Apple vor Siri-Problem in der EU – und mit iPhone-Chance in Indien
**Apple zwischen KI-Bremse in Europa, Wachstum in Indien und robuster iPhone-Nachfrage**
Apple bringt mit iOS 27.0 sowie parallelen Updates für iPad, Mac und Apple Watch ein umfassendes Softwarepaket auf den Markt. Die neuen Versionen versprechen spürbare Leistungsverbesserungen und zahlreiche Weiterentwicklungen. Im Mittelpunkt steht jedoch die überarbeitete Siri, die auf künstlicher Intelligenz basiert. Für Nutzer in der Europäischen Union bleibt sie auf iPhone, iPad und Apple Watch vorerst vollständig gesperrt.
Hintergrund ist ein ungelöster Konflikt mit dem Digital Markets Act (DMA). Die EU verpflichtet große Plattformbetreiber dazu, zentrale Schnittstellen für externe Anbieter zu öffnen. Da Siri tief in die Betriebssysteme integriert ist und auf App- sowie Nutzerdaten über mehrere Geräte hinweg zugreift, könnte Apple nach Einschätzung der EU auch konkurrierenden KI-Diensten wie ChatGPT, Google Gemini oder Anthropic Claude vergleichbare Zugriffsrechte einräumen müssen. Apple lehnt dies bislang mit Verweis auf Sicherheits- und Datenschutzrisiken ab. Einen Zeitplan für die Freischaltung in der EU nennt der Konzern nicht.
Auf dem Mac ist die neue Siri-Version verfügbar, allerdings zunächst nur bei englischer System- und Siri-Sprache. Eine deutsche Variante fehlt. Die übrigen Neuerungen, darunter bereits bekannte KI-Funktionen wie Image Playground, können EU-Nutzer ohne Einschränkungen verwenden. Während Google sein Android-System bereits für externe KI-Anbieter öffnen musste, verzichtet Apple auf einen Start des Siri-Upgrades auf europäischen Mobilgeräten. macOS gilt nicht als Gatekeeper-System und ist deshalb von den entsprechenden Vorgaben weniger stark betroffen.
Parallel dazu eröffnet Apple offenbar einen neuen Wachstumsmarkt. Reuters zufolge plant der Konzern bereits im kommenden Monat den Start von Apple Pay in Indien, zunächst gemeinsam mit der Axis Bank. Gespräche mit HDFC Bank und ICICI Bank sollen laufen. Indien ist für Apple strategisch bedeutend: Der iPhone-Marktanteil hat sich seit 2022 auf rund acht Prozent verdoppelt. Allerdings dominiert das staatlich unterstützte Zahlungssystem UPI rund 84 Prozent des digitalen Zahlungsvolumens. Apple Pay setzt dagegen auf tokenisierte Kreditkartenzahlungen und biometrische Authentifizierung. Eine regulatorische Anpassung der indischen Zentralbank hat den Markteintritt erleichtert.
Auch die Analysten bleiben zuversichtlich. JPMorgan bestätigte die Einstufung „Overweight“ und ein Kursziel von 340 US-Dollar. Längere Lieferzeiten für neue iPhone-Modelle, insbesondere die Pro-Variante, sprechen nach Einschätzung der Bank für eine solide Nachfrage und dämpfen Sorgen über die weitere Geschäftsentwicklung.
Die Apple Aktie wird zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Nachricht mit einem Minus von -0,26 % und einem Kurs von 336,1USD auf Nasdaq (19. September 2026, 02:00 Uhr) gehandelt.
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