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    Gold, Silber oder Platin? Bei einem Edelmetall kippt die Prognose

    Rund um die jüngste Fed-Sitzung gerieten die Edelmetalle in Turbulenzen. Für Gold, Silber aber auch Platin entwickelte sich ein munteres Auf und Ab. Ein Edelmetall stand dabei aber bereits zuvor im Fokus.

    Für Sie zusammengefasst
    Müssen Anleger jetzt handeln? - Gold, Silber oder Platin? Bei einem Edelmetall kippt die Prognose

    Platin-Prognose 2026: WPIC stellt von Defizit auf Überschuss

    Dass ein Defizit den Preis für ein Edelmetall und einen Rohstoff zumindest nach unten absichert, zeigt sich unter anderem am Beispiel von Silber. Dass ein Defizit jedoch auch eine Preisrallye lostreten kann, zeigt sich nicht zuletzt an der furiosen Zink-Rallye. Bislang ging das WPIC davon aus, dass auch Platin im Jahr 2026 seine defizitäre Phase fortsetzen wird. Bereits in den letzten drei Jahren wies der Platinmarkt ein ausgeprägtes Defizit auf. 

    Das WPIC - World Platinum Investment Council – erwartete noch im Bericht zum 1. Quartal 2026 ein Defizit in Höhe von 297.000 Unzen. In dem Anfang September veröffentlichten Bericht für das 2. Quartal kippte das WPIC seine bisherige Prognose und stellte von Defizit auf Überschuss. Die Branchenorganisation der führenden Platinproduzenten, in dem Unternehmen wie Valterra Platinum (ehemals Anglo American Platinum), Impala Platinum (Implats) oder Northam Platinum vertreten sind, erwartet nunmehr einen Überschuss von 265.000 Unzen. 

    Platin: Wie kam es zur Änderung der Erwartungshaltung?

    Verschiedene Faktoren treffen aufeinander. Der auffälligste Unterschied zwischen den beiden Quartalsreporten des WPIC sind die nun für 2026 erwarteten enormen Abflüsse aus den Platin-ETFs. Gleichzeitig erwartet die Organisation ein höheres Angebot aus dem Recycling, während das WPIC seine Erwartungen hinsichtlich der Nachfrage aus der Automobilindustrie und Schmuckindustrie – zwei dominierende Faktoren auf der Nachfrageseite – zurückschraubte. 

    Doch es gibt auch positive Entwicklungen bezüglich der industriellen Nachfrage. Die immensen Anstrengungen zum Ausbau der KI-Infrastruktur zeigen Wirkung und treiben die Platinnachfrage aus der Industrie an. Der Bau und die Ausrüstung von Rechenzentren erfordern beachtliche Mengen des Edelmetalls. 

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    Neue US-Dollar-Schwäche könnte Platin anschieben

    Bekanntlich ist der US-Dollar bzw. die Stärke des US-Dollars ein belastender Faktor für die Edelmetalle und Industriemetalle wie Zink und Kupfer. Aus der letzten Fed-Sitzung ging der US-Dollar gestärkt hervor. Das könnte sich mit zunehmendem Verfall der Ölpreise jedoch ändern. Brent-Öl und WTI-Öl geraten immer stärker unter Druck. Der Anstieg der Anleiherenditen hat daraufhin an Schwung verloren. Hier besteht die Chance auf eine Top-Bildung und eine anschließende Korrektur. Die Ölpreise müssten hierfür jedoch weiter sinken. Rückläufige Anleiherenditen könnten den US-Dollar schwächen, was gut für Gold, Silber und Platin wäre.     

    Fazit – Wie ist das Ganze einzuordnen?

    Die geänderte Prognose des WPIC ist sicherlich ein Warnzeichen, doch überbewerten sollte man das Ganze noch nicht. Insbesondere im wankelmütigen Investmentbereich könnte die Stimmung ganz schnell in die andere Richtung kippen. Anders ausgedrückt: Die Platin-ETFs könnten auch ganz schnell wieder auf die Käuferseite wechseln. 

    Bricht man die Lage auf die charttechnischen Aspekte herunter, dann gilt: Im bullischen Idealfall hält die Unterstützung bei 1.700 US-Dollar. Anderenfalls könnte es für Platin rasch auf 1.500 US-Dollar nach unten gehen. Auf der Oberseite muss Platin die Zone 1.920 US-Dollar / 2.000 US-Dollar überwinden, um sich den Weg in Richtung 2.250 US-Dollar zu bahnen. 

    Autor: Marcel Torney, freier Redakteur, Rohstoffexperte

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