SAP kauft Aktien zurück: Chef Klein setzt auf Reformen und KI
**SAP kauft weitere Aktien zurück – Konzernchef fordert Reformen und wirbt für KI-Strategie**
Die SAP SE hat im Rahmen ihres laufenden Aktienrückkaufprogramms in der vergangenen Woche weitere 50.000 eigene Aktien erworben. Wie der Walldorfer Softwarekonzern am 19. September mitteilte, erfolgten die Käufe zwischen dem 14. und 18. September über die Handelsplattform Xetra. Der durchschnittliche Rückkaufkurs lag bei 185,57 Euro. Dafür wandte SAP insgesamt 9,28 Millionen Euro auf, ohne Erwerbsnebenkosten.
An jedem Handelstag wurden jeweils 10.000 Aktien gekauft. Die Kurse bewegten sich zwischen 185,04 Euro am Montag und 187,08 Euro am Donnerstag. Seit dem Start des aktuellen Programms hat SAP damit insgesamt 8.305.886 eigene Aktien zurückgekauft. Die detaillierte Aufstellung der Einzeltransaktionen veröffentlicht das Unternehmen auf seiner Investorenseite.
Der Rückkauf erfolgt auf Grundlage der europäischen Marktmissbrauchsverordnung und der entsprechenden Delegierten Verordnung. Aktienrückkäufe können unter anderem dazu dienen, überschüssige Liquidität an die Aktionäre zurückzugeben, die Zahl der ausstehenden Aktien zu reduzieren oder Papiere für aktienbasierte Vergütungsprogramme bereitzustellen. Eine unmittelbare Aussage über die künftige Kursentwicklung lässt sich daraus jedoch nicht ableiten.
Parallel sorgt ein Interview von SAP-Chef Christian Klein für Aufmerksamkeit. Der Vorstandsvorsitzende äußerte sich zurückhaltend zur politischen Krise der Bundesregierung unter Kanzler Friedrich Merz. Ein Wechsel an der Regierungsspitze werde die Probleme der Koalition aus seiner Sicht nicht automatisch lösen. Entscheidend sei vielmehr, dass die Regierung Reformen klar erkläre und die Bevölkerung mitnehme. Ein erneutes Infragestellen bereits beschlossener Maßnahmen würde die Glaubwürdigkeit der Bundesregierung beschädigen, sagte Klein.
Der SAP-Chef forderte weniger Bürokratie, schnellere Digitalisierung und eine klare Strategie für Einwanderung und Wirtschaftswachstum. Auch beim Kündigungsschutz sprach er sich für mehr Flexibilität aus, insbesondere bei Beschäftigten mit sehr hohen Einkommen. Deutschland müsse seine Sozialsysteme reformieren, zugleich aber seine bestehenden Stärken bewahren.
Für SAP selbst sieht Klein erhebliches Potenzial im Geschäft mit künstlicher Intelligenz. Der Konzern richtet sein Angebot derzeit stärker auf KI-Produkte aus, nachdem in den vergangenen Jahren die Umstellung auf Cloudsoftware vorangetrieben worden war. Im Geschäftsjahr 2025 stieg der Umsatz um acht Prozent auf 36,8 Milliarden Euro, der Nettogewinn erreichte 7,5 Milliarden Euro.
In Anlegerkreisen wird zugleich diskutiert, ob der KI-Boom SAP gegenüber Infrastruktur-Anbietern wie Oracle begünstigt. Befürworter der SAP-These verweisen darauf, dass der Konzern tief in Geschäftsprozesse und Unternehmensdaten eingebunden ist und dadurch von KI profitieren könnte, ohne ähnlich hohe Infrastrukturinvestitionen tätigen zu müssen. SAP wuchs zuletzt im Cloud-ERP-Geschäft währungsbereinigt um 27 Prozent, der gesamte Cloud-Umsatz legte um 24 Prozent zu. Die Diskussion bleibt angesichts der hohen Volatilität der Aktie jedoch von Unsicherheit geprägt.
Die SAP Aktie wird zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Nachricht mit einem Minus von -1,98 % und einem Kurs von 182,9EUR auf Tradegate (18. September 2026, 22:25 Uhr) gehandelt.
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