Nächster Ölpreis-Rutsch
Iran nennt seinen Preis für Hormus – Brent fällt unter 99 US-Dollar
220er-Version: Gestern reichte die Sieben-Tage-Offerte für den Ölpreis-Rutsch. Jetzt nennt Teheran seinen Preis – und macht klar, welche Zugeständnisse Washington für Hormus liefern müsste.
- Iran fordert Blockadeende und Vermögensfreigaben
- Hormus könnte binnen einer Woche wieder öffnen
- Ölpreise sinken durch Aussicht auf Diplomatie
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Der Iran hat konkrete Bedingungen für ein Ende des siebenmonatigen Krieges und eine Wiederöffnung der Straße von Hormus vorgelegt. Teheran fordert ein Ende der US-Seeblockade und des Wirtschaftskriegs sowie die Freigabe eingefrorener iranischer Vermögenswerte. Ein hochrangiger iranischer Beamter stellte in Aussicht, die Meerenge innerhalb einer Woche wieder zu öffnen, falls Washington den militärischen Druck verringert und die Blockade iranischer Häfen aufhebt. Die Aussicht auf eine diplomatische Öffnung drückt bereits auf die Ölpreise: Brent fällt um bis zu 0,9 Prozent auf 98,37 US-Dollar je Barrel, WTI gab um 1,5 Prozent auf 89,16 US-Dollar nach.
Die Gespräche laufen in New York über katarische Vermittler. Der Vorschlag aus Teheran enthält nach Angaben aus dem Umfeld der Verhandlungen auch konkrete Schritte zur Wiederaufnahme des Schiffsverkehrs durch die Straße von Hormus. Vor dem Krieg wurde über die Meerenge rund ein Fünftel der weltweiten Öl- und Gaslieferungen transportiert. Heute liegt der Verkehr weit darunter: In den sieben Tagen bis zum 20. September wurden laut Kpler durchschnittlich 6,98 Millionen Barrel pro Tag bestätigt – nur rund 38 Prozent des Vorkriegsniveaus von 18,3 Millionen Barrel.
US-Präsident Donald Trump verschärfte am Dienstag zugleich den Ton. Vor der UN-Generalversammlung stellte er Teheran vor die Wahl zwischen einem Abkommen und einer militärischen Eskalation. "Wird es zu einem Abkommen mit dem Iran kommen? Oder vernichte ich die Islamische Republik, und zwar schnell?", zitiert CNBC Trump. Nur Stunden später sprach er von einem "sehr guten" dreistündigen Treffen amerikanischer und iranischer Vertreter am Rande der Versammlung. Eine direkte Einigung wurde allerdings nicht verkündet; die Delegationen kommunizierten weiter über Vermittler.
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Trump rechnet nach eigenen Angaben erst nach den US-Zwischenwahlen im November mit einem Abkommen. "Ich glaube, wir werden direkt nach der Wahl ein Abkommen schließen, denn es macht für sie keinen Sinn, dies nicht zu tun", sagte er. "Sie warten ab, wie ich bei den Zwischenwahlen abschneide." Gleichzeitig sind Irans eigene Rohölexporte praktisch zum Stillstand gekommen: Von 893.000 Barrel pro Tag im Juli fielen die Verladungen laut Kpler im September bislang auf null. Ein im Juli geschlossenes vorläufiges Friedensabkommen war bereits wenige Wochen später gescheitert.
Autorin: Gina Moesing, wallstreetONLINE Redaktion

