Starkes Setup für Kursgewinne
Nicht Nvidia oder Infineon, sondern diese Chip-Aktie sieht jetzt richtig aus!
Viele Halbleiter- und KI-Infrastrukturwerte befinden sich bereits seit Wochen in der Konsolidierung. Einen technisch stark Eindruck macht dagegen Qualcomm.
- Halbleiterwerte konsolidieren, Qualcomm hält dagegen
- Qualcomm erholt sich technisch bis zum Widerstand
- Bewertung und KI-Partnerschaft schaffen Chancen
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Katerstimmung bei Halbleiterwerten
Ließ sich in der ersten Jahreshälfte mit Chip-Aktien noch richtig gutes Geld verdienen, wird die Branche gemessen am Halbleiterindex Philadelphia Semiconductor seit einem Hoch im Juni in einem Abwärtstrend gehandelt. Hohe Unternehmensbewertungen und wachsende Zweifel an der finanziellen Nachhaltigkeit der gewaltigen KI-Investitionen von Hyperscalern, die überwiegend fremdfinanziert werden müssen, sorgen unter Anlegerinnen und Anlegern für wachsende Vorsicht.
Von überdurchschnittlich hohen Kursverlusten betroffen waren vor allem die zuvor gefragten Hersteller von Speicherchips, darunter Micron, SanDisk und SK Hynix, doch auch deutsche Fabrikanten wie Infineon und SUSS MicroTec handeln seither mit Schwierigkeiten. Der Philadelphia Semiconductor Index spiegelt das mit Verlusten von fast 24 Prozent gegenüber seinem Allzeithoch wider. Technisch entspricht das einem Bärenmarkt.
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Qualcomm stemmt sich gegen den Trend
Auch die Anteile von Qualcomm, das vom Markt lange gar nicht erst als KI-Profiteur wahrgenommen wurde, büßten nach einer euphorischen Übertreibung im Mai und Juni zuletzt deutlich an Wert ein. Doch inzwischen ist hier eine Erholung angelaufen, die technisch vielversprechender ist als die anderer Halbleiteraktien. Dazu kommt eine vergleichsweise moderate Unternehmensbewertung. Wer jetzt einsteigt, könnte mittelfristig stark profitieren.
Smartphone-Angst vs. KI-Fantasie
In den vergangenen Jahren handelten die Anteile von Qualcomm äußerst volatil. Das Unternehmen stellt bislang vor allem Breitband-Modems und System-on-Chips (SoC) für mobile Endgeräte, wie Smartphones, Tablets und Notebooks, her. Dazu kommen Halbleiterprodukte für die Automobilbranche (vor allem für autonomes Fahren) und Internet-of-Things-Lösungen.
Das sind stark zyklische Branchen. Vor allem der Smartphone-Markt steht aufgrund der explodierenden Speicher- und Endgerätepreise gegenwärtig stark unter Druck. Das führte in den vergangenen zwei Quartalen zu rückläufigen Erlösen und erklärt einen Teil des Verkaufsdrucks auf die Aktie in den vergangenen Wochen (neben dem schwachen Branchentrend).
Gleichzeitig treibt Qualcomm eine Diversifizierung seines Geschäftsmodelles voran und will künftig im Markt für Künstliche Intelligenz und Rechenzentren für KI-Anwendungen mitmischen. Dabei will der Konzern auf seine SoC-Expertise zurückgreifen und Server-Prozessoren anbieten, welche die Vorzüge von Grafik- und CPU-Einheiten bei gleichzeitig hoher Energieeffizienz vereinigen sollen. Bislang stehen diese beiden Prozessor-Arten im Wettstreit miteinander – während Nvidia der unangefochtene GPU-Anbieter ist, streiten AMD und Intel um Marktanteile um CPU-basierte KI-Prozessoren, neben einer ganzen Reihe weiterer Anbieter.
Vielversprechende Erholung bereits angelaufen
Übergeordnet befindet sich Qualcomm trotz der hohen Volatilität, welche das Spannungsfeld zwischen hoher Zyklusabhängigkeit auf der einen Seite und KI-Fantasie auf der anderen Seite widerspiegelt, in einem mehrjährigen Aufwärtstrend. Nach einer Übertreibungsphase im Mai und Juni (angezeigt durch überkaufte Zustände in RSI und MACD) korrigierte die Aktie ausgehend von Allzeithochs bei knapp 260 US-Dollar, erholt sich seit Ende Juli jedoch wieder.
Nach überverkauften Zuständen im Relative-Stärke-Index (RSI) konnten die Käuferinnen und Käufer eine Gegenbewegung einleiten, die zur Bildung eines Aufwärtstrendkanals mit einer Breite von etwa 20 US-Dollar geführt hat. Mit dessen Hilfe konnten vor Kurzem die gleitenden Durchschnitte zurückerobert werden, was für erste prozyklische Kaufsignale gesorgt hat.
Die werden von steigenden technischen Indikatoren begleitet, was sich in der Regel für die Nachhaltigkeit eines Trends verbürgt. Neben dem RSI macht jetzt auch der Trendstärkeindikator MACD einen guten Eindruck. Der zeigt oberhalb der Nulllinie nicht nur einen Aufwärtstrend der Aktie an, sondern deutet auch auf eine Beschleunigung der Trenddynamik hin. Dazu passt, dass Qualcomm mit einem Plus von 4,3 Prozent am Dienstag einen starken Handelstag erwischt hat und über den Widerstandsbereich bei 180 US-Dollar klettern konnte.
Trendbeschleunigung zeichnet sich ab
Zwar besteht mit Blick auf die vergangenen Monate auch die Gefahr einer sogenannten Bärenflagge, welche ein Trendfortsetzungssignal zugunsten weiterer Verluste wäre, doch ein Ausbruch zur Oberseite ist angesichts der neuen technischen Stärke gegenwärtig sehr viel wahrscheinlicher als ein Ausbruch aus dem Aufwärtstrendkanal nach unten. Sollte Qualcomm die Oberkante bei etwa 195 US-Dollar durchbrechen, könnte die Aktie vor einem raschen Anstieg in Richtung der Jahreshochs stehen.
Dieses bullishe Setup neutralisieren würde hingegen ein Unterschreiten der gleitenden Durchschnitte zwischen um 168/169 US-Dollar sowie Notierungen nachhaltig (also mindestens auf Wochenschlusskursbasis) unter 160 US-Dollar. Hierfür gibt es derzeit jedoch keine Anzeichen.

wallstreetONLINE Redaktion251.635.000.000 $ Schulden
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Fazit: Attraktive Bewertung, neue Partnerschaften
Gegenüber dem Branchendurchschnitt bietet Qualcomm auch nach den jüngsten Erholungsgewinnen eine sehr vorteilhafte Unternehmensbewertung. Das KGVe 2026 liegt mit 17,2 um 22,5 Prozent unter dem Branchenmittel von 22,2. Ähnlich hohe Abschläge liegen auch beim Kurs-Cashflow-Verhältnis vor, wo ein Vielfaches von 15,5 zu Buche steht.
Darüber hinaus bietet Qualcomm mit rund 2,0 Prozent eine überdurchschnittlich hohe Dividendenrendite. Das macht die Aktie zu einem attraktiven Gesamtpaket – vor allem, wenn das Unternehmen bei Halbleiterprodukten für Rechenzentren wie geplant liefern kann.
Einen ersten großen Schritt in diese Richtung hat der Konzern bereits in der vergangenen Woche gemacht, als Qualcomm eine Partnerschaft mit Amazon bekannt gegeben hat, um bei der Entwicklung von KI-Infrastruktur der nächsten Generation zusammenzuarbeiten. Mehr solcher Deals und Qualcomm dürfte sich weiter schneller als der Rest der Branche erholen.
Autor: Max Gross, wallstreetONLINE Redaktion


