Wahlsieger will enteignen
Berlin wählt links: Vonovia muss um 130.000 Wohnungen bangen
Die Linke gewinnt klar die Wahl in Berlin mit 25,7 Prozent und will große Wohnungskonzerne vergesellschaften. Vonovia hält rund 130.000 Wohnungen in der Hauptstadt. Die Aktie reagiert mit deutlichen Verlusten.
- Linke gewinnt Berlin mit 25,7 Prozent klar
- Vonovia besitzt rund 130.000 Wohnungen in Berlin
- Aktie fällt wegen Enteignungsplänen um 2,2 Prozent
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Berlin hat gewählt, und für Vonovia ist das Ergebnis keine gute Nachricht. Die Linke holte bei der Abgeordnetenhauswahl 25,7 Prozent und ließ die CDU mit 18,8 Prozent sowie die AfD mit 16,3 Prozent klar hinter sich. Im Wahlkampf stellte die Partei die Vergesellschaftung großer Wohnungskonzerne ins Zentrum und forderte zusätzlich einen Mietendeckel.
Vonovia wäre davon besonders betroffen. Gemeinsam mit der Tochter Deutsche Wohnen besitzt der Konzern rund 130.000 Wohnungen in der Hauptstadt, nach eigener Rechnung weniger als acht Prozent des Marktes. Im strategischen Bestand stehen rund 138.000 Berliner Wohnungen, die zum 30. Juni mit etwa 23,5 Milliarden Euro bewertet wurden.
Die Spitzenkandidatin und möglicherweise nächste Regierende Bürgermeisterin Elif Eralp kündigte nach der Wahl an, an dem Vorhaben festzuhalten. Sie will es auch in möglichen Koalitionsgesprächen mit Grünen und SPD durchsetzen.
Konzernchef Luka Mucic hatte der Vergesellschaftung schon vor der Abstimmung eine Absage erteilt und auf die eigene Bautätigkeit verwiesen. Seit 2013 seien in Berlin rund 6.000 Wohnungen entstanden, etwa 1.000 weitere seien im Bau. Das berichtete die dpa. Die durchschnittliche Bestandsmiete beziffert Vonovia auf 8,26 Euro je Quadratmeter, bei Neuvermietungen auf 10,80 Euro.
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Ein Gespräch ist bereits verabredet. Vonovia hatte Linkenchef Luigi Pantisano eingeladen, um den Vorwürfen der Partei zu begegnen und klarzumachen, dass Berlins Wohnungsnot nicht einzelnen Unternehmen anzulasten sei. Auch beim möglichen Koalitionspartner SPD werden die Enteignungspläne kritisch gesehen.
Dass es tatsächlich dazu kommt, ist also alles andere als sicher. Dennoch schlägt sich die Unsicherheit in der Vonovia-Aktie nieder. Die Papiere verlieren am Montagmorgen mehr als 2,2 Prozent und fällt auf 17,30 Euro. Seit Jahresbeginn beträgt das Minus 28,21 Prozent. Neben der Politik belastet die ohnehin angespannte Stimmung für Immobilienwerte. Anleger bleiben vorsichtig, bis klar ist, ob ein Dialog über Investitionen und bezahlbaren Wohnraum gelingt oder die Vergesellschaftung zum Dauerkonflikt wird.
Autor: Julian Schick, wallstreetONLINE Redaktion
Die Vonovia Aktie wird zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Nachricht mit einem Minus von -2,39 % und einem Kurs von 17,34EUR auf Tradegate (21. September 2026, 11:32 Uhr) gehandelt.
