Novo Nordisk kann es nicht
Investorentag endet mit Desaster: Jetzt fallen die Kursziele reihenweise!
Die von Novo Nordisk am Montag vorgestellten langfristigen Ziele konnten Investoren nicht überzeugen. Auch Analystinnen und Analysten zeigen sich enttäuscht.
- Novo Nordisk enttäuscht mit schwachen Wachstumszielen
- Analysten senken Kursziele, Aktie bleibt unter Druck
- Schwaches Chartbild und kaum neue Kaufanreize
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Kapitalmarkttag enttäuscht Erwartungen
Angesichts der großen Kurserfolge in der Vergangenheit genießt Novo Nordisk noch immer das Vertrauen vieler Anlegerinnen und Anleger, obwohl das Unternehmen längst mit einer hartnäckigen Wachstumskrise, zunehmendem Wettbewerb und einer Patentklippe in den kommenden Jahren kämpft. Ein Minus von rund einem Drittel in 12 Monaten spiegelt diese Schwierigkeiten wider.
Umso mehr Hoffnungen verbanden sich mit dem Investorentag, den das Unternehmen zum Wochenauftakt in London abgehalten hat. Der endete für die Aktie jedoch mit einem Desaster, nachdem Novo Nordisk mit seiner Strategie für die kommenden Jahre nicht überzeugen konnte. Um bis zu 9 Prozent ging es für die Anteile bergab, was die Lage der Aktie deutlich verschärft.
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Aktie nach Kurszielsenkungen weiter unter Druck
Doch nicht nur Investoren zeigten sich vom Plan, in den kommenden Jahren bis zu 5 neue Blockbuster-Präparate mit Pipeline-Umsätzen von bis zu 23 Milliarden US-Dollar an den Markt zu bringen, nicht überzeugt, auch bei Analystinnen und Analysten stieß der Kapitalmarkttag auf wenig Gegenliebe, wie der Überblick zeigt.
Während die meisten Analystenteams ihre Kursziele gesenkt haben, konnte Novo Nordisk zumindest SB1, die Ålandsbanken sowie DNB Carnegie von sich überzeugen. Die bekräftigten ihre Kaufempfehlungen mit Kurszielen von 370 sowie 400 Dänischen Kronen (DKK; 49,49 / 53,51 Euro). SB1 zeigte sich beeindruckt vom Wachstum der Rezeptverschreibungen von oral verabreichtem Wegovy, während die Ålandsbanken den Abverkauf der Aktie als "übertrieben" bezeichnete. Außerdem verwiesen beide auf die Aussichten auf einen verbesserten Barmittelzufluss.
Die Zweifel an den Wachstumszielen wachsen
Bei Banken und Research-Häusern mit neutralen oder negativen Einschätzungen purzelten die Kursziele dagegen reihenweise. Die Deutsche Bank bekräftigte ihre Verkaufsempfehlung und senkte ihr Kursziel auf 245 DKK (32,77 Euro), welches eine der pessimistischsten Schätzungen ist. Analyst Emmanuel Papadakis sprach von einem "hilfreichen und umfassenden Überblick über die Geschäftsperspektiven", aber gleichzeitig von enttäuschten optimistischen Erwartungen.
Nur wenig mehr trauen der Aktie mit Fair-Value-Schätzungen von 260 und 275 DKK (34,78 / 36,79 Euro) die US-Großbank JP Morgan und Jefferies zu. JP Morgan-Analyst Richard Vosser sprach von einigen "ermutigenden" Bausteinen, sieht bei den Pipeline-Schätzungen aber Nachholbedarf, was die Studiendaten betrifft. Bei Jefferies vermisst man eine Diversifizierung der Wachstumspipeline über Abnehmpräparate hinaus und hat deshalb den Bewertungsmultiplikator (gemessen am Kurs-Gewinn-Verhältnis; KGV) von 13,5 auf 12,5 gesenkt. Beide Teams bewerten die Aktie mit "Halten".
Neutraler Konsens, nur begrenztes Aufwärtspotenzial
Ebenfalls neutral zeigen sich Novo Nordisk gegenüber Berenberg, Goldman Sachs und die UBS. Während Goldman Sachs der Aktie mit einem Kursziel von 285 DKK (38,12 Euro) derzeit ebenfalls nur wenig zutraut, sind Berenberg und die UBS mit Schätzungen von 305 und 332 DKK (40,80 / 44,41 Euro) deutlich zuversichtlicher. Die UBS erklärte die schwache Kursreaktion mit einer hinter den Markterwartungen zurückgebliebenen Margenprognose, bei Berenberg sprach Analystin Kerry Holford von "nicht übermäßig ehrgeizigen" mittelfristigen Umsatzzielen.
Goldman-Sachs-Analyst James Quigley wendete ein, es fehle an "klaren Aussagen bezüglich der Erwartungen an das Tempo beim Patentauslauf vom Semaglutid". Auch der Margenausblick hätte für Korrekturbedarf bei den Gewinnschätzungen gesorgt.
Während die Voten überwiegend unverändert geblieben sind, ist das mittlere Kursziel durch die jüngsten Anpassungen weiter gefallen und liegt jetzt mit 308,89 DKK (50,95 Euro) um 18,8 Prozent über dem tagesaktuellen Niveau von rund 259,00 DKK (34,65 Euro). Novo Nordisk ist mit 16 von 24 Stimmen mehrheitlich zum Halten empfohlen.
Aktie charttechnisch schwer angeschlagen
Das Minus von 7,7 Prozent zum Wochenauftakt hat tiefe Spuren im zuvor schon unter Druck geratenen Chartbild der Aktie hinterlassen. Novo Nordisk notiert jetzt wieder deutlich unter den gleitenden Durchschnitten, in denen es außerdem schon bald zu einem Death Cross und damit zu einem Verkaufssignal kommen dürfte.
Auch wichtige Horizontalunterstützungen, wie der Bereich um 275,00 DKK (36,79 Euro) wurden aufgegeben, damit könnte die Aktie vor weiteren Verlusten stehen. Der nächste Support liegt um 250,00 DKK (33,44 Euro). Eine Gegenreaktion zur Oberseite ist technisch noch nicht zwingend erforderlich, da der RSI mit 31,3 Punkten noch nicht im überverkauften Bereich liegt.

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Fazit: Nur wenig Gründe, Novo Nordisk zu Kaufen
Novo Nordisk verpasste es am Montag, mit seinem Kapitalmarkttag für mehr finanzielle Visibilität und einen klaren Pfad zurück zum Wachstum zu sorgen, was nicht nur zu einem Abverkauf der Aktie, sondern auch zu zahlreichen Kurszielanpassungen nach unten geführt hat.
Am Dienstag beeilte sich CEO Mike Doustdar zwar, in einem Interview mit CNBC auf die Möglichkeit für Unternehmensübernahmen zu verweisen, um die aktuell sehr stark auf Abnehmpräparate ausgerichtete Pipeline zu verstärken, das aber ließ die Aktie kalt, die ihre Kursverluste ausbaute.
Mit einem KGVe 2026 von 11,6 und von 12,0 für 2027 ist die Unternehmensbewertung inzwischen im Value-Bereich anzusiedeln. Das gilt auch mit Blick auf die Dividendenrendite von 4,3 Prozent. Noch mehr für ihr Geld erhalten Anlegerinnen und Anleger jedoch beispielsweise bei Pfizer. Damit drängt sich ohne neue Wachstumsperspektiven kein kauf der Novo-Nordisk-Aktie auf.
Autor: Max Gross, wallstreetONLINE Redaktion

