Der zweite KI-Motor
Microsofts Milliardenpotenzial jenseits von Azure
Microsoft steht bei Analysten hoch im Kurs. Jefferies sieht neben Azure aber vor allem an anderer Stelle eine unterschätzte KI-Chance.
- Microsoft 365 wird zum unterschätzten KI-Treiber
- E7 und Cowork steigern Microsofts KI-Erlöse
- Analysten sehen Microsofts Aktie weiter positiv
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Microsofts KI-Story wird an der Börse bislang vor allem mit dem Wachstum der Cloud-Plattform Azure verbunden. Doch das klassische Softwaregeschäft rund um Microsoft 365 könnte sich nach Einschätzung von Jefferies als einer der am stärksten unterschätzten Wachstumstreiber des Konzerns erweisen.
Microsoft 365 rückt in den Mittelpunkt der KI-Strategie
Jefferies-Analyst Brent Thill sieht erhebliches zusätzliches Umsatzpotenzial in Microsoft 365 Cloud. Die Unternehmenssoftware mit Anwendungen wie Word, Excel und Outlook bildet seit Jahren einen zentralen Pfeiler des Microsoft-Geschäfts. Durch die Integration künstlicher Intelligenz könnte der Konzern diese Plattform nun deutlich stärker monetarisieren.
E7-Paket soll Umsatz pro Nutzer nach oben treiben
Ein wichtiger Baustein dieser Strategie ist Microsoft E7. Das hochpreisige Enterprise-Paket kostet 99 US-Dollar pro Nutzer und Monat und kombiniert klassische Produktivitätssoftware mit einem breiteren Angebot an KI-Funktionen.
Viele Großunternehmen zahlen laut Thill bereits ungefähr 90 US-Dollar monatlich je Nutzer, wenn sie Microsoft 365 E5 mit dem KI-Assistenten Copilot kombinieren. Der Sprung auf E7 wäre damit finanziell vergleichsweise überschaubar.
Der Konzern kann zusätzliche KI-Dienste verkaufen, ohne Kunden mit einem drastischen Preissprung konfrontieren zu müssen. Gleichzeitig steigt der durchschnittliche Erlös pro Nutzer.
Cowork eröffnet ein zweites Erlösmodell
Noch interessanter könnte langfristig die zunehmende Verbreitung spezialisierter KI-Agenten werden. Thill verweist dabei auf Cowork, das KI-Funktionen für konkrete Arbeitsaufgaben wie Terminplanung und Kalenderverwaltung bereitstellt.
Hier könnte Microsoft zusätzlich zum etablierten Abomodell ein stärker nutzungsabhängiges Geschäft aufbauen. Unternehmen würden dann nicht mehr ausschließlich pro Mitarbeiter bezahlen, sondern auch für die tatsächliche Nutzung bestimmter KI-Dienste.
Damit könnte Microsoft zwei Monetarisierungsmodelle miteinander verbinden, wiederkehrende Lizenzgebühren und zusätzliche verbrauchsabhängige Erlöse.
Analystenkonsens klar positiv
Thill bleibt bei Microsoft entsprechend bullish. Der Jefferies-Analyst bewertet die Aktie mit "Buy" und sieht das Kursziel bei 575 US-Dollar.
Auch der breitere Analystenkonsens fällt positiv aus. Nach Daten von MarketScreener beobachten 55 Analysten die Microsoft-Aktie. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 575,34 US-Dollar. Von den erfassten Analysten empfehlen 38 die Aktie zum Kauf, weitere 13 stufen sie mit "Outperform" ein. Drei Analysten empfehlen, die Position zu halten.
Autor: Pascal Grunow, wallstreetONLINE Redaktion

