Nächster Coup?
Novo Nordisk vor Mega-Schritt? Dieser Börsen-Hammer könnte alles ändern
Novo Nordisk denkt über eine direkte Notierung an der New York Stock Exchange nach. Der Schritt könnte die Aktie für US-Investoren attraktiver machen – doch der Konzern kämpft gleichzeitig mit der Konkurrenz.
- Novo prüft direkte NYSE-Notierung für US-Anleger
- US-Markt liefert mehr als die Hälfte des Umsatzes
- Lilly gewinnt mit Zepbound deutlich Marktanteile
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Novo Nordisk öffnet die Tür für einen möglichen Wechsel an die Wall Street. Der dänische Pharmakonzern prüft nach Aussagen von CEO Mike Doustdar, ob eine direkte Notierung an der New York Stock Exchange langfristig Vorteile bringen könnte. Damit würden die bisherigen American Depositary Receipts (ADRs), über die US-Anleger derzeit in Novo investieren, ersetzt. "Ich sehe darin ganz klar einige Vorteile", sagte Doustdar laut Financial Times auf die Frage nach einer direkten NYSE-Notierung. Gleichzeitig stellte der Konzernchef klar, dass es aktuell keinen aktiven Prozess gebe. Die Idee sei bereits seit Jahren diskutiert worden, werde derzeit aber nicht konkret vorangetrieben.
Der mögliche Schritt wäre vor allem ein Signal an amerikanische Investoren. Die USA sind für Novo Nordisk der wichtigste Markt und stehen für mehr als die Hälfte des Umsatzes. Gleichzeitig hat sich die Aktionärsbasis des Unternehmens stark verändert: Während Novo früher vor allem von skandinavischen Anlegern getragen wurde, spielt die US-Investorengemeinschaft inzwischen eine deutlich größere Rolle.
Eine direkte NYSE-Notierung könnte mehrere Vorteile bringen. Novo würde stärker in den Fokus großer US-Fonds rücken, die bevorzugt in heimischen Märkten investieren. Zudem könnte die Aktie von einer höheren Liquidität und einer besseren Vergleichbarkeit mit US-Konkurrenten wie Eli Lilly profitieren. Der Zeitpunkt ist allerdings kein Zufall. Novo Nordisk steht an der Börse massiv unter Druck. Nach dem Höhenflug rund um Wegovy und Ozempic verlor die Aktie deutlich an Wert. Gleichzeitig hat Eli Lilly mit Zepbound Marktanteile im lukrativen Geschäft mit Abnehmmedikamenten gewonnen. Reuters zufolge erwarten LSEG-Daten inzwischen, dass Lillys Zepbound-Umsätze die von Wegovy in diesem Jahr um mehr als sieben Milliarden US-Dollar übertreffen könnten.
Ein Wechsel des Handelsplatzes würde jedoch die grundlegenden Probleme des Konzerns nicht lösen. Anleger achten derzeit vor allem auf die Pipeline, neue Medikamente und die Fähigkeit, gegenüber Eli Lilly wieder aufzuholen. Novo versucht unter Doustdar mit einer neuen Wachstumsstrategie gegenzusteuern und setzt unter anderem auf weitere orale Abnehmmedikamente.
Wie schnell könnte eine US-Direktnotierung kommen? Da Novo bereits über eine NYSE-Notierung über ADRs verfügt, wäre kein klassischer Börsengang notwendig. Nach einer endgültigen Entscheidung könnte die technische Umstellung grundsätzlich innerhalb weniger Monate vorbereitet werden. Wahrscheinlicher wäre jedoch ein längerer Prozess von etwa sechs bis zwölf Monaten, da regulatorische Fragen, Abstimmungen mit Börsenbetreibern und die Kommunikation mit Investoren geklärt werden müssten.
Für Novo wäre eine stärkere Präsenz an der Wall Street damit vor allem ein strategischer Schritt: weniger ein Neustart – sondern der Versuch, die wichtigste Investorengruppe dort abzuholen, wo der Wettbewerb um Kapital und Aufmerksamkeit inzwischen stattfindet.
Die Aktie von Novo Nordisk ist am Mittwoch (8:40 Uhr, MESZ) auf Tradegate 0,77 Prozent im Plus. Ein Anteilsschein kostet 34,70 Euro.
Autor: Paul Späthling, wallstreetONLINE Redaktion
Die Novo Nordisk Aktie wird zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Nachricht mit einem Plus von +1,06 % und einem Kurs von 34,80EUR auf Tradegate (23. September 2026, 08:56 Uhr) gehandelt.

