Nur 60 Prozent abgefangen
2.850 Jet-Drohnen in einem Monat: Wer kann Putins neue Terror-Waffe stoppen?
Russland schickte allein im August 2.850 Drohnen gegen die Ukraine, doch die Abwehr erwischt laut Luftwaffe nur rund 60 Prozent. Wer kann die Lücke schließen und Russlands Terror beenden? Welche Aktien stehen im Fokus?
Wie Reuters berichtet, soll Russland im August 2.850 Jet-Drohnen eingesetzt haben. In den ersten drei Septemberwochen waren es 2.100, hinzu kamen 136 Raketen. Die neue Drohnenwelle stellt die ukrainische Luftabwehr vor große Herausforderungen.
Während bei den älteren Drohnen mit Propeller mehr als 90 Prozent abgefangen werden konnten, sind es bei den neuen Modellen mit Düsenantrieb nur rund 60 Prozent, wie Luftwaffensprecher Jurij Ihnat mitteilte. Sie fliegen schneller und teils in vier bis sieben Kilometern Höhe. Für mobile Abwehrtrupps mit schultergestützten Raketen sind sie dort teils unerreichbar.
Wer stoppt die Angriffe? Laut Präsident Wolodymyr Selenskyj schießen derzeit vor allem ukrainische Flugzeuge die russischen Jet-Drohnen ab. Doch das ist teuer. Künftig sollen schnelle Abfangdrohnen und günstigere Raketen diese Lücke schließen. Mitte September meldete Selenskyj einen erfolgreichen Abschuss mit einem neuen ukrainischen Abfangsystem. Bis zur breiten Anwendung müsse die Technik aber weiter verbessert werden.
Damit rückt für Anleger ein anderer Teil der Rüstungsindustrie in den Blick. So bietet Rheinmetall Systeme zur Drohnenabwehr an und setzt eigenen Angaben zufolge auch auf autonome Abfangdrohnen. Sein Skynex-System schützt bereits Infrastruktur in der Ukraine. Ob diese Technik jedoch gegen hoch fliegende Jet-Drohnen taugt, ist damit nicht belegt.
Auch Lockheed Martin will Abfangraketen günstiger machen. Der neue PAC-3 ACE soll laut Unternehmensangaben weniger als halb so viel kosten wie das bisherige Modell PAC-3 MSE und mit dem Patriot-System zusammenarbeiten. Ein erfolgreicher Einsatz speziell gegen die neuen Jet-Drohnen wurde nicht gemeldet.
Die Nachfrage nach schneller und bezahlbarer Abwehr dürfte jedoch wachsen. Wer die Aufträge erhält, ist offen. Laut Reuters beziffert Selenskyj die Finanzierungslücke im ukrainischen Verteidigungshaushalt für dieses Jahr bereits auf 27 Milliarden US-Dollar.
Auch ukrainische Firmen arbeiten an schnelleren Abfangdrohnen. Wild Hornets, bekannt für die "Sting", entwickelt eine Lösung gegen Russlands Jet-Drohnen. Die bisher üblichen Modelle mit vier Rotoren könnten dafür zu langsam sein. Auch UkrSpecSystems, der Hersteller der "One Punch", hält eine andere Bauform für nötig. Laut dem Fachportal Militarnyi sollen die neuen Abfangdrohnen mit KI-Steuerung arbeiten, da sie bei diesen Geschwindigkeiten kaum noch von Hand zu lenken sind.
Für die Abwehr ballistischer Raketen verfolgt Fire Point ein eigenes Projekt. Gemeinsam mit 13 europäischen Firmen entwickelt der ukrainische Hersteller eine kostengünstige Alternative zum Patriot-System. Eine erste funktionsfähige Version erwartet Fire Point für Mitte 2027.
Autor: Ferdinand Hammer, wallstreetONLINE Redaktion

