3 Billionen Dollar im Schatten
Burry legt nach: Hier lässt sich noch "viel Geld verdienen"
Gemeint ist Palantir: Trotz starkem Wachstum hält Michael Burry an seiner Wette gegen die Aktie fest. Gleichzeitig warnt er vor einem noch größeren Risiko bei Big Tech.
- Burry hält trotz Palantirs Wachstum an Short fest
- Burry warnt vor über drei Billionen Dollar Risiken
- KI-Anlagen drohen durch Chipwandel Wert zu verlieren
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Michael Burry legt bei seiner Wette gegen den KI-Boom nach. Der "Big Short"-Investor warnt nicht nur vor mehr als 3 Billionen US-Dollar (rund 2,6 Billionen Euro) an Verpflichtungen bei Amazon, Meta, Alphabet, Microsoft und Oracle – er hält zugleich weiter an seiner Short-Wette gegen Palantir fest. Auf Substack schrieb Burry über die Aktie: "Mit Leerverkäufen von Palantir ließ sich viel Geld verdienen. Und das ist immer noch so."
Damit stellt sich Burry erneut gegen eine der stärksten KI-Aktien der vergangenen Jahre. Palantir hatte zuletzt operativ deutlich zugelegt: Der Umsatz stieg im jüngsten Quartal um 93 Prozent auf 1,94 Milliarden US-Dollar, das US-Geschäft sogar um 149 Prozent. Nach den Zahlen sprang die Aktie um fast 30 Prozent. Burry verweist dagegen auf den früheren Absturz von über 200 auf 107 US-Dollar und hält weitere Gewinne mit Short-Positionen für möglich.
Seine größere Warnung richtet sich jedoch gegen den gesamten KI-Infrastrukturboom. Burry schätzt, dass die fünf Hyperscaler fast 1,2 Billionen US-Dollar an noch nicht begonnenen Leasingverpflichtungen und mehr als 1,5 Billionen US-Dollar an Kaufzusagen angehäuft haben. Einschließlich weiterer Verpflichtungen komme die Summe auf mehr als 3 Billionen US-Dollar. "Diese Verbindlichkeiten befinden sich meiner Meinung nach im Wesentlichen in einem Hyperwachstumsmodus", schrieb er.
Das Problem sieht Burry in der Lebensdauer der Investitionen. Rechenzentren brauchen oft drei bis fünf Jahre bis zur Fertigstellung und werden für 13 bis 20 Jahre gemietet, während sich KI-Chips technisch schon nach 12 bis 18 Monaten stark verändern können. Dadurch könnten heute gebaute Anlagen schneller an wirtschaftlichem Wert verlieren als erwartet.
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Besonders drastisch formuliert Burry die Gefahr bei unfertigen Anlagen im Wert von mehr als 400 Milliarden US-Dollar: "Nvidia-Chips verlieren möglicherweise wirtschaftlich an Wert, während sie in Lagerhäusern lagern, während die Abschreibung nach GAAP bei null bleibt", schrieb er.
Burrys Warnung ist simpel: "Wenn die Musik aufhört zu spielen, werden diese außerbilanziellen Verpflichtungen sehr schnell zu echten Verbindlichkeiten." Noch läuft das Geschäft bei Microsoft, Alphabet, Amazon und Oracle stark. Genau deshalb ist seine Wette so heftig.
Autorin: Gina Moesing, wallstreetONLINE Zentralredaktion

