RTL und Sky streichen 500 Jobs: Was hinter dem Stellenabbau steckt
**RTL und Sky planen Abbau von rund 500 Stellen**
Der Zusammenschluss von RTL Deutschland und Sky wird bis Ende 2027 voraussichtlich den Abbau von rund 500 Arbeitsplätzen zur Folge haben. Der überwiegende Teil der Stellen soll bereits im kommenden Jahr entfallen, teilte RTL mit. Zuvor hatte die „Bild“-Zeitung über die geplanten Einschnitte berichtet. Wie sich der Abbau konkret auf RTL und Sky verteilt, ließ das Unternehmen zunächst offen.
RTL betont, dass die Maßnahmen sozialverträglich umgesetzt werden sollen. Die Geschäftsleitungen wollen dabei eng mit den zuständigen Betriebsräten zusammenarbeiten. Nach Angaben des Unternehmens sollen unter anderem auslaufende Verträge nicht verlängert und frei werdende Stellen nicht neu besetzt werden. Betriebsbedingte Kündigungen sollen auf diese Weise möglichst vermieden werden.
Bei RTL Deutschland arbeiten derzeit 5.326 Menschen, bei Sky sind es 2.170 Beschäftigte. Der angekündigte Stellenabbau entspricht damit einem spürbaren Einschnitt in der gemeinsamen Belegschaft. Er kommt zudem zu bereits laufenden Sparprogrammen hinzu. RTL Deutschland hatte Ende vergangenen Jahres im Zuge einer Neustrukturierung den Abbau von rund 600 Stellen angekündigt. Als Gründe nannte das Unternehmen damals den tiefgreifenden Wandel im Medienmarkt, die schwache Konjunktur und die rückläufigen TV-Werbemärkte.
Mit der Übernahme von Sky Deutschland will die RTL Group ihre Position im Fernseh- und Streaminggeschäft stärken. Besonders das Abonnementgeschäft soll ausgebaut und die Abhängigkeit von klassischen Werbeerlösen reduziert werden. Sky bringt vor allem Erfahrung im Bezahlfernsehen sowie seine Streamingplattform Wow in den Zusammenschluss ein. Zu RTL Deutschland gehören unter anderem die Sender RTL, Vox und ntv sowie der Streamingdienst RTL+.
Innerhalb von drei Jahren sollen durch die Integration jährliche Synergien von 250 Millionen Euro entstehen. Der größte Teil dieser Einsparungen soll laut RTL durch eine Optimierung der Inhalte- und Sachkosten erzielt werden. Zusätzlich sollen Doppelstrukturen abgebaut, Verantwortlichkeiten gebündelt und Entscheidungsprozesse effizienter gestaltet werden.
RTL und Sky investieren zusammen rund 2,5 Milliarden Euro pro Jahr in Inhalte. Bertelsmann-Chef Thomas Rabe hatte bereits vor Abschluss der Übernahme angekündigt, die Programminvestitionen künftig über mehrere Plattformen hinweg auszuspielen. Ziel ist es, Inhalte von RTL, RTL+ und Sky stärker gemeinsam zu vermarkten und zu nutzen.
Der Deutsche Journalisten-Verband kritisierte den Stellenabbau scharf. DJV-Bundesvorsitzender Mika Beuster warnte vor einem Verlust journalistischer Kompetenz und bezeichnete die angekündigten Synergien als „verlorene Arbeitsplätze“ für die Beschäftigten. Der Zusammenschluss steht damit nicht nur unter wirtschaftlichem, sondern auch unter publizistischem Rechtfertigungsdruck.
Die RTL Group Aktie wird zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Nachricht mit einem Minus von -1,72 % und einem Kurs von 31,50EUR auf Tradegate (18. September 2026, 22:25 Uhr) gehandelt.
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