Trump fordert 1% Zinsen!
Fed erhöht Zinsen, Börsen atmen auf, Ölpreis fällt
Die US-Notenbank erhöht den Leitzins erstmals seit drei Jahren, und das sogar einstimmig! Die Prognosen der Notenbanker fallen deutlich straffer aus als noch im Sommer und dürften Donald Trump kaum gefallen.
- Fed hebt Leitzins einstimmig auf bis zu 4 Prozent
- Börsen und Anleihen legen zu, Ölpreis gibt nach
- 16 von 18 Fed-Mitgliedern erwarten weitere Schritte
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Die US-Notenbank Fed hat ihren Leitzins um einen Viertelprozentpunkt angehoben. Damit liegt die neue Zielspanne bei 3,75 bis 4,00 Prozent. Der Schritt selbst kam für die Finanzmärkte nicht überraschend, er war im Vorfeld bereits eingepreist.
Nach der Entscheidung der Fed zogen die US-Börsen an, während auch Staatsanleihen zulegten und der Ölpreis nachgab, was die Hoffnung nährt, dass sich die Inflation doch noch eindämmen lässt. Futures auf den S&P 500 stiegen um 0,7 Prozent, jene auf den Nasdaq 100 um 0,8 Prozent.
Brent-Öl steuerte auf den zweiten Verlusttag in Folge zu, den ersten in diesem Monat, und notierte gut 1 Prozent niedriger bei unter 105 US-Dollar je Barrel. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen gab um vier Basispunkte auf 4,99 Prozent nach, der US-Dollar zeigte sich kaum verändert, Gold steuerte auf sein erstes Wochenplus zu.
Mit der Zinsentscheidung im Rücken richtet sich der Blick der Märkte nun darauf, wie es weitergeht. Die Kombination aus Zinserhöhung und dem Signal, die Inflation entschlossen bekämpfen zu wollen, hat etwas Druck aus dem Markt genommen, zusätzlich befeuert durch die fallenden Ölpreise.
Bemerkenswert ist, wie die Entscheidung im Offenmarktausschuss zustande kam: Zum ersten Mal unter der Leitung von Kevin Warsh stimmte das komplette Gremium geschlossen für die Erhöhung. Warsh hatte im Mai die Führung der Notenbank übernommen, nachdem ihn Donald Trump mit der Erwartung ins Amt gehoben hatte, die Zinsen eher zu senken als zu erhöhen. Mit der einstimmigen Entscheidung setzt die Fed nun ein Zeichen der Geschlossenheit, das dem Präsidenten kaum gefallen dürfte.
Deutlich verändert haben sich die Zinsprognosen der Notenbanker, die sogenannten Dots. Von den 18 Mitgliedern rechnen inzwischen 16 mit mindestens einer weiteren Zinserhöhung bis zum Jahresende. Vier von ihnen gehen sogar von zwei weiteren Schritten aus, zuvor hatte dies nur ein einziges Mitglied erwartet.
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Lediglich zwei Notenbanker sehen die Zinsen auf dem aktuellen Niveau verharren. Zum Vergleich: Im Juni war noch die Hälfte des Gremiums von stabilen oder sogar sinkenden Zinsen ausgegangen. Warsh selbst reichte offenbar erneut keine eigene Prognose ein.
Autor: Julian Schick, wallstreetONLINE Redaktion

