15.000 Jobs weg pro Monat
Rüstungsindustrie kann Job-Kahlschlag in der Industrie nicht ausgleichen
Rüstungsjobs boomen kaum: 2024 wechselten nur rund 2.500 Industriebeschäftigte in die Branche, dreimal mehr als vor 2020. Die deutsche Industrie verliert dagegen monatlich 15.000 Stellen, belegt eine aktuelle IAB-Studie.
- Rüstungsbranche gewinnt kaum Industriebeschäftigte
- Die Industrie verliert monatlich rund 15.000 Stellen
- Energiekrisen und Handelskonflikte belasten Firmen
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Die Rüstungsindustrie kann die Jobverluste in anderen deutschen Industriezweigen wie der Autobranche bislang kaum ausgleichen. Das zeigt eine neue Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB).
Zwar hat sich die Zahl der Beschäftigten, die aus anderen Industriebereichen in die Rüstungsbranche wechseln, seit 2020 verdreifacht. Im vergangenen Jahr waren es bundesweit aber nur rund 1.100 Personen, wie IAB-Forscher Enzo Weber gemeinsam mit Kollegin Yasemin Yilmaz ermittelte. Von außerhalb der Industrie kamen mit 1.400 Wechseln nur doppelt so viele wie vor der Krise.
Deutlich größer ist die Abwanderung in eine andere Richtung: 23.000 Industriebeschäftigte zog es zuletzt in die öffentliche Verwaltung oder die Sozialversicherung. Insgesamt schrumpft die Industriebeschäftigung spürbar, weil kaum neue Stellen entstehen. Die deutsche Industrie verliert derzeit monatlich rund 15.000 Arbeitsplätze.
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Als Ursachen nennen die Autoren neben den Energiekrisen vor allem den Umbau klassischer Geschäftsfelder sowie die Verwerfungen im Handel mit China und den USA. Investitionen gingen seit Jahren zurück, Unternehmensgründungen befänden sich auf einem Tiefpunkt. So wenige neue Stellen wie derzeit seien in der Industrie noch nie geschaffen worden, heißt es in der Untersuchung.
Weber sieht deshalb politischen Handlungsbedarf. Angesichts der Debatte über die Sozialstaatsreformen der Bundesregierung forderte er, den Arbeitsmarkt stärker in Bewegung zu bringen und berufliche Weiterbildung gezielter zu fördern. Beides seien zentrale Stellschrauben für Wohlstand und neue Wertschöpfung.
Übrigens: AT&S war auch Thema in unserem Österreich-Spezial im wO-Podcast "Börse, Baby!". Jetzt noch Mal reinhören!
Autor: Julian Schick, wallstreetONLINE Redaktion

