In der Arktis wird gezockt
Grönland-Aktien explodieren bis zu 150 % – Trump liefert den neuen Trigger
Anleger wetten auf Milliarden für Rohstoffe und Infrastruktur. Doch bislang bringt das neue Sicherheitsabkommen den beteiligten Unternehmen noch keine konkreten Zusagen.
- Grönland-Aktien steigen auf Investitionshoffnungen
- Abkommen verspricht bislang keine Finanzierungen
- Rohstoffprojekte hoffen auf Geld und Infrastruktur
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Grönland-Aktien sind nach der Ankündigung eines neuen Sicherheitsabkommens zwischen den USA, Dänemark und Grönland regelrecht explodiert. Im späten Handel am Sonntag schoss Greenland Energy um bis zu 150 Prozent nach oben, Greenland Mines legte etwa 72 Prozent zu und Critical Metals rund 34 Prozent. Der Grund ist kein neuer Großauftrag, sondern die Erwartung, dass eine stärkere US-Präsenz Investitionen in Grönlands Rohstoffsektor erleichtern könnte. Genau darin liegt aber auch das Risiko: Das Abkommen enthält bislang keine konkreten Finanzierungszusagen oder Projektgenehmigungen für die Unternehmen.
US-Präsident Donald Trump hatte das Abkommen am Freitag auf Truth Social angekündigt. Nach Angaben der US-Regierung soll Washington dauerhaften Zugang zu Grönland sowie Stationierungs- und Überflugrechte erhalten. Nicht-NATO-Staaten sollen daran gehindert werden, dort Militärstützpunkte zu errichten oder sensible Investitionen zu tätigen. Dänemark und Grönland betonen zugleich, dass die Vereinbarung keine Übertragung der Souveränität an die USA bedeutet. Die Unterzeichnung ist während der UN-Generalversammlung in New York geplant.
Für Anleger geht es vor allem um Grönlands Rohstoffe. Dort liegen seltene Erden, die unter anderem für Elektroautos, Windräder, Elektronik und Militärtechnik gebraucht werden. Critical Metals entwickelt mit Tanbreez eines dieser Vorkommen und hat bereits einen langfristigen Liefervertrag abgeschlossen. Auch die US-Regierung prüft finanzielle Unterstützung. Greenland Mines setzt mit dem Sarfartoq-Projekt ebenfalls auf seltene Erden, die für starke Permanentmagnete benötigt werden. Genau deshalb hoffen Anleger, dass das neue Sicherheitsabkommen den Unternehmen leichteren Zugang zu Geld, Infrastruktur und politischen Partnern verschafft.
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Am spekulativsten bleibt Greenland Energy. Das Unternehmen konzentriert sich auf Öl- und Gasexploration im Osten Grönlands und plant die Konsolidierung weiterer Projekte. Bohrungen im
Jameson-Land-Gebiet wurden allerdings wegen zusätzlicher regulatorischer Prüfungen auf den Winter 2027 verschoben. Grönland vergibt zudem seit 2021 aus Umweltgründen keine neuen Öl- und
Gasexplorationslizenzen mehr.
Die Rallye basiert deshalb bislang vor allem auf politischen Erwartungen. Mehr US-Militär, Infrastruktur und Interesse an westlichen Rohstofflieferketten könnten den Projekten helfen – garantiert ist davon jedoch nichts. Gerade bei Greenland Energy zeigt der Kurssprung von rund 150 Prozent, wie viel Hoffnung bereits eingepreist wird.
Autorin: Gina Moesing, wallstreetONLINE Redaktion

