Tempo lässt nach, aber
Goldman: Darum hält der KI-Boom noch Jahre
Der Investitionsboom im Bereich Künstlicher Intelligenz dürfte die Unternehmensgewinne mindestens bis 2027 maßgeblich stützen. Warum die Analysten von Goldman so optimistisch sind.
- KI-Boom stützt Unternehmensgewinne bis mindestens 2027
- Goldman sieht KI-Ausgaben erst ab 2028 rückläufig
- KI-Infrastruktur treibt EPS-Wachstum bis 2028 an
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Goldman Sachs zufolge ist vor 2028 oder später kaum mit einem regelrechten Rückgang der KI-Ausgaben zu rechnen.
Goldman-Chefökonom Jan Hatzius prognostizierte in einer Anfang September veröffentlichten Studie, dass der Gewinn je Aktie (EPS) des S&P 500 im Jahr 2026 um 36 Prozent steigen dürfte. Gestützt seien die Gewinne aus Beteiligungen an privaten Investitionen und einen KI-Investitionsschub, einschließlich einer Margenausweitung bei Halbleiter- und Speicherunternehmen (DRAM).
Goldman erwartet jedoch, dass sich dieses außergewöhnliche Tempo abschwächt. Die US-Aktienstrategen von Goldman gehen davon aus, dass sich das EPS-Wachstum des S&P 500 2027 auf 11 Prozent verlangsamt, da die Gewinne aus privaten Investitionen nachlassen und sich die KI-Ausgaben ihrem Höchststand nähern.
Hatzius schreibt, die Abschwächung könnte nur dann deutlich stärker ausfallen, wenn die KI-Investitionen tatsächlich zu sinken beginnen. Dieses Szenario sieht Goldman aber nicht vor 2028 oder später eintreten.
Dem Analyst zufolge sei die Diskussion über eine Gewinnblase übertrieben, auch wenn Unternehmen aufgrund des KI-getriebenen Impulses derzeit im Vergleich zu einem normaleren Zyklus "überdurchschnittlich verdienen".
Es wird geschätzt, dass KI-Infrastruktur 2026 rund 15 Prozentpunkte zum EPS-Wachstum des S&P 500 beiträgt, gefolgt von 11 Punkten im Jahr 2027 und 8 Punkten im Jahr 2028.
Goldmans langfristiges Perspektive für KI hängt davon ab, ob wann und wie Unternehmen die neue Technologie tatsächlich in ihre Geschäftsprozesse integrieren und daraus Produktivitätssteigerungen erzielen. Hatzius geht davon aus, dass sich diese Einführung über Jahre ziehen würde und nicht als einmaliger wirtschaftlicher Schock erfolgt.
Autor: Krischan Orth, wallstreetONLINE Redaktion


