Ölpreis dreht brutal
Iran stellt Hormus-Öffnung binnen sieben Tagen in Aussicht
Erst schießt Brent über 102 US-Dollar, dann kippt der Ölpreis plötzlich. Ein neues Signal aus Teheran zur Straße von Hormus verändert die Lage – doch Iran knüpft seine Zusage an eine klare Bedingung.
- Iran will Straße von Hormus binnen sieben Tagen öffnen
- Voraussetzung bleibt das Ende der US-Blockade
- Brent fällt nach Teherans Signal unter 100 Dollar
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Ein neues Signal aus Teheran lässt den Ölpreis am Dienstag schlagartig drehen. Berichten zufolge will Iran die Straße von Hormus innerhalb von sieben Tagen wieder öffnen, sollte die US-Regierung ihre Blockade beenden. Brent-Futures, die zuvor auf mehr als 102 US-Dollar je Barrel gestiegen waren, rutschten daraufhin wieder unter die Marke von 100 US-Dollar. WTI fiel auf unter 90 US-Dollar. Die Reaktion zeigt, wie empfindlich der Ölmarkt auf jedes Zeichen einer möglichen Entspannung im Konflikt reagiert.
Dabei verschärft Washington gleichzeitig den wirtschaftlichen Druck auf Teheran. US-Finanzminister Scott Bessent kündigte an, iranische Fluggesellschaften ab Mittwoch faktisch vom internationalen Flugverkehr abschneiden zu wollen. Flughäfen, Treibstofflieferanten und andere Unternehmen, die iranische Maschinen weiterhin bedienen, riskieren nach seinen Worten den Zugang zum Dollar-System. "Wie machen wir das? Indem man ihnen, wenn sie landen, keinen Treibstoff zur Verfügung stellt. Man darf ihnen keine Landeerleichterungen gewähren, man darf ihnen keine Flugtickets verkaufen – sonst wird man aus dem Dollarsystem ausgeschlossen."
Die Maßnahmen sollen am 23. September greifen. Bessent erklärte, sämtliche iranischen Airlines könnten dadurch weltweit praktisch stillgelegt werden. Washington setzt damit nicht nur die Fluggesellschaften selbst unter Druck, sondern auch ausländische Flughäfen und Dienstleister, die für deren Betrieb notwendig sind.
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Parallel dazu laufen diplomatische Bemühungen weiter. Irans Präsident Masoud Pezeshkian hält sich zur UN-Generalversammlung in New York auf, während beide Seiten Bedingungen für neue Gespräche ausloten. US-Präsident Donald Trump hatte sich zuletzt offen für ein Treffen mit Pezeshkian gezeigt. Gleichzeitig bleiben die Risiken für den Ölmarkt hoch: Der Verkehr durch die Straße von Hormus ist gegenüber der Zeit vor dem Krieg massiv eingeschränkt, während auch die Lage im Roten Meer und rund um den Bab al-Mandab angespannt bleibt.
Das neue Signal aus Teheran liefert dem Markt nun erstmals eine konkretere Perspektive für die wichtigste Ölroute der Region. Noch ist eine Öffnung an eine Bedingung geknüpft – ein Ende der US-Blockade. Doch bereits die Aussicht reichte aus, um Brent vom Tageshoch über 102 US-Dollar binnen kurzer Zeit wieder unter 100 US-Dollar zu drücken.
Autorin: Gina Moesing, wallstreetONLINE Redaktion

