Amazon greift zu
Fast 6 Prozent Plus: Dieser Amazon-Deal elektrisiert Kühne+Nagel-Anleger
Kühne+Nagel vertieft die Amazon-Partnerschaft, setzt auf Rechenzentren und könnte den Umsatz mit dem US-Konzern auf mehrere Milliarden steigern.
- K+N vertieft Amazon-Partnerschaft für Rechenzentren
- Umsatz mit Amazon könnte auf Milliarden steigen
- Amazon erhält eine Kaufoption auf K+N-Aktien
- Report: KI-Euphorie kippt - Bei diesen 5 Aktien droht der Crash!
Amazon bindet Kühne+Nagel enger an sich. Der Schweizer Logistikkonzern hat mit dem US-Techriesen eine langfristige strategische Zusammenarbeit vereinbart, die vor allem das boomende Geschäft mit Rechenzentren und Cloud-Infrastruktur umfasst. An der Börse kommt der Deal gut an: Die Kühne+Nagel-Aktie legte am Montagmorgen zeitweise rund drei Prozent zu. Im Zentrum der Partnerschaft steht Amazon Web Services (AWS), wie das Wall Street Journal berichtet. Kühne+Nagel soll künftig einen größeren Teil des gesamten Lebenszyklus der Rechenzentrumsinfrastruktur abdecken – vom Bau und der Bereitstellung der Anlagen über die Installation von Equipment bis hin zu Wartung, Modernisierung und späteren Erweiterungen.
Damit positioniert sich der Logistiker stärker in einem Markt, der durch den weltweiten Ausbau von Cloud- und KI-Infrastruktur kräftig wächst. Wie groß das Geschäft werden könnte, zeigt ein Blick auf die bestehende Zusammenarbeit. Nach Informationen der Nachrichtenagentur AWP aus Unternehmenskreisen erzielt Kühne+Nagel mit Amazon bereits heute einen Jahresumsatz im hohen dreistelligen Millionenbereich. Durch die neue Vereinbarung bestehe langfristig das Potenzial, den Umsatz mit Amazon auf mehrere Milliarden auszuweiten.
Bemerkenswert ist auch die finanzielle Verknüpfung: Amazon erhält eine Kaufoption auf bestehende Kühne+Nagel-Aktien. Die Option läuft über bis zu sieben Jahre und wird schrittweise freigeschaltet, wenn bestimmte kommerzielle Meilensteine erreicht oder vereinbarte Dienstleistungen erbracht werden. Kühne+Nagel hat dafür einen externen Finanzdienstleister mit entsprechenden Absicherungsgeschäften beauftragt. Zur möglichen Beteiligung nennt Kühne+Nagel offiziell keine Größenordnung. Laut AWP könnte Amazon allerdings höchstens einen einstelligen Prozentanteil erwerben. Möglicherweise bleibt die Beteiligung sogar unter der in der Schweiz relevanten Meldeschwelle von drei Prozent.
Für Kühne+Nagel kommt die Partnerschaft zu einem strategisch günstigen Zeitpunkt. Bereits im zweiten Quartal hatte das Unternehmen von Marktanteilsgewinnen im Technologiesektor berichtet. Zudem transportiert der Konzern bereits zentrale Cloud-Infrastruktur für Google und arbeitet damit für einen weiteren Hyperscaler. Analysten von Vontobel sehen in der vertieften Amazon-Beziehung entsprechend einen möglichen Wachstumstreiber für das Geschäft mit Rechenzentrumsinfrastruktur. Entscheidend dürfte nun sein, wie schnell aus der strategischen Vereinbarung tatsächlich zusätzliche Aufträge und Umsätze entstehen. Die Möglichkeit, aus einem bereits großen Amazon-Geschäft ein Milliardengeschäft zu machen, liefert der Aktie jedenfalls eine neue Wachstumsstory.
Die Aktie von Kühne+Nagel springt stark an und ist am Montag (10:45 Uhr, MESZ) auf Tradegate 5,95 Prozent im Plus. Ein Anteilsschein kostet 241,10 Euro.
Autor: Paul Späthling, wallstreetONLINE Redaktion

