Dividenden-Radar
Kanadas BMO zahlt seit fast 200 Jahren verlässlich Dividenden
Die Bank of Montreal zahlt seit fast 200 Jahren Dividenden. Keine Finanzkrise, kein Börsencrash und keine Rezession konnten die Ausschüttung stoppen. Nur ein Unternehmen kann das toppen.
- BMO zahlt seit 1829 durchgehend Dividenden
- Bank of Montreal stärkt ihr US-Geschäft deutlich
- Die Aktie bietet Stabilität statt hoher Rendite
- Report: KI-Euphorie kippt - Bei diesen 5 Aktien droht der Crash!
Nachdem wir uns in der vergangenen Woche mit der UPS ein Unternehmen mit sicheren Dividendenausschüttungen seit 27 Jahren angesehen haben, setzen wir heute noch 170 Jahre darauf und wollen das Unternehmen genauer ansehen, das nach The York Water Company die zweitlängste Dividendenhistorie der Welt vorzuweisen hat – die kanadische Bank of Montreal (BMO). Die Großbank ist zwar keine Rendite-Rakete, punktet dafür aber mit einer ganz außergewöhnlichen Beständigkeit.
Die Bank of Montreal wurde 1817 gegründet und ist damit Kanadas älteste Bank. Heute gehört sie zu den sechs großen kanadischen Finanzinstituten und zählt zu den größten Banken des Landes. Bis zur Gründung der Bank of Canada im Jahr 1934 übernahm BMO teilweise Aufgaben einer Zentralbank und spielte eine wichtige Rolle beim Aufbau der kanadischen Wirtschaft. In den 1880er Jahren finanzierte das Institut maßgeblich den Bau der Canadian Pacific Railway, der ersten transkontinentalen Eisenbahn Kanadas, und trug damit zur wirtschaftlichen Verbindung der weit entfernten Regionen des Landes bei.
Auch international war BMO früh aktiv: Als erste kanadische Bank eröffnete sie eine Niederlassung in Europa und entwickelte sich zu einem bedeutenden Finanzkonzern mit heute mehr als 1.100 Filialen weltweit. Eine wichtige strategische Veränderung war die Übernahme von Bank of the West von BNP Paribas. Für rund 13,8 Milliarden US-Dollar stärkte BMO damit ihre Präsenz auf dem US-Markt erheblich. Der Kauf machte die Bank zu einem deutlich größeren Player in Nordamerika.
Das Geschäftsmodell basiert auf drei Säulen: Einem Privat- und Firmenkundengeschäft für Privatkunden und kleine und mittelständische Unternehmen, die dort Kredite, Konten und Finanzdienstleistungen beziehen. Ein zweites wichtiges Standbein ist die Vermögensverwaltung für private Anleger, institutionelle Investoren und Unternehmen. Und BMO Capital Markets, der Investmentbank, die Unternehmen bei Finanzierungen, Fusionen und Übernahmen begleitet und im Handel mit Wertpapieren aktiv ist.
Historie: Dividende seit 1829 – fast 200 Jahre ohne Unterbrechung
Die große Besonderheit der Bank of Montreal liegt in ihrer Dividendenhistorie. Die erste Dividende wurde bereits im Jahr 1829 ausgeschüttet. Seitdem hat das Unternehmen seine Aktionäre über nahezu zwei Jahrhunderte regelmäßig am Gewinn beteiligt. Diese Zeitspanne umfasst einige der größten Krisen der Finanzgeschichte, die Bankenkrisen des 19. Jahrhunderts, die Weltwirtschaftskrise der 1930er Jahre, zwei Weltkriege, die Ölkrisen der 1970er Jahre, die Technologieblase, die globale Finanzkrise 2008 und die Corona-Pandemie.
Während zahlreiche Unternehmen in diesen Phasen Dividenden kürzen oder komplett streichen mussten, blieb BMO ihrer Ausschüttungspolitik treu. Seit mehr als 70 Jahren wurde die reguläre Ausschüttung nicht mehr gesenkt. Natürlich bedeutet eine lange Dividendenhistorie nicht automatisch, dass zukünftige Dividenden garantiert sind. Gerade Banken hängen stark von Konjunktur, Kreditqualität und regulatorischen Vorgaben ab. Die Vergangenheit zeigt aber, dass BMO über viele unterschiedliche wirtschaftliche Zyklen hinweg außergewöhnlich widerstandsfähig geblieben ist.
Die Dividende
Aktuell zahlt die kanadische Großbank eine Quartalsdividende von 1,71 kanadischen Dollar (CAD) je Aktie. Die jüngste Ausschüttung erfolgte Ende August 2026, für die nächste Zahlung Ende November wurde bereits erneut eine Dividende in gleicher Höhe angekündigt. Für das Geschäftsjahr 2025/26 entspricht dies einer Ausschüttung von 6,76 CAD je Aktie. Bei einem Aktienkurs von 244,31 CAD ergibt sich daraus eine Dividendenrendite von 2,77 Prozent. Für das Geschäftsjahr 2026/27 ab dem 1. November werden Ausschüttungen von 6,97 CAD vorausgesagt, was 2,85 Prozent Rendite entspricht. BMO hat die Ausschüttungen zuletzt immer zweimal jährlich erhöht: Mitte und Ende des Jahres.
Die langfristigen Aussichten für die Dividende hängen vor allem davon ab, ob BMO ihre Gewinne weiter steigern kann. Die Ausgangslage ist grundsätzlich solide: Die Bank profitiert von ihrer starken Marktposition in Kanada und mehreren Ertragssäulen außerhalb des klassischen Kreditgeschäfts. Mit der Übernahme von Bank of the West hat BMO die Präsenz in den USA ausgeweitet und sich zusätzliche Wachstumsmöglichkeiten eröffnet. Besonders das Firmenkundengeschäft sowie die Vermögensverwaltung könnten langfristig zu steigenden Erträgen beitragen. Zuletzt wurden 56 Prozent des Gewinns ausgeschüttet, das ist nicht wenig, aber auch nicht zu viel für eine Bank mit verlässlichen Einnahmen.
Im dritten Geschäftsquartal bis zum 31. Juli erzielte BMO einen bereinigten Gewinn von 3,96 CAD je Aktie und übertraf damit die Analystenerwartungen von 3,76 CAD. Besonders stark entwickelte sich das Kapitalmarktgeschäft: Der bereinigte Gewinn dieser Sparte legte um 45 Prozent zu, unterstützt durch höhere Gebühreneinnahmen und geringere Rückstellungen für Kreditausfälle. Auch das US-Bankgeschäft, das durch die Übernahme von Bank of the West deutlich an Bedeutung gewonnen hat, konnte den bereinigten Gewinn um 11 Prozent steigern. Das kanadische Privat- und Firmenkundengeschäft wuchs um 15 Prozent. Die Ergebnisse zeigen, dass BMO trotz der wirtschaftlichen Unsicherheiten ihre Ertragskraft bewahren kann. Gleichzeitig profitiert die Bank davon, dass sie in den vergangenen Jahren vorsorglich hohe Rückstellungen für mögliche Kreditausfälle gebildet hat. Da sich die Kreditqualität bislang stabil entwickelt, konnten diese Belastungen zuletzt begrenzt werden. Das ist eine wichtige Voraussetzung dafür, dass BMO ihre jahrzehntelange Dividendenpolitik fortsetzen kann.
Zwei der größten Banken Kanadas hatten wir bereits im Dividenden-Radar: Bank of Nova Scotia (oder Scotiabank), die über eine ähnlich lange Dividendenhistorie (193 Jahre) verfügen wie BMO und die Royal Bank of Canada (RBC) mit 155 Jahren. RBC (hier im Radar), die größte kanadische Bank, die über eine besonders starke Marktposition verfügt, kommt aktuell auf 2,47 Prozent Rendite, während Scotiabank (hier im Radar) mit 3,46 Prozent glänzt. Alle drei kanadischen Banken sind sehr gut gelaufen in den vergangenen 12 Monaten.
Analysten betrachten BMO überwiegend als solide Qualitätsbank. Im Mittelpunkt stehen weniger spektakuläre Gewinnsprünge, sondern die Kombination aus stabiler Bilanz, nordamerikanischer Präsenz und verlässlicher Kapitalrückführung. Positiv bewertet wird vor allem die stärkere Positionierung in den USA. Kritischer sehen einige Marktbeobachter die hohe Bewertung im Vergleich zu schwächeren Banken sowie die Risiken aus dem kanadischen Immobilienmarkt. Im Schnitt raten die 15 von MarketScreener erfassten Experten zum Halten der Aktie. Ihr mittleres Kursziel von 254,57 CAD entspricht einem Aufwärtspotenzial von 4,2 Prozent. Im laufenden Jahr hat sich die Aktie hervorragend entwickelt und knapp 35 Prozent zugelegt.
Fazit: Eine Dividenden-Zeitmaschine aus Kanada
Die Bank of Montreal ist keine Aktie für Anleger, die auf die höchste Dividendenrendite aus sind. Dafür gibt es andere Werte, vor allem Verlässlichkeit und Sicherheit. Fast 200 Jahre Dividendenzahlungen sind ein außergewöhnlicher Beleg dafür, dass das Geschäftsmodell zahlreiche Krisen überstanden hat. Für langfristig orientierte Anleger kann die Aktie deshalb ein interessanter Stabilitätsanker im Dividenden-Depot sein.
Dividendenanleger sollten allerdings nicht nur auf die Rendite schauen, sondern auch auf die langfristigen Erhöhungen der Ausschüttungen und ihre Sicherheit. BMO hat die Dividenden in den vergangenen zehn Jahren im Schnitt um 7,4 Prozent pro Jahr angehoben. Innerhalb von 10 Jahren wurden die Ausschüttungen dadurch mehr als verdoppelt.
Beispielrechnung: 12.000 Euro passives Einkommen pro Jahr
Wer mit der Aktie von BMO auf jährliche Dividendeneinnahmen von 12.000 Euro, beziehungsweise 1.000 Euro monatlich kommen will, benötigt dafür rund 2.800 Titel der Bank. Bei einem aktuellen Kurs von 244,31 CAD entspricht das einem Kapitaleinsatz von rund 425.000 Euro.
Zum Vergleich: Bei UPS im Radar der vergangenen Woche waren es bei 6,5 Prozent Dividendenrendite noch 183.000 Euro und bei der hochriskanten International Seaways in der Woche davor mit ihren 20 Prozent Rendite lediglich 62.000 Euro. Eine der niedrigsten Summen überhaupt unter den mehr als 130 Werten, die wir bislang im Radar hatten. York Water (hier im Radar), der älteste Dividendenzahler der Welt, kommt auf 2,79 Prozent Rendite und eine geringfügig höhere Investitionssumme als BMO, nämlich 433.000 Euro. Und die BMO-Konkurrenten RBC und Scotiabank auf 482.000 Euro beziehungsweise 342.000 Euro.
Steuern: Kanada steuerlich vergleichbar mit den USA
Für deutsche Anleger unterscheidet sich die steuerliche Behandlung kanadischer Dividenden kaum von US-Aktien. Kanada erhebt zunächst 25 Prozent Quellensteuer, die aufgrund des Doppelbesteuerungsabkommens mit Deutschland auf 15 Prozent reduziert werden kann. Diese 15 Prozent werden auf die deutsche Kapitalertragsteuer angerechnet. Damit ergibt sich für Anleger ohne Kirchensteuer eine Gesamtbelastung von rund 26,375 Prozent, ähnlich wie bei Dividenden aus den USA oder Deutschland.
Übersicht zur Dividende von Bank of Montreal
Marktkapitalisierung: 169,8 Milliarden CAD (105,6 Milliarden Euro)
Dividendenrendite für 2025/26: 2,7 % für 2026/27e: 2,85e %
Dividende erhöht: 5 Jahre in Folge (seit die Beschränkungen der Zentralbank nach der Corona-Krise aufgehoben wurden)
Dividende nicht gesenkt: je nach Quelle seit 1933 oder 1952
Dividende kontinuierlich ausgeschüttet: 197 Jahre
Frequenz: viermal jährlich, gewöhnlich Februar, Mai, August und November
Zeitplan
25.08.2026: Dividendenvorschlag
30.10.2026: Ex-Tag/Record Date (Aktie muss am Tag davor gekauft werden, um dividendenberechtigt zu sein)
26.11.2026: Auszahlung
| Geschäftsjahr |
Dividendenrendite in %** |
Dividende in CAD |
|---|---|---|
| 2027/28e | 3,15e | 7,68e |
| 2026/27e | 2,85e | 6,97e |
| 2025/26 | 2,77 | 6,76 |
| 2024/25 | 3,70 | 6,44 |
| 2023/24 | 4,82 | 6,12 |
| 2022/23 | 5,54 | 5,80 |
| 2021/22 | 4,34 | 5,44 |
| 2020/21 | 3,16 | 4,24 |
* Quellen: BMO, FactSet, wallstreetONLINE.
** Zur Errechnung der Dividendenrendite wurde der Schlusskurs am 31. Oktober genommen, an dem das Geschäftsjahr bei BMO endet, beziehungsweise ab 2026 der aktuelle Kurs.
Die optimale Dividendenstrategie
Eine optimale langfristige Dividendenstrategie hängt von verschiedenen Faktoren ab, darunter dem individuellen Risikoprofil, den Anlagezielen und der finanziellen Situation. Hier sind jedoch einige allgemeine Prinzipien, die empfohlen werden können:
Diversifikation: Investieren Sie in eine breite Palette von Unternehmen und Sektoren, um das Risiko zu streuen. Diversifikation kann helfen, das Portfoliorisiko zu mindern, da nicht alle Sektoren gleichzeitig von Marktschwankungen betroffen sind.
Qualitätsaktien wählen: Achten Sie auf Unternehmen mit einer starken Bilanz, stabilen Cashflows und einer Geschichte von zuverlässigen und wachsenden Ausschüttungen. Solche Unternehmen sind oft besser positioniert, um auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten Dividenden zu zahlen.
Reinvestition von Dividenden: Das Reinvestieren von Dividenden kann das Wachstum des Portfolios beschleunigen. Durch den Zinseszinseffekt können reinvestierte Dividenden über die Zeit einen signifikanten Beitrag zum Gesamtertrag des Portfolios leisten.
Langfristige Perspektive: Dividendenstrategien sind oft langfristig ausgerichtet. Marktschwankungen sollten daher nicht zu überstürzten Entscheidungen führen. Geduld und Beständigkeit sind Schlüssel zum Erfolg.
Steuereffizienz berücksichtigen: Die steuerliche Behandlung von Dividenden kann je nach Land und individueller Situation variieren. Es ist wichtig, Steuereffekte in die Strategie einzubeziehen.
Überwachung und Anpassung des Portfolios: Portfolios sollten regelmäßig überprüft und bei Bedarf angepasst werden, um sicherzustellen, dass es weiterhin den eigenen Anlagezielen entspricht und gut diversifiziert bleibt.
Bewertung: Achten Sie auf die Bewertung der Aktien. Hohe Dividendenrenditen sind nicht immer ein gutes Zeichen; sie können auch ein Hinweis auf Probleme im Unternehmen sein.
Verwendung von Dividendenfonds, -ETFs: Für Anleger, die nicht direkt einzelne Aktien auswählen möchten, können Dividendenfonds eine praktikable Alternative sein, da sie eine gute Möglichkeit zur Diversifikation bieten.
Fazit:
Dividendeninvestitionen können eine großartige Möglichkeit sein, ein passives Einkommen aufzubauen. Indem Sie sich auf Unternehmen mit stabiler Dividendenhistorie konzentrieren, können Sie Ihr Portfolio schrittweise ausbauen. Dabei ist natürlich immer zu beachten, dass Investitionen in Dividendenaktien – wie alle Investitionen – mit Risiken verbunden sind.
Weitere interessante Dividenden-Aktien befinden sich übrigens auch in der Dividenden-Watchlist unseres Börsenexperten Markus Weingran, dessen Börsenlounge sich täglich mit aktuellen Marktentwicklungen, Investitionstipps und Finanzthemen befasst.
Autor: Ingo Kolf, wallstreetONLINE Redaktion
Disclaimer: Ausdrücklich weist die Smartbroker AG darauf hin, dass ein Investment in Wertpapiere und sonstige Finanzinstrumente im Sinne des WpHG grundsätzlich mit erheblichen Chancen und Risiken (Preis-, Markt-, Währungs-, Volatilitäts-, Bonitäts- und sonstigen Risiken) verbunden ist und ein Totalverlust des investierten Kapitals nicht ausgeschlossen werden kann. Die Smartbroker AG empfiehlt deshalb jedem Leser sich vor einer Anlageentscheidung intensiv mit den Chancen und allen Risiken auseinander zu setzen und sich umfassend zu informieren. Sämtliche verwendeten Wertentwicklungsangaben, sei es für die Vergangenheit oder im Sinne einer Prognose bzw. Einschätzung sind kein verlässlicher Indikator für künftige Ergebnisse bzw. Wertentwicklungen. Die hier angebotenen Beiträge dienen ausschließlich der Information und stellen keine Kauf- bzw. Verkaufsempfehlungen dar. Alle Informationen sind sorgfältig zusammengetragen, haben jedoch keinen Anspruch auf Vollständigkeit und sind unverbindlich sowie ohne Gewähr. Des Weiteren dient die Bereitstellung der Information nicht als Rechtsberatung, Steuerberatung oder wertpapierbezogene Beratung und ersetzt diese nicht. Eine an den persönlichen Verhältnissen des Kunden ausgerichtete Anlageempfehlung, insbesondere in der Form einer individuellen Anlageberatung, der individuellen steuerlichen Situation und unter Einbeziehung allgemeiner sowie objektspezifischer Grundlagen, Chancen und Risiken, erfolgt ausdrücklich nicht.
