Steht US-Deal vor Abschluss?
Übernahme-Fieber bei Berentzen: Aktie springt mehr als 24 Prozent
Sazerac bietet 5,55 Euro je Berentzen-Aktie und will den Traditionskonzern anschließend von der Börse nehmen. Hinter dem Deal steckt offenbar ein deutlich größerer Europa-Plan.
- Sazerac bietet 5,55 Euro je Berentzen-Aktie
- Berentzen soll als Europa-Plattform dienen
- Delisting ist nach erfolgreicher Übernahme geplant
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Der deutsche Spirituosenhersteller Berentzen steht vor dem Abschied von der Börse. Der familiengeführte US-Konzern Sazerac will sämtliche Aktien der Berentzen-Gruppe übernehmen und bietet 5,55 Euro je Aktie. Vorstand und Aufsichtsrat von Berentzen unterstützen die Offerte und wollen den Aktionären die Annahme empfehlen. Der gebotene Preis entspricht laut Unternehmen einem Aufschlag von rund 68 Prozent auf den unbeeinflussten volumengewichteten Xetra-Durchschnittskurs der drei Monate vor dem 16. September.
Ganz so groß ist die Prämie gegenüber dem jüngsten Kurs allerdings nicht mehr: Nach Bekanntwerden der Übernahmegespräche war die Aktie bereits kräftig gestiegen. Am Freitag ging sie mit 4,53 Euro aus dem Handel. Gegenüber diesem Niveau beträgt der Aufschlag noch rund 22,5 Prozent. Bei 9,6 Millionen Berentzen-Aktien bewertet die Offerte das Unternehmen rechnerisch mit rund 53 Millionen Euro. Voraussetzung für den Vollzug ist, dass mindestens 50 Prozent plus eine Aktie angedient werden. Regulatorische Freigaben seien nicht erforderlich. Der Abschluss wird im vierten Quartal 2026 erwartet. Anschließend plant Sazerac ein Delisting.
Für Sazerac dürfte Berentzen vor allem als europäische Plattform interessant sein. Die Amerikaner besitzen mehr als 500 Marken, darunter Buffalo Trace, Southern Comfort, Fireball, SVEDKA und Au Vodka. Künftig sollen auch Sazerac-Marken vom deutschen Berentzen-Team produziert und vertrieben werden. Bestehende Standorte sollen nach Angaben der Unternehmen weitergeführt und zusätzlich mit Investitionen gestärkt werden. Die Offerte kommt für Berentzen in einer schwierigen Phase. Im ersten Halbjahr 2026 sank der Umsatz von 79,9 auf 71,0 Millionen Euro, während das EBIT von 3,2 Millionen auf nur noch 0,6 Millionen Euro einbrach.
Wegen der Konsumschwäche in Deutschland hatte der Konzern seine Jahresprognose bereits deutlich gesenkt. Für Sazerac könnte genau darin die Chance liegen: Eine traditionsreiche Marke, vorhandene Produktionskapazitäten und ein europäisches Vertriebsnetz sind derzeit vergleichsweise günstig zu haben. Für Berentzen-Aktionäre rückt nun vor allem die Marke von 5,55 Euro in den Fokus. Notiert die Aktie nahe am Angebotspreis, signalisiert der Markt eine hohe Wahrscheinlichkeit für einen erfolgreichen Abschluss. Größeres Kurspotenzial darüber hinaus wäre dagegen vor allem dann denkbar, wenn Sazerac die Offerte noch erhöht oder ein konkurrierender Bieter auftaucht – dafür gibt es bislang keine Hinweise.
Die Aktie der Berentzen-Gruppe ist am Montag (9:40 Uhr, MESZ) auf Tradegate 24,22 Prozent im Plus. Ein Anteilsschein kostet 5,54 Euro.
Autor: Paul Späthling, wallstreetONLINE Redaktion
Die Berentzen-Gruppe Aktie wird zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Nachricht mit einem Plus von +24,22 % und einem Kurs von 5,54EUR auf Tradegate (21. September 2026, 09:46 Uhr) gehandelt.

