Der Urlaub kommt zu spät
Tui verdient weniger – und lässt Anleger weiter im Dunkeln
Die Buchungen für Sommer und Winter liegen zurück, Kunden entscheiden immer später. Eine entscheidende Zahl nennt der Konzern weiterhin nicht.
- Tui erwartet nur noch 1,2 bis 1,3 Milliarden
- Sommerbuchungen liegen fünf Prozent unter Vorjahr
- Späte Buchungen erschweren weiterhin die Planung
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Tui bekommt den Iran-Krieg und die immer späteren Urlaubsbuchungen deutlich zu spüren. Der gebuchte Umsatz im Pauschalreisegeschäft liegt für den Sommer 2026 fünf Prozent unter dem Vorjahr. Für das Geschäftsjahr bis Ende September erwartet der Konzern nun nur noch ein bereinigtes operatives Ergebnis von 1,2 bis 1,3 Milliarden Euro nach 1,41 Milliarden Euro im Vorjahr. Die Aktie reagierte auf die neuen Zahlen zunächst mit Verlusten.
Die bisherige Zielspanne für das bereinigte EBIT hatte bei 1,1 bis 1,4 Milliarden Euro gelegen. Tui grenzt den Ausblick damit zwar ein, dürfte das Ergebnisniveau des Vorjahres aber verfehlen. Eine Umsatzprognose gibt Vorstandschef Sebastian Ebel weiterhin nicht ab. Das ursprüngliche Ziel hatte Tui bereits im April wegen des Iran-Kriegs gestrichen und gleichzeitig die Gewinnprognose gesenkt.
Der Krieg traf das Geschäft direkt: Zwei Schiffe von Tui Cruises saßen zeitweise im Persischen Golf fest, zugleich verschoben viele Kunden ihre Urlaubsbuchungen. Der Konzern reduzierte sein Reiseangebot daraufhin um fünf Prozent. Bis heute hält der Trend zu kurzfristigeren Buchungen an und erschwert die Planung.
Ganz schwach ist die Nachfrage allerdings nicht. Für den Sommer liegt der gebuchte Umsatz insgesamt fünf Prozent unter Vorjahr, in den vergangenen vier Wochen aber zwei Prozent darüber. Tui spricht deshalb von einer "ermutigenden Buchungsdynamik" und hat seine Kapazitäten an die schwächere Nachfrage angepasst.
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Auch für den Winter 2026/27 bleibt das Bild gemischt. Der gebuchte Umsatz liegt derzeit sieben Prozent unter Vorjahresniveau. In den vergangenen vier Wochen betrug das Minus jedoch nur noch ein Prozent. Die Durchschnittspreise entwickeln sich nach Angaben des Konzerns weiterhin gut.
Für Anleger bleibt damit ein unangenehmer Gegensatz: Die Buchungen ziehen zuletzt wieder an, liegen für Sommer und Winter insgesamt aber weiter unter dem Vorjahr. Gleichzeitig fehlen weiterhin konkrete Umsatzziele. Mehr Klarheit gibt es am 9. Dezember, wenn Tui die vollständigen Zahlen für das Geschäftsjahr 2025/26 vorlegt.
Autorin: Gina Moesing, wallstreetONLINE Redaktion

