Ein Agent, zwei Gesichter
Diese Aktien zittern vor Metas neuem KI-Star
Metas App Muse stürmt die Charts, die Aktie schießt nach oben. Banken, Versicherer und Reisewerte brechen dagegen ein. Warum ein Agent die Börse spaltet.
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Die anfängliche Beliebtheit von Muse, dem neuen Agenten auf Basis Künstlicher Intelligenz von Meta Platforms, könnte laut Analystinnen und Analysten die Nachfrage nach Rechenleistung für Inferenzprozesse deutlich steigern.
Am Montag kletterte die Meta-Aktie um elf Prozent, nachdem die App an die Spitze der Download-Charts im App Store von Apple und bei Google Play gestiegen war. Am Dienstag folgte die Kehrseite: Aktien großer Banken, Versicherer, Reiseanbieter und Telekommunikationskonzerne gaben nach, weil Anlegerinnen und Anleger befürchten, dass Agenten wie Muse Geschäftsmodelle bedrohen könnten, die von träger Kundenbindung leben.
Analysten sehen Muse als Wendepunkt
Der Markt habe sich zu stark auf Künstliche Intelligenz für Unternehmen konzentriert, schrieb Evercore-ISI-Analyst Mark Mahaney. Muse ändere das nun, weil sich das Produkt direkt an Verbraucherinnen und Verbraucher richte und positiv aufgenommen werde. Er bezeichnete die App bereits als Katalysator für einen neuen Produktzyklus, der eine Neubewertung der Meta-Aktie auf das 25-fache des für 2027 erwarteten Gewinns auslösen könne, umgerechnet 810 US-Dollar, im optimistischen Fall sogar auf das 30-fache oder 975 US-Dollar. Als Vergleich zog er den erfolgreichen Start von Googles Sprachmodell Gemini 3 im vergangenen Jahr heran.
Von einem Erfolg von Muse profitierten laut Seeking-Alpha-Analystin Julia Ostian auch Hardware-Anbieter wie Nvidia, AMD, Broadcom und Micron, da agentenbasierte Arbeitslasten die Nachfrage nach Rechenleistung antrieben. Evercore bekräftigte nach dem Start von Muse seine Einstufung "Outperform" mit einem Kursziel von 860 US-Dollar für die Meta-Aktie, Mizuho beließ seine Einstufung ebenfalls bei "Outperform" mit einem Kursziel von 750 US-Dollar.
Goldman Sachs warnt vor dem Ende der Verbraucherträgheit
Werden Agenten wie Muse besser bei Preisvergleichen und im Kundenservice, könnten Branchen unter Druck geraten, die von wiederkehrenden Rechnungen und Zusatzleistungen leben, schrieb die Handelsabteilung von Goldman Sachs.
"Muse ist zweifellos ein negativer Faktor für diese Art von Unternehmen", sagte Rhys Williams, Chefstratege bei Wayve Capital Management.
Im Moment ist es eher eine Kuriosität, aber ich denke, in zwei Jahren werden wir alle solche Assistenten haben.
Der von Goldman zusammengestellte Aktienkorb betroffener Unternehmen, darunter AT&T, Allstate und Netflix, verlor am Dienstag 2,6 Prozent und damit über die vergangenen sechs Handelstage mehr als sieben Prozent.
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Fazit
Für Anlegerinnen und Anleger zeigt diese Woche zwei Seiten derselben Entwicklung. Wer auf Künstliche Intelligenz setzt, findet in Meta sowie in Chipherstellern wie Nvidia und Broadcom mögliche Nutznießer der wachsenden Nachfrage nach Rechenleistung.
Gleichzeitig geraten Geschäftsmodelle unter Beobachtung, die bislang von Kundenbindung durch Bequemlichkeit lebten, etwa bei Banken, Versicherern und Reiseanbietern. Wer in betroffenen Branchen investiert ist, sollte die weitere Verbreitung solcher Agenten genau beobachten.
Autor: Nicolas Ebert, wallstreetONLINE Redaktion
