Euro stabilisiert sich – doch die Fed-Zinswende belastet weiter
**Euro stabilisiert sich nach Fed-Entscheidung auf niedrigerem Niveau**
Der Euro hat sich am Freitag nach den deutlichen Verlusten zur Wochenmitte weiter stabilisiert. Im New Yorker Handel kostete die Gemeinschaftswährung zuletzt 1,1482 US-Dollar. Zuvor hatte die Europäische Zentralbank (EZB) den Referenzkurs auf 1,1460 Dollar festgesetzt. Am Donnerstag hatte der Kurs noch bei 1,1481 Dollar gelegen. Der Dollar kostete damit 0,8726 Euro, nach 0,8710 Euro am Vortag.
Damit bewegte sich der Euro weiterhin auf einem niedrigeren Niveau als vor der jüngsten Zinsentscheidung der US-Notenbank Federal Reserve. Die Fed hatte am Mittwoch ihren Leitzins erstmals seit dem Sommer 2023 angehoben. Der Zinssatz stieg um 0,25 Prozentpunkte auf eine Spanne von 3,75 bis 4,00 Prozent. Zudem signalisierten die Mitglieder des geldpolitischen Ausschusses angesichts des anhaltenden Inflationsdrucks mindestens eine weitere Anhebung um 0,25 Prozentpunkte bis zum Jahresende.
Die Entscheidung kam trotz des politischen Drucks aus Washington. US-Präsident Donald Trump hatte wiederholt eine Zinssenkung gefordert. Die Fed stimmte jedoch überraschend einstimmig für die Anhebung. Analysten der Landesbank Hessen-Thüringen werteten dies als positives Signal. Die US-Währungshüter hätten damit ihre Entschlossenheit und insbesondere ihre Unabhängigkeit gegenüber der US-Regierung unterstrichen.
Die Zinspolitik beiderseits des Atlantiks dürfte das Geschehen am Devisenmarkt auch in den kommenden Wochen bestimmen. Finanzmarktindikatoren deuten sowohl in den USA als auch in der Eurozone auf weitere Leitzinsanhebungen bis zum Jahresende hin. Hintergrund ist der anhaltende Inflationsdruck, der durch die Folgen des Iran-Kriegs und den damit verbundenen Ölpreisschock verstärkt wird.
Eine von der EZB in Auftrag gegebene Umfrage zeigt, dass Verbraucher im Euroraum mit einer länger anhaltenden hohen Inflation rechnen. Steigende Energiepreise könnten damit die Erwartungen an die Geldpolitik weiter beeinflussen. Höhere Zinsen stützen grundsätzlich die jeweilige Währung, weil Anlagen im betreffenden Währungsraum attraktiver werden. Zugleich erhöhen sie jedoch die Belastungen für Unternehmen und private Haushalte und können das Wirtschaftswachstum dämpfen.
Neben den geldpolitischen Signalen richteten Anleger ihre Aufmerksamkeit auf neue Konjunkturdaten, insbesondere aus den USA. Im Fokus standen unter anderem die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe, die bislang keine deutliche Schwäche am US-Arbeitsmarkt erkennen ließen. Gegenüber weiteren wichtigen Währungen notierte der Euro zuletzt bei 0,85880 britischen Pfund, 180,94 japanischen Yen und 0,9462 Schweizer Franken.
Die Währung EUR/USD wird zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Nachricht mit einem Plus von 0,00 % und einem Kurs von 1,149USD auf Forex (20. September 2026, 02:33 Uhr) gehandelt.
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