Monatelanges Warten
Paramount greift tief in die Tasche – kommt jetzt der Warner-Deal?
Paramount will den Warner-Deal offenbar mit weitreichenden Zugeständnissen retten. Dazu gehört eine Milliarden-Investition in Kalifornien.
- Paramount bietet 1,5 Milliarden für Kalifornien
- Der 81-Milliarden-Deal stößt auf politischen Widerstand
- Paramount soll langfristig in Kalifornien bleiben
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Paramount könnte im Ringen um die geplante Übernahme von Warner Bros. Discovery weitreichende Zugeständnisse machen. Wie das Wall Street Journal berichtet, hat das Unternehmen unter anderem eine Investition von 1,5 Milliarden US-Dollar in die Film- und Fernsehproduktion in Kalifornien in Aussicht gestellt.
Paramount und eine Gruppe von Bundesstaaten um den kalifornischen Generalstaatsanwalt Rob Bonta haben am Wochenende weiter über eine mögliche Einigung verhandelt. Ein Abschluss ist bislang aber nicht erreicht.
Der geplante Zusammenschluss hat ein Volumen von 81 Milliarden US-Dollar. Unter einem gemeinsamen Dach würden unter anderem HBO, CBS, CNN sowie mehrere Streaming- und Filmstudios landen.
Paramount will in Kalifornien bleiben
Zu den diskutierten Bedingungen gehört laut den mit den Gesprächen vertrauten Personen auch eine langfristige Bindung an Kalifornien. Paramount könnte sich verpflichten, seine beiden Studiogelände nicht zu verkaufen und im Bundesstaat zu bleiben.
Das Unternehmen hatte zwischenzeitlich offenbar einen Wegzug aus Kalifornien erwogen. Zudem stehen mögliche Sanktionen im Raum, sollte Paramount nach der Fusion nicht wie zugesagt mindestens 30 Filme pro Jahr produzieren. Eine Option wäre demnach der Verkauf der Beteiligung an Miramax. Das Studio ist unter anderem für Filme wie "Pulp Fiction" und "No Country for Old Men" bekannt.
Auch der Verkauf einzelner Kabelsender wird diskutiert. Für CNN könnte zudem ein unabhängiges Gremium geschaffen werden, das die redaktionelle Unabhängigkeit des Nachrichtensenders überwacht.
Widerstand gegen die Megafusion
Der Deal stößt seit Monaten auf politischen und gewerkschaftlichen Widerstand. Zwölf demokratisch geführte Bundesstaaten klagten im Juli gegen die Übernahme. Sie argumentieren, dass die Fusion die Konzentration im Kinofilm- und Kabelgeschäft weiter erhöhen würde.
Auch die Writers Guild of America geht gegen den Zusammenschluss vor. Die Gewerkschaft warnt vor dem Verlust von Arbeitsplätzen und Karrierechancen für Drehbuchautoren.
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In Oakland protestierten am Sonntag zudem rund zwei Dutzend Menschen gegen einen möglichen Vergleich. "Seit er die Klage eingereicht hat, hat sich nichts geändert", sagte Annie Leonard vom Committee for the First Amendment. Bonta müsse "standhaft bleiben", wie er es bei der Klage gewesen sei.
Für Paramount steigt der Zeitdruck. Im Rahmen der Vereinbarung mit Warner erhalten dessen Aktionäre ab dem kommenden Monat rund 650 Millionen US-Dollar pro Quartal, solange der Abschluss aussteht. Das entspricht etwa 7 Millionen US-Dollar pro Tag.
Autorin: Saskia Reh, wallstreetONLINE Redaktion

