Kupferpreis nah am Rekord
Diese Zoll-Entscheidung könnte den Kupfermarkt sprengen
Der Kupferpreis kletterte im September auf ein Rekordhoch, dann kam der Dämpfer. Zölle, schwindende Vorräte und Chinas Nachfrage entscheiden jetzt, wohin die Reise geht.
- Kupferpreis steigt auf Rekordhoch und fällt zurück
- US-Zollpläne verschärfen die globale Kupferknappheit
- Chinas Nachfrage wächst, das Angebot bleibt knapp
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Die Aussicht auf mögliche US-Einfuhrzölle auf raffiniertes Kupfer hat in diesem Jahr zu massiven Vorratskäufen in den Vereinigten Staaten geführt und die Marktbilanzen außerhalb des Landes verschärft. Das trieb den Kupferpreis an der London Metal Exchange im September auf ein Rekordhoch von fast 14.875 US-Dollar pro Tonne.
Anschließend fiel der Preis wieder auf rund 14.000 US-Dollar pro Tonne, nachdem Reuters berichtet hatte, die US-Regierung habe wegen Bedenken zur Erschwinglichkeit noch keine Entscheidung über die Zölle getroffen.
Der Markt wartet bereits seit dem 30. Juni auf die Entscheidung der Regierung von US-Präsident Donald Trump, ob ab 2027 ein Zollsatz von 15 Prozent eingeführt wird, der 2028 auf 30 Prozent steigen könnte. Kämen die Zölle, dürften sie die US-Importe beschleunigen. Blieben sie aus, könnte sich die Knappheit außerhalb der USA lindern und der Preis unter Druck geraten.
Nachfrage aus China zieht an, Angebot bleibt knapp
Chinas Yangshan-Aufschlag für Kupferkathoden, ein Indikator für die Importnachfrage, stieg von rund 75 US-Dollar auf über 120 US-Dollar pro Tonne, den höchsten Stand seit fast vier Jahren. Das deutet auf eine kräftigere chinesische Nachfrage hin und dürfte zur jüngsten Erholung des Kupferpreises auf 14.500 US-Dollar pro Tonne beigetragen haben. Zugleich stützen Chinas Wirtschaftswachstum und Investitionen in Infrastruktur für Künstliche Intelligenz die Nachfrage.
Auf der Angebotsseite enttäuschte Chile im Juli erneut. Wetterbedingte Störungen drückten die Fördermenge um zehn Prozent gegenüber dem Vormonat, die weltweite Produktion sank um fünf Prozent im Jahresvergleich. Auch die Verarbeitungsgebühren für Kupferkonzentrat fielen im September auf ein Rekordtief von unter minus 200 US-Dollar pro Tonne, ein Zeichen für die extreme Knappheit an Rohmaterial. Zusätzliche Unsicherheit bringt das künftige Bergbauangebot aus Panama.
Lagerbestände wandern in die USA
Seit Anfang Juli sanken die Bestände an der London Metal Exchange und der Shanghai Futures Exchange deutlich, während die Bestände an der US-Terminbörse Comex um mehr als 91.200 Tonnen zulegten, laut der UBS ein Zeichen für Vorbereitungen auf mögliche Zölle. Die spekulativen Long-Positionen bei Kupfer haben sich zugleich abgeschwächt, bleiben aber weit von Extremwerten entfernt.
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Geopolitische Spannungen und ein schwächeres makroökonomisches Umfeld könnten den Kupferpreis zwar belasten, doch die UBS erwartet Unterstützung im Bereich von 13.500 bis 13.750 US-Dollar pro Tonne. Da der Markt bis Jahresende unterversorgt bleibt, dürften Rückgänge nur vorübergehend ausfallen. Längerfristig bleibt der Ausblick positiv, gestützt durch begrenztes Förderwachstum und wachsende Nachfrage aus Elektrifizierung und Künstlicher Intelligenz.
Die UBS bevorzugt weiterhin Long-Positionen und rechnet mit einem Anstieg auf 15.500 US-Dollar pro Tonne in den kommenden Quartalen.
Fazit
Für Anlegerinnen und Anleger bleibt Kupfer ein Markt mit zwei Gesichtern: kurzfristig zollgetrieben volatil, strukturell aber durch knappes Angebot und wachsende Nachfrage gestützt. Die UBS-Kursziele sprechen für Long-Positionen, die Zollentscheidung aus Washington bleibt jedoch ein Unsicherheitsfaktor.
Autor: Nicolas Ebert, wallstreetONLINE Redaktion
