53 Milliarden Dollar für KI
Alibaba zeigt Chinas stärksten KI-Chip – dreimal so stark wie der Vorgänger
Neuer Chip, gigantische Rechenzentren und ein 100-Milliarden-Ziel: Alibaba will sich deutlich tiefer in die KI-Wertschöpfung schieben als bisher.
- Alibaba baut eigenen KI-Chip und Rechenzentren aus
- Über 53 Milliarden Dollar fließen in KI und Chips
- Cloud- und KI-Umsatz soll auf 100 Milliarden steigen
- Report: KI-Euphorie kippt - Bei diesen 5 Aktien droht der Crash!
Alibaba verschärft den KI-Wettlauf mit einem eigenen Hochleistungschip und einem massiven Ausbau der Infrastruktur. Der chinesische Konzern stellte am Dienstag den Zhenwu V900 vor, der nach Unternehmensangaben dreimal so leistungsfähig ist wie sein Vorgänger. Gleichzeitig will Alibaba seine weltweite Rechenzentrumskapazität bis 2032 auf mehr als 20 Gigawatt ausbauen. Die Aktie legte in Hongkong nach den Ankündigungen zeitweise um mehr als 5 Prozent zu.
Alibaba steckt dafür enorme Summen in KI. Über drei Jahre sollen mehr als 53 Milliarden US-Dollar in Chips, Rechenzentren und Modelle fließen. Im August nahm der Konzern zusätzlich rund 10,2 Milliarden US-Dollar über eine Kapitalmaßnahme in Hongkong ein. CEO Eddie Wu rechnet mit "exponentiell steigender Nachfrage" nach Rechenleistung.
Der neue V900 soll im ersten Quartal 2027 in Serie gehen. Ein einzelner Cluster kann laut Alibaba bis zu 500.000 Chips verbinden, um besonders große KI-Modelle zu trainieren und zu betreiben. Der Konzern will die Zhenwu-Reihe künftig jährlich erneuern. Bestehende Chips sind bereits bei Hunderten Kunden im Einsatz.
Auch bei den Modellen legt Alibaba nach. Qwen 4 wird derzeit trainiert, die späteren Versionen Qwen 4.5 und Qwen 5 sollen auf 5 bis 10 Billionen Parameter anwachsen. Damit wären sie zwei- bis viermal größer als das aktuelle Spitzenmodell. Wu sagte auf der Apsara-Konferenz, das Team wolle komplexere Aufgaben über längere Zeiträume lösen und den Weg zu immer leistungsfähigeren KI-Systemen beschleunigen.
Nur im September: Depot eröffnen, 5 Trades ausführen, Depot übertragen – oder beides kombinieren.→ Jetzt teilnehmen
Für Anleger steckt der größere Hebel aber im Cloud-Geschäft. Alibaba strebt an, den jährlichen Umsatz mit Cloud- und KI-Diensten innerhalb von fünf Jahren auf 100 Milliarden US-Dollar zu
verfünffachen. KI-bezogene Produkte sollen bereits im laufenden Quartal auf einen annualisierten Umsatz von rund 10 Milliarden US-Dollar kommen.
Der Angriff richtet sich auch indirekt gegen Nvidia. US-Exportbeschränkungen zwingen chinesische Konzerne, eigene Alternativen zu westlichen KI-Chips aufzubauen. Alibaba versucht deshalb, Chips, Cloud und Modelle aus einer Hand zu liefern. Gleichzeitig ist der Preis hoch: Im vergangenen Quartal brach der Gewinn um mehr als 75 Prozent ein, nachdem der Konzern fast 10 Milliarden US-Dollar ausgegeben hatte.
Damit wird aus Alibaba immer stärker ein KI-Infrastrukturkonzern. Die Wette ist klar: Erst massiv investieren, dann Cloud- und KI-Umsätze vervielfachen. Ob die Rechnung aufgeht, hängt davon ab, ob die Nachfrage tatsächlich so stark wächst wie geplant.
Autorin: Gina Moesing, wallstreetONLINE Redaktion

