Tech-Standort im Kaukasus
Mit 70.000 Nvidia-Chips: Armenien wird zur KI-Großmacht
Die kleine Kaukasus-Republik Armenien mausert sich zum Standort für amerikanische KI-Infrastruktur mit tausenden Nvidia-Chips. Ein Rechenzentrum half offenbar mit, den historischen Frieden mit Aserbaidschan zu besiegeln.
- Armenien baut ein KI-Zentrum mit Nvidia-Chips
- Die Anlage soll künftig 70.000 Nvidia-Chips umfassen
- Exportfreigaben für Nvidia-Chips förderten den Frieden
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Im August nahm das Startup Firebird aus San Francisco in Hrazdan, rund 45 Kilometer von Armeniens Hauptstadt Jerewan entfernt, ein Rechenzentrum in Betrieb. Bis Ende kommenden Jahres soll die Anlage 300 Megawatt Leistung und mehr als 70.000 Nvidia-Chips umfassen.
Ein Fünftel der Kapazität ist für heimische Forschung reserviert, der Rest geht an ausländische Firmen wie Perplexity AI. Das meldet die Nachrichtenagentur Bloomberg.
Laut Firebird, dessen Gründer armenische Wurzeln haben, wird der Komplex der größte Rechencluster der Region und zählt zu den größten in Europa. Das verschafft dem Land Gewicht in einem strategischen Korridor zwischen Europa und China, der Russland umgeht.
Dabei hat Armenien durchaus eine Tech-Vergangenheit: Während des Kalten Krieges war die kleinste Sowjetrepublik ein Zentrum für Elektronik. Heute steigt Armenien zu einem wichtigen Standort für amerikanische KI-Infrastruktur auf.
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Das KI-Projekt spielte offenbar auch eine Rolle bei den Friedensverhandlungen zwischen Armenien und Aserbaidschan nach jahrzehntelangem Konflikt. Die Regierung von US-Präsident Donald Trump stellte laut Insidern Nvidia-Exportgenehmigungen in Aussicht, um die Gespräche vor dem US-vermittelten Abkommen voranzubringen. Damit nutzt Washington Exportregeln aus der Biden-Ära für Ziele weit jenseits der Technologiepolitik.
Armeniens Kontakte zu Nvidia reichen bis 2019 zurück. 2022 eröffnete der Chiphersteller ein Büro in Jerewan, ein Jahr später besuchte Konzernchef Jensen Huang das Land. 2024 sicherte sich eine staatliche Universität Lizenzen für 64 Nvidia-H100-Chips und baute den größten Supercomputer der Region, was den Weg für Firebirds Großprojekt ebnete.
Firebird erhielt vor dem Friedensgipfel im August 2025 ein erstes Lizenzkontingent. Am selben Tag unterzeichneten Paschinjan und Aliyev die vorläufige Friedensvereinbarung, während beide Länder mit den USA ein Memorandum zu Halbleitern und KI besiegelten.
Autor: Julian Schick, wallstreetONLINE Redaktion
