Mehr als 6 Prozent Dividende
Günstiger als Allianz, fast so ambitioniert: AXA überzeugt Analysten
Der französische Versicherer hebt seine Ertragsziele bis 2029 an, und Berenberg hält das für glaubwürdig. Warum der Analyst sogar das obere Ende der Spanne erwartet und der Aktie ein Kurspotenzial von 75 Prozent zutraut.
- AXA hebt Gewinnziele bis 2029 deutlich an
- Berenberg erwartet 9,1 Prozent Gewinnwachstum
- Kursziel 77 Euro verspricht 75 Prozent Potenzial
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AXA traut sich mehr zu, und Berenberg geht voll mit. Der französische Versicherer hatte am 15. September seine Mittelfristziele angehoben: Das bereinigte Ergebnis je Aktie soll von 2027 bis 2029 jährlich um 7 bis 9 Prozent zulegen, nach bislang 6 bis 8 Prozent. Das Ziel für die Eigenkapitalrendite steigt auf 15 bis 17 Prozent.
Analyst Michael Huttner bestätigt sein Kaufvotum samt Kursziel von 77 Euro. Das entspricht einem Aufwärtspotenzial von rund 75 Prozent.
Treiber der neuen Ziele ist vor allem mehr Umsatzwachstum, und das hält Huttner für glaubwürdig. Ein wunder Punkt war bisher die Kundenbindung bei Privatkunden in der Sachsparte. Nur 30 Prozent der Retail-Einheiten schneiden hier besser ab als die Konkurrenz.
Auf einem Workshop in dieser Woche begründete AXA das mit dem bisherigen Fokus auf Marge statt Volumen. Künftig soll die Schaden-Kosten-Quote bei rund 91 Prozent stabil bleiben, während das Wachstum in den Vordergrund rückt. Helfen sollen Cross-Selling und KI im Vertrieb.
Rückenwind liefern zwei Wachstumsinseln. Das Direktgeschäft steht für etwa ein Zehntel der Sachprämien und soll um mehr als 10 Prozent pro Jahr wachsen. Vorbild ist die italienische Tochter Prima, die ihre Prämien von 2023 bis 2025 jährlich um 43 Prozent steigerte und inzwischen Italiens führender Kfz-Versicherer für Privatkunden ist.
Das internationale Geschäft mit starken Positionen in der Türkei, Ägypten und Kolumbien brachte 2025 rund 4,9 Milliarden Euro Prämien ein und soll bis 2029 um 15 Prozent jährlich wachsen.
Huttner traut AXA sogar das obere Ende der Spanne zu. Er rechnet mit 5,5 Prozentpunkten aus dem Umsatzplus, 2,1 Punkten aus Kostensenkungen, besseren Gesundheitsmargen und KI sowie 1,5 Punkten aus Aktienrückkäufen. Unterm Strich ergibt das 9,1 Prozent Gewinnwachstum je Aktie pro Jahr.
Günstig ist die Aktie trotzdem. Auf Basis der Konsensschätzungen für 2028 kommt AXA auf ein KGV von 9,1, Allianz auf 12,1 und Generali auf 12,4. Dabei peilt AXA inzwischen ein ähnliches Gewinnwachstum an wie die Münchner.
Autor: Julian Schick, wallstreetONLINE Redaktion
