Geht der Totalabsturz weiter?
Analyst warnt vor Nike-Aktie: "Das war noch nicht alles!"
Während Anlegerinnen und Anleger in der Aktie von Adidas-Rivale Nike eine Turnaround-Chance wittern, warnt ein Analyst jetzt vor dem Kauf der Anteile.
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Je tiefer der Kurs, desto größer die Turnaround-Hoffnungen
Der anhaltende Kursverfall in der Sportartikel- und Sportbekleidungsbranche weckt bei Anlegerinnen und Anleger wachsende Begehrlichkeiten. Nach monatelangen Kurseinbrüchen bei Werten wie Lululemon, Nike und On Holdings, aber auch beim deutschen Branchenprimus Adidas, wachsen angesichts optisch günstiger Unternehmensbewertungen die Hoffnungen auf einen Turnaround.
Über die hohe Markenbekanntheit und den unerschütterlichen Glauben daran, dass "was runterfällt, irgendwann auch wieder hochkommen müsse" wächst das Interesse an den Unternehmensanteilen auch durch institutionelle Beteiligung. So ist beispielsweise Crash-Prophet Michael Burry prominent bei Lululemon eingestiegen und hat die Aktie nach dem zuletzt veröffentlichten Quartalsergebnis und dem darauffolgenden Earnings-Crash gegen Kritik verteidigt.
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UBS-Analyst warnt vor weiteren Enttäuschungen
Wiederholt auf neue Mehrjahrestiefs ist in den vergangenen Wochen auch die Aktie des weltweit größten Sportartikelherstellers Nike gefallen. Nach dem Unterschreiten der Unterstützung bei 40 US-Dollar ging es hier nochmal eine ganze Etage tiefer – auf den niedrigsten Stand seit mehr als 12 Jahren. Gleichzeitig steigt die Zahl der Nennungen in sozialen Netzwerken, wie Reddit.
Doch UBS-Analyst Jay Sole, der laut dem Vergleichsportal für Wall-Street-Analystinnen und -Analysten TipRanks, als durchschnittlich zuverlässig gilt, hat in einer jüngst veröffentlichten Studie ausdrücklich vor dem Kauf der Aktie gewarnt. Er sieht in den Anteilen eine Position zum Halten und hat sein Kursziel um 13 Prozent von 48 auf 42 US-Dollar gesenkt.
Gewinnerwartungen immer noch zu hoch? Revisionen erwartet!
Sole warnt davor, dass die Aktie im Zusammenhang mit den in der kommenden Woche erwarteten Quartalszahlen vor weiteren Abwärtsrisiken stehen könnte, weswegen der das Papier auf die "Negative-Catalyst-Watch"-Liste gesetzt hat.
Er rechnet damit, dass das Management die Erwartungen gegenüber der Geschäftsentwicklung zurücksetzen und eine schwache Prognose sowohl für das kommende Quartal als auch für das gesamte Geschäftsjahr liefern wird. Für das abgelaufene erste Geschäftsquartal prognostiziert Sole einen bereinigten Gewinn pro Aktie von 0,39 US-Dollar und für das kommende mit 0,31 und 0,43 US-Dollar, womit er deutlich pessimistischer ist als der Rest seiner Kolleginnen und Kollegen.
"Die Stimmung ist zwar bereits bearish, aber unsere Unterhaltungen mit Investoren zeigen, dass der Markt die Größenordnung weiterer Gewinnrevisionen, welche der neue Quartalsbericht mit sich bringen wird, deutlich unterschätzt", gab er in seiner am Wochenende veröffentlichten Studie an. Dabei verwies er auch auf den Optionsmarkt, wo eine Kursbewegung von 8,0 Prozent eingepreist ist.
Preisziele halten kaum mit dem Kursverfall Schritt
Insgesamt kommt Nike nach der Kurszielanpassung durch die UBS auf ein mittleres Kursziel von 48,21 US-Dollar, was eine Upside von 35,8 Prozent suggeriert. In den zurückliegenden Monaten sind die Fair-Value-Schätzungen aber konstant mit dem Aktienkurs gefallen.
Nike wird aktuell mit überwältigender Mehrheit zum Halten empfohlen. Von insgesamt 41 Einschätzungen zur Aktie sind 26 neutral. Ihnen stehen Empfehlungen zum "Kaufen" sowie eine zum "Übergewichten" gegenüber sowie auf der anderen Seite des Spektrums zwei Bewertungen mit "Reduzieren" und 3 zum "Verkaufen" von Anteilen.
Aktie auf Mehrjahrestief, keine Entspannung in Sicht
Für die Anteile von Nike zeichnet sich in einem am Montag sehr freundlichen Handelsumfeld keine Entspannung ab, die Aktie notiert gegenüber dem frischen Mehrjahrestief vom Freitag kaum verändert. Das Unternehmen kämpft nicht nur mit schwindendem Investorenvertrauen, sondern auch mit nachlassendem Rückhalt durch Sportikonen.
So hat bereits in der vergangenen Woche Frankreichs Fußball-Star Kylian Mbappe angekündigt, Nike als Ausrüster aufzugeben und zu On Holdings zu wechseln. Das demonstriert, wie stark der Markenwert von Nike gegenwärtig sinkt – der aber ist in der Bekleidungsbranche gemeinsam mit einer hohen Produktqualität, die vor allem zum Abstieg von Lululemon beigetragen hat, unverzichtbar.

wallstreetONLINE RedaktionAktie im freien Fall
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Fazit: Wer antizyklisch kaufen will, sollte bei Adidas zuschlagen
Trotz einer Halbierung des Aktienkurses innerhalb von nur 12 Monaten nimmt der Druck auf Nike von allen Seiten zu. Zwar ist das Anlegerinteresse zuletzt spürbar angestiegen, doch das Analysten- und Investorenvertrauen schwindet – auch in die Führungsqualität des neuen alten CEO Elliot Hill, der wieder verstärkt auf das Groß- und Einzelhandelsgeschäft setzen will. Darüber hinaus verliert Nike das Vertrauen von reichweitenstarken Sportikonen, wie Kylian Mbappe.
Trotz der Halbierung der Aktie steht für das laufende Geschäftsjahr ein KGVe von 20,9 und für das darauffolgende von 15,6 zu Buche. Das ist für ein Unternehmen mit sinkenden Erlösen ohne Hoffnung auf einen raschen Turnaround deutlich zu hoch.
Zum Vergleich: Adidas, das sich gegen einen schwachen Branchentrend behaupten kann und weiter wächst handelt mit Gewinnvielfachen von 15,1 und 12,2. Wer daher antizyklisch in die Sportartikelbranche investieren will, sollte das bevorzugt hier tun.
Autor: Max Gross, wallstreetONLINE Redaktion

