Zweijahres-Bilanz
Altcoin-Flaute: Nur Bitcoin bringt langfristig Gewinne
Bitcoin zieht dem restlichen Kryptomarkt davon. Über zwei Jahre betrachtet werden Altcoins gegenüber Bitcoin zum Verlustgeschäft.
- Bitcoin gewinnt, während Altcoins stark verlieren
- Ethereum stagniert, Kapital fließt in Bitcoin
- Eine Altcoin-Wende ist noch nicht nachhaltig
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Die Kluft zwischen Bitcoin und weiten Teilen des Kryptomarktes hat sich in den vergangenen zwei Jahren drastisch vergrößert. Laut einer gemeinsamen Analyse von Glassnode und Bybit legte Bitcoin im untersuchten Zeitraum um 28 Prozent zu. Der Median der mittelgroßen Altcoins verlor dagegen 74 Prozent an Wert.
Die Analysten sehen diese Entwicklung als eines der prägenden Merkmale des aktuellen Marktzyklus. Während Bitcoin seinen Wert weiter steigern konnte, wurden viele Mid-Cap-Token wiederholt von heftigen Kursverlusten getroffen.
Selbst Ethereum konnte mit Bitcoin nicht Schritt halten. Die nach Marktkapitalisierung zweitgrößte Kryptowährung bewegte sich über den betrachteten Zeitraum seitwärts. Damit konzentrierten sich die Gewinne ungewöhnlich stark an der Spitze des Marktes.
Die klassische "Altseason" bleibt bislang aus
Das Bild unterscheidet sich deutlich von früheren Kryptozyklen. Anleger waren lange daran gewöhnt, dass Kapital nach einer Bitcoin-Rallye zunächst in Ethereum und anschließend in kleinere Kryptowährungen rotierte. Diese sogenannte Altseason sorgte in der Vergangenheit zeitweise für überproportionale Gewinne bei spekulativeren Token.
Diesmal blieb eine solche breite Rotation weitgehend aus. Gleichzeitig zeigt sich ausgerechnet bei kleineren Kryptowährungen eine besonders hohe Hebelwirkung.
Das offene Interesse an Bitcoin-Futures entspricht der Analyse zufolge lediglich rund zwei Prozent der Bitcoin-Marktkapitalisierung. Bei spekulativen Small Caps fällt das Verhältnis erheblich höher aus. Beim Meme-Coin Pepe liegt es demnach bei fast 24 Prozent.
Institutionelles Geld konzentriert sich auf Bitcoin
Auch bei börsengehandelten Spot-Produkten ist die Dominanz der größten Kryptowährung sichtbar. Spot-Bitcoin-ETFs kamen den genannten Daten zufolge auf kumulierte Nettozuflüsse von rund 55,2 Milliarden US-Dollar. Bei Ethereum-Produkten waren es etwa 13,1 Milliarden US-Dollar.
Die noch deutlich jüngeren und kleineren Solana-Spot-ETFs verbuchten rund 29,7 Millionen US-Dollar. Damit zeigt sich auch bei institutionellen Kapitalströmen eine starke Konzentration auf die etabliertesten Krypto-Assets.
Kommt jetzt die Wende für Altcoins?
Zuletzt gab es allerdings erste Anzeichen für eine breitere Erholung. Bitcoin sprang zuletzt über die Marke von 85.000 US-Dollar. Die gesamte Marktkapitalisierung des Kryptosektors stieg innerhalb eines Tages um 5,4 Prozent auf 2,9 Billionen US-Dollar.
Einige größere Altcoins entwickelten sich dabei sogar stärker als Bitcoin. Solana, XRP und Doge gewann dabei über 8 Prozent auf 24-Stundensicht, während unter anderem Near mit über 70 Prozent und Uniswap mit über 40 Prozent innerhalb von 3 Tagen noch kräftigere Gewinne verbuchten.
Eine einzelne Rallye reicht allerdings nicht aus, um einen nachhaltigen Trendwechsel zu bestätigen. Entscheidend wird sein, ob sich Kapitalzuflüsse und Kursgewinne dauerhaft auf einen größeren Teil des Marktes ausweiten.
Autor: Pascal Grunow, wallstreetONLINE Redaktion

