BYD gibt Gas
Fluten bald chinesische Billig-SUVs die Straßen?
BYD ist nicht nur in China auf der Überholspur. Derzeit greift der chinesische Automobilhersteller auch in Europa an – mit Folgen für VW und Co.
- BYD setzt Europas Autobranche preislich unter Druck
- BYD erreicht 172.000 Neuzulassungen in Europa
- Europas Autobranche kämpft gegen Kosten und Konkurrenz
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Der SUV Seal U DM-i von BYD ist inklusive Herstellerrabatten und staatlicher Kaufprämien in Deutschland bereits ab 29.500 Euro erhältlich – deutlich unter dem Listenpreis von rund 45.000 Euro. Ein VW Tiguan mit vergleichbarem Antrieb kann mehrere Tausend Euro mehr kosten. Dieses BYD-Modell ist der meistverkaufte Plug-in-Hybrid in Europa und auch in Deutschland.
Es sind düstere Zeiten für die europäische Autoindustrie. Stellenstreichungen häufen sich: Volkswagen baut 100.000 Stellen ab, Jaguar Land Rover Automotive Plc reduziert seine Belegschaft um rund 10 Prozent. In den Abwärtstrudel geraten auch die Automobilzulieferer. Die sind am Mittwoch auf die sprichwörtlichen Barrikaden gegangen: Arbeitnehmervertreter des weltgrößten Zulieferes Bosch fordern eine umfassende Taskforce zur Rettung der europäischen Autoindustrie.
Die Schwierigkeiten der Branche sind vielfältig: Überhöhte Kosten, nicht wettbewerbsfähige Produkte, sinkende Nachfrage in China und Donald Trumps Handelskrieg: all das belastet die Rentabilität.
Zudem steigen die Verkaufszahlen chinesischer Marken rasant, was die etablierten Hersteller zwingen wird, die Preise zu senken oder Marktanteile zu verlieren.
Bisherige Versuche Brüssels, diese Importe einzudämmen, sind gescheitert. Solange Peking seine massiven Handelsungleichgewichte nicht reduziert, werden die Regierungen hierzulande den heimischen Autoherstellern mehr Schutz gewähren müssen. Und sie müssen dringend handeln – solange dieser Kontinent noch eine Autoindustrie zu retten hat.
Denn das Wachstum von BYD lässt sich besonders gut an der Zahl der Neuzulassungen in Europa ablesen. Hier hat der chinesische Autohersteller bereits Tesla eingeholt. Im ersten Halbjahr 2026 schlagen für BYD 172.000 Neuzulassungen zu Buche, wie Daten von ACEA zeigen (European Automobile Manufacturers' Association).
Gegenüber dem Vorjahr hat BYD seinen Absatz um 145,5 Prozent gesteigert. Auch der chinesische Autohersteller Chery kann Fuß fassen: Das Unternehmen kommt bereits auf 155.800 Fahrzeuge und wächst um rund 305 Prozent auf Jahressicht; SAIC Motors kam sogar auf 180.659 Neuzulassungen.
Damit sind chinesische Automobilhersteller keine Randerscheinung im europäischen Markt mehr. Auch, wenn die Gesamtmarke Volkswagen auf insgesamt 1.849 Millionen Neuzulassungen im gleichen Zeitraum kommt. Denn zugleich verkaufen die deutschen Automobilherseller ungleich weniger Fahrzeuge auf dem chinesischen Automarkt. So hat die Volkswagen Group in China rund 26 Prozent weniger Autos verkauft, als im Vorjahr.
Daher auch die aktuelle Forderung von Bosch: Wer Zugang zum europäischen Markt will, muss hier zu fairen Bedingungen produzieren.
Autor: Krischan Orth, wallstreetONLINE Redaktion

