Test autonomer Kriegsführung
Rheinmetall greift jetzt auch auf See an: Neue Drohnen-Offensive startet
Rheinmetall testet vor Portugal autonome Marinesysteme und stärkt damit seine Position als Anbieter vernetzter Lösungen für den Schutz kritischer Infrastruktur.
- Rheinmetall testet autonome Systeme vor Portugal
- Battlesuite vernetzt Sensoren und autonome Systeme
- Konzern bietet maritime Netzwerke aus einer Hand
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Rheinmetall treibt sein Geschäft mit autonomen Marinesystemen weiter voran. Der DAX-Konzern beteiligt sich noch bis zum 25. September an der multinationalen Großübung REPMUS26 vor der portugiesischen Küste. Dabei erprobt Rheinmetall vernetzte unbemannte Systeme, die künftig Häfen, kritische Infrastruktur und Küstengewässer überwachen und schützen sollen. Im Mittelpunkt steht ein containerisiertes, mobiles Führungs- und Kontrollzentrum, das während der Übung von der Deutschen Marine genutzt wird.
Die Technik führt Informationen aus dem Unterwasser- und Überwasserbereich zu einem gemeinsamen Lagebild zusammen. Technologisches Rückgrat ist die Rheinmetall Battlesuite. Die offene Softwarearchitektur soll Sensoren, Effektoren und Missionsmodule verschiedener Hersteller miteinander verknüpfen und damit ermöglichen, unterschiedliche autonome Systeme über eine gemeinsame Oberfläche zu steuern. Gerade diese Vernetzung gilt als zentraler Baustein für Rheinmetalls Strategie. Denn der Konzern will künftig nicht nur einzelne Drohnen oder Schiffe liefern, sondern als Systemintegrator komplette maritime Netzwerke anbieten. Bei REPMUS werden deshalb auch unbemannte Unterwassersensoren verschiedener Industriepartner getestet, die dauerhaft Daten sammeln und frühzeitig mögliche Bedrohungen erkennen sollen.
Die Dimension der Übung zeigt, wie stark der Bereich an Bedeutung gewinnt. Nach Angaben der portugiesischen Marine nehmen an REPMUS26 mehr als 1.500 Personen aus 36 Marinen, über 60 Unternehmen und 13 Universitäten teil. Mehr als 300 unbemannte Systeme und 14 Schiffe sind im Einsatz. Das Testgebiet umfasst mehr als 400 Quadrat-Seemeilen. Für Rheinmetall fügt sich die Übung in den rasanten Ausbau des Marinegeschäfts ein. Erst im März hatte der Konzern die Übernahme des Militärschiffbauers NVL abgeschlossen. In Hamburg läuft zudem seit April die Serienproduktion des unbemannten Schnellbootes Kraken K3 Scout. Gemeinsam mit Partnern entwickelt Rheinmetall außerdem den zwölf Meter langen autonomen Versuchsträger AMC12.
Damit erweitert der Konzern sein Geschäft zunehmend über Panzer, Munition und Luftverteidigung hinaus. Autonome Systeme sollen künftig auf dem Land, in der Luft und auf See eine größere Rolle spielen. REPMUS26 ist zwar noch kein neuer Großauftrag, bietet Rheinmetall aber die Möglichkeit, seine Technologien gemeinsam mit potenziellen Kunden unter realistischen Bedingungen zu erproben – und sich frühzeitig für künftige Beschaffungsprogramme zu positionieren.
Autor: Paul Späthling, wallstreetONLINE Redaktion
Die Rheinmetall Aktie wird zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Nachricht mit einem Minus von -0,45 % und einem Kurs von 1.009EUR auf Tradegate (21. September 2026, 11:19 Uhr) gehandelt.

