Nach massiver Prognosesenkung
Crash-Aktie Bilfinger: Jetzt fallen auch die Kursziele!
Analystinnen und Analysten reagieren auf den Crash der Bilfinger-Aktie. Nach der Prognosesenkungen werden jetzt auch die Kursziele zum Teil deutlich gesenkt.
- Bilfinger stürzt nach Prognosesenkung weiter ab
- Analysten senken Kursziele und werden vorsichtiger
- Mehrjahrestiefs erhöhen den Verkaufsdruck weiter
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Bilfinger nach massiver Prognosesenkung weiter unter Druck
Die trotz Reform- und Investitionsbemühungen weiterhin schwache Inlandskonjunktur in Deutschland hat Folgen für den im MDAX notierten Industriedienstleister Bilfinger. Dieser musste in der vergangenen Woche seine Prognose für das laufende Geschäftsjahr massiv senken – und wurde dafür mit einem Crash seiner Anteile um fast ein Viertel binnen weniger Handelstage abgestraft.
Vor allem die deutlich gesenkte EBITDA- und Cashflow-Prognose macht die Aktie jetzt deutlich weniger attraktiv als noch zuvor. Vom Optimismus, der zum Jahresbeginn noch herrschte, ist jetzt nichts mehr zu spüren, nachdem die Anteile auf den tiefsten Stand seit dem Zoll-Crash abgerutscht sind. Dementsprechend ziehen jetzt auch Analystinnen und Analysten die Reißleine.
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Analystenkonsens trübt sich ein, Kursziele zusammengestrichen
Zwar hatte die Deutsche Bank am Freitag ihre Kaufempfehlung unverändert beibehalten und lediglich ihr Kursziel von 125 auf 100 Euro gesenkt, doch die seither erfolgten Einschätzungen sind durchweg weniger zuversichtlich, was die potenziellen Erholungschancen der Bilfinger-Aktie angeht.
So hat ebenfalls noch am Freitag Bernstein seine Kaufempfehlung kassiert und sein Kursziel massiv von 105 auf 62 Euro zusammengestrichen, das entspricht einer Kürzung um 41 Prozent. Nach dem Wochenende haben jetzt auch die Schweizer Großbank UBS sowie Berenberg reagiert.
Die UBS bekräftigte wie die Deutsche Bank ihre Bewertung mit "Kaufen", senkte aber ebenfalls massiv ihr Preisziel von 102 auf 72 Euro. Analyst Olivier Calvet, der laut dem Vergleichsportal für Wall-Street-Analystinnen und -Analyst nur als durchschnittlich zuverlässiger Experte gilt, sieht die finanzielle Visibilität nach der Prognosesenkung gefährdet und sieht für einen Turnaround der Aktie eine Margenerholung innerhalb der kommenden 12 Monaten als entscheidend an.
Dem wollte sich Andreas Wolf von Berenberg, der allerdings als nicht sehr zuverlässig gilt, nicht anschließen. Er sieht in der Aktie nach wie vor eine Position zum Halten mit jetzt nur noch überschaubarem Aufwärtspotenzial. Er hat sein Kursziel von 92,50 auf 63,00 Euro gesenkt. Er steht vor allem den für 2030 bestätigten Mittelfristzielen kritisch gegenüber, die vor dem Hintergrund der deutlichen Prognosesenkung als "ambitioniert" erscheinen.
Talfahrt hält an, Mehrjahrestiefs sorgen für Verkaufsdruck
In einem am Montagmorgen deutlich erholten Gesamtmarktumfeld, nachdem der Hexensabbat am Freitag seinem Namen noch alle Ehre gemacht hatte, kann die Bilfinger-Aktie weiterhin nicht überzeugen. Sie büßt erneut ein und verliert rund 2 Prozent an Wert. Mit einem Kurs von zeitweise wenig mehr als 56 Euro nimmt sie Kurs auf das Zoll-Crash-Tief.
Solche Mehrjahrestiefs gelten in der technischen Analyse als starke Verkaufssignale. Auch der große Abstand zu den gleitenden Durchschnitten, insbesondere der langfristige Trends bestimmenden 200-Tage-Linie, verdeutlicht, wie angeschlagen die Aktie jetzt ist. Die nächsten Unterstützungen lauern bei 52 sowie 44 Euro. Der Abverkauf könnte damit weitere Eskalationsstufen erreichen.
Fazit: Kein aussichtsreicher Turnaround-Kandidat
Bei insgesamt 5 Einschätzungen zur Aktie kommt Bilfinger jetzt 3 mal auf "Kaufen" und 2 mal auf "Halten", wodurch sich das Sentiment erheblich eingetrübt hat. Im Mittel wird der faire Wert mit 96,50 Euro angegeben, was ein massives Erholungspotenzial von rund 68 Prozent impliziert, allerdings dürften weitere Kurszielanpassungen erfolgen. Noch vor wenigen sah der Analystenkonsens die Aktie vor deutlich dreistelligen Kursen.
Mit Blick auf die Unternehmensbewertung steht gegenwärtig ein KGVe 2026 von 11,7 sowie von 9,1 für 2027 zu Buche. Das liegt zwar deutlich unter dem 5-Jahres-Mittel von 17,4, entspricht aber den Niveaus für den Konzern erfolgreicher Geschäftsjahre, wie 2021, 2022 und 2024. Allzu viel dürfte es hier daher auch bei einer schnellen Margenerholung nicht zu holen geben. Anlegerinnen und Anleger sollten das Papier daher meiden und Rendite bei aussichtsreichen Aktien suchen.
Autor: Max Gross, wallstreetONLINE Redaktion


