf 2.399 US-Dollar, Solana fiel um 5 Prozent auf 97 US-Dollar und Dogecoin gab ebenso fast 5 Prozent nach. Zcash und Hype verloren jeweils 4 Prozent. Bitcoin sank um knapp 3 Prozent auf 75.789 US-Dollar.
Auslöser war die Abstimmung im Senat am Dienstag. Mit 49 zu 50 Stimmen scheiterte die Abstimmung deutlich an der erforderlichen Schwelle von 60 Stimmen. Auch mehrere Republikaner verweigerten ihre Zustimmung.
600 Seiten Kompromiss reichen nicht
Das Scheitern ist ein schwerer Rückschlag für einen jahrelangen Versuch, einen umfassenden regulatorischen Rahmen für digitale Vermögenswerte in den USA zu schaffen. Unterhändler hatten mehr als 600 Seiten Kompromisstext ausgearbeitet.
Zum entscheidenden Streitpunkt wurden unter anderem Ethikregeln für hochrangige Regierungsvertreter mit wirtschaftlichen Interessen im Kryptosektor.
Die demokratische Senatorin Elissa Slotkin aus Michigan begründete ihre Ablehnung damit, dass die Ethikbestimmungen des Entwurfs zu schwach seien. Sie verwies zudem auf Bedenken hinsichtlich Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung sowie auf eine aus ihrer Sicht unzureichende personelle Ausstattung der Commodity Futures Trading Commission zur Umsetzung der geplanten Regeln.
300 Millionen US-Dollar in 20 Minuten liquidiert
Nach dem Scheitern des Clarity Act wurden Marktdaten zufolge innerhalb von nur 20 Minuten Krypto-Long-Positionen im Wert von 300 Millionen US-Dollar liquidiert.
Innerhalb von 24 Stunden summierten sich die Liquidationen am Kryptomarkt laut CoinGlass-Daten auf 770 Millionen US-Dollar. Besonders stark traf es die beiden größten Kryptowährungen. Allein bei Ethereum wurden Long-Positionen im Wert von rund 203,5 Millionen US-Dollar liquidiert, bei Bitcoin waren es etwa 191,4 Millionen US-Dollar.
Jetzt rücken SEC und CFTC in den Mittelpunkt
Mit dem Scheitern des Clarity Act richtet sich die Aufmerksamkeit wieder stärker auf die US-Regulierungsbehörden. Die Securities and Exchange Commission arbeitet bereits an einem regulatorischen Rahmen für Kryptowährungen sowie an Regeln für tokenisierte Wertpapiere.
Auch die CFTC dürfte für die weitere Entwicklung eine zentrale Rolle spielen. Das Scheitern der Abstimmung bedeutet zudem nicht zwangsläufig das endgültige Aus für eine gesetzliche Marktstruktur. Eine Verabschiedung noch im Jahr 2026 gilt nach dem jüngsten Rückschlag jedoch als äußerst unwahrscheinlich.
Autor: Pascal Grunow, wallstreetONLINE Redaktion

