Brent zurück über 100 Dollar
USA wollen Irans Airlines ab Mittwoch praktisch lahmlegen
Kein Treibstoff, keine Tickets, keine Landehilfe: Die USA verschärfen ihre Maßnahmen gegen Teheran. Für den Ölmarkt hängt jetzt viel an den nächsten Tagen.
- USA schneiden iranische Airlines international ab
- Ölpreis steigt wegen verschärfter Iran-Sanktionen
- New Yorker Gespräche könnten den Ölpreis drücken
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Der Ölpreis zieht wieder an, nachdem Washington den Druck auf Teheran massiv verschärft hat. Brent für November stieg am Dienstag um bis zu 1,7 Prozent auf 102,09 US-Dollar je Barrel (rund 89 Euro), WTI legte zunächst ähnlich stark auf 97,22 US-Dollar zu, bevor die US-Sorte wieder fiel. Auslöser war eine neue Ansage von US-Finanzminister Scott Bessent: Alle iranischen Fluggesellschaften sollen ab Mittwoch praktisch vom internationalen Betrieb abgeschnitten werden.
Bessent erklärte gegenüber CNBC, wie Washington das durchsetzen will: "Wie machen wir das? Indem man ihnen, wenn sie landen, keinen Treibstoff zur Verfügung stellt. Man darf ihnen keine Landeerleichterungen gewähren, man darf ihnen keine Flugtickets verkaufen – sonst wird man aus dem Dollarsystem ausgeschlossen." Gleichzeitig kündigte er an, Unterstützer des Iran weltweit stärker über Sanktionen gegen Banken und andere Finanzpartner zu treffen.
Damit steigt das Eskalationsrisiko ausgerechnet in einer Woche, in der noch Hoffnung auf Diplomatie besteht. Irans Präsident Masoud Pezeshkian reist zur UN-Generalversammlung nach New York und will dort auch über den Krieg mit den USA und Israel sprechen. Zwischen dem 22. und 26. September sowie am 28. September sind Gespräche mit mehreren Staats- und Regierungschefs geplant.
Für den Ölmarkt hängt deshalb viel an den nächsten Tagen. FXTM-Marktforschungschef Lukman Otunuga sagte, direkte Gespräche zwischen Washington und Teheran könnten die Preise wieder drücken, weil sich dann die Aussichten für die regionale Ölversorgung verbessern würden. Umgekehrt habe Teheran gewarnt, dass eine neue Eskalation eine deutliche Reaktion auslösen könne – mit entsprechendem Aufwärtsdruck auf Rohöl.
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Parallel verschärft sich der Konflikt um die Houthis. Die G7 forderte ein Ende ihrer Angriffe auf Saudi-Arabien und die zivile Schifffahrt und verlangte vom Iran, seine Unterstützung der Gruppe einzustellen. Großbritannien will Saudi-Arabien zudem mit Luftbetankung für saudische Flugzeuge unterstützen. US-Präsident Donald Trump hatte eine entsprechende Bitte Riads am Wochenende dagegen abgelehnt und Berichten zufolge einen geplanten Luftangriff abgesagt.
Für Anleger bleibt damit ein heikler Mix: härtere US-Maßnahmen gegen Iran, Angriffe rund um wichtige Öltransportwege und gleichzeitig ein mögliches diplomatisches Fenster in New York. Genau diese Kombination treibt den Ölpreis wieder über die Marke von 100 US-Dollar.
Autorin: Gina Moesing, wallstreetONLINE Redaktion

