"Das ist der reine Wahnsinn!"
S&P 500 im Höhenflug: Dieses Alarmsignal gab es zuletzt 1999!
Während der Nasdaq Composite einen neuen Rekord erreicht, steht der S&P 500 kurz davor. Doch unter der Oberfläche kippt die Marktbreite.Ein Analyst schlägt Alarm und sieht gefährliche Parallelen zu 1999 und 1929.
Die großen US-Indizes erreichen immer neue Höchststände, doch immer weniger Aktien tragen die Rallye. So sprang der Nasdaq Composite am Montag um 2,26 Prozent auf ein Rekordhoch. Der S&P 500 gewann rund 1,5 Prozent dazu und liegt weniger als ein Prozent unter einem neuen Hoch. Seit Jahresbeginn liegt er um mehr als 13 Prozent vorne, in den letzten sechs Monaten sogar um fast 18 Prozent. Innerhalb eines Jahres ging es rund 16 Prozent aufwärts.
Doch unter der glänzenden Oberfläche öffnet sich ein Riss: Die Rallye wird von immer weniger Aktien getragen. Während 30 Aktien aus dem S&P 500 neue 52-Wochen-Tiefs erreichten, gab es nur sieben neue Hochs.
In einem Beitrag auf X zeigt sich der US-Finanzanalyst und Verhaltensökonom Jason Goepfert alarmiert: "Das ist doch der reine Wahnsinn! In der Geschichte gab es bislang nur zwei Handelstage wie diesen: Der S&P 500 legte um mindestens 1 Prozent zu und rückte bis auf 1 Prozent an ein neues Hoch heran, während gleichzeitig mehr Indexmitglieder neue Tiefststände als neue Höchststände markierten – am 23. Juli 1929 und am 21. Dezember 1999."
Wenige Branchen ziehen den Markt
Der Widerspruch erklärt sich durch die schmale Führung der Rallye. Kommunikationsdienste, Informationstechnologie und zyklische Konsumwerte trieben den S&P 500 nach oben, berichtet CNBC. Der Technologiesektor liegt weniger als ein Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch. Kommunikationsdienste und zyklischer Konsum notieren dagegen noch vier beziehungsweise sieben Prozent darunter.
Art Hogan, Chefmarktstratege bei B. Riley Wealth, sieht starke Zugpferde im Kampf mit kurzfristig schwächeren Titeln. Bereits fallende Aktien rutschen leichter auf neue Tiefs, während viele Werte noch weit von neuen Hochs entfernt sind.
Solange die Spannungen im Nahen Osten die Stimmung dämpfen, seien weitere Tage mit diesem Muster möglich. Neue Rekorde hält Hogan für schwer erreichbar, sollte der Krieg andauern, die Energiepreise hoch bleiben und die US-Notenbank die Zinsen weiter anheben müssen.
Historische Parallelen beweisen jedoch keinen bevorstehenden Crash. Das Signal zeigt jedoch, wie trügerisch ein starker Index wirken kann, wenn immer mehr seiner Mitglieder wegbrechen. Diese Schieflage sollten Anleger jetzt im Blick behalten.
Autor: Ferdinand Hammer, wallstreetONLINE Redaktion
