Gefahren der KI
Zuckerberg stärkt Nvidia den Rücken – sein Argument gegen die KI-Bremse
Im Streit über eine Drosselung des Tempos der KI-Entwicklung stärkt Zuckerberg dem Nvidia-Chef den Rücken. Ausgerechnet ein verschobener Meta-Start soll zeigen, warum sein Ansatz funktioniert.
Die KI-Entwicklung bremsen? Im Sicherheitsstreit setzt Meta-Chef Mark Zuckerberg auf die Verantwortung der Unternehmen. Damit rückt er laut CNBC an die Seite von Nvidia-Chef Jensen Huang und distanziert sich von Anthropic-Chef Dario Amodei.
Zuckerbergs Kernargument: Wer bei der Sicherheit spart, verliert im Wettbewerb. Vertrauen und die Ausrichtung von KI an menschlichen Werten würden zu entscheidenden Unterscheidungsmerkmalen werden, schrieb er am Dienstag auf X und anderen Plattformen. Entwickler, die diese sogenannte Alignment-Arbeit vernachlässigen, werden zurückfallen.
Hinzu kämen erhebliche Haftungsrisiken, wenn Modelle Schaden anrichteten. Aus Zuckerbergs Sicht haben Anbieter somit einen eigenen Anreiz, Gefahren einzudämmen.
Dass Unternehmen dafür auch freiwillig bremsen, soll Meta selbst zeigen. Der Konzern habe die Auslieferung seiner Muse-KI wegen Sicherheitsbedenken verschoben. Dies sei Teil der täglichen Arbeit gewesen und aus eigener Überzeugung geschehen, so Zuckerberg.
Huang argumentierte auf der Salesforce-Konferenz Dreamforce und bei CNBC ähnlich: Modellanbieter müssten die Verantwortung für ihre Produkte übernehmen. Bestehende Gesetze zur Zuverlässigkeit und Funktionsfähigkeit von Produkten reichten aus. Zusätzliche KI-Vorschriften seien unnötig.
Amodei wirbt dagegen für ein langsameres Tempo bei der Verbesserung der Modelle. Sam Altman unterstützt diesen Ansatz. Auf der Dreamforce betonte er, dass Sicherheit und Überwachung Vorrang vor neuen Funktionen haben müssten. Zugleich verwies er auf die Sorge, dass der Wettbewerbsdruck zwischen Unternehmen und Ländern verantwortliches Handeln verhindern könnte.
Zuckerbergs Plädoyer für Eigenverantwortung trifft allerdings auf eine belastete Vergangenheit: Im Jahr 2018 erschütterte der Datenskandal um Cambridge Analytica Facebook. Laut damaligen Unternehmensangaben könnten Daten von bis zu 87 Millionen Nutzern unzulässig an die Analysefirma weitergegeben worden sein.
Die Meta-Aktie schloss den gestrigen Handelstag an der Nasdaq mit einem Plus von rund 0,7 Prozent ab. Ein Anteilschein kostete zum Börsenschluss 670,24 US-Dollar. Nach Börsenschluss ging es jedoch rund 0,2 Prozent nach unten auf 668,74 US-Dollar.
Autor: Ferdinand Hammer, wallstreetONLINE Redaktion

