Siemens sichert sich Milliardenaufträge in Vietnam und Österreich
**Siemens Mobility erhält Großaufträge in Vietnam und Österreich**
Siemens baut sein Geschäft mit Bahntechnik und Hochgeschwindigkeitszügen international aus. Die Mobility-Sparte des Münchner Technologiekonzerns hat von der vietnamesischen Vingroup-Tochter VinSpeed einen schlüsselfertigen Auftrag mit einem Volumen von bis zu einer Milliarde Euro erhalten. Siemens soll als Technologiepartner zwei neue Hochgeschwindigkeitsstrecken ausrüsten und zehn Züge des Typs Velaro Novo liefern.
Das Projekt umfasst die 121 Kilometer lange Verbindung zwischen Hanoi und Quang Ninh sowie die 54 Kilometer lange Strecke Ben Thanh–Can Gio. Siemens verantwortet neben der Zuglieferung zentrale Systeme für Elektrifizierung, Kommunikation und Signaltechnik. VinSpeed übernimmt dagegen die Projektentwicklung sowie den Gleis- und Tiefbau.
Für Vietnam ist der Auftrag Teil eines langfristig angelegten Infrastrukturprogramms. Das Land wächst wirtschaftlich stark, zugleich nehmen Verkehrsprobleme in den Metropolen zu. Die Regierung plant deshalb ein landesweites Hochgeschwindigkeitsnetz. Die geplante Nord-Süd-Verbindung zwischen Hanoi und Ho-Chi-Minh-Stadt soll rund 1.545 Kilometer lang werden und perspektivisch Geschwindigkeiten von bis zu 350 Kilometern pro Stunde ermöglichen.
Siemens stärkt mit dem Auftrag seine Position in einem hart umkämpften Markt. Vor allem chinesische Anbieter verfügen über große Erfahrung im Hochgeschwindigkeitsverkehr und treten international mit wettbewerbsfähigen Preisen auf. Der Velaro Novo soll mit verbesserter Aerodynamik, geringerem Gewicht und effizienteren Antriebssystemen Energie sparen und zugleich mehr Platz für Fahrgäste bieten. Die Velaro-Plattform basiert auf der ICE-Technologie und ist bereits in mehreren Ländern im Einsatz.
Zusätzliche Dynamik erhält das Bahngeschäft durch einen Auftrag aus Österreich. Siemens soll für die ÖBB-Infrastruktur AG ab 2030 schrittweise digitale Stellwerke liefern. Das Volumen beträgt rund 1,3 Milliarden Euro. Grundlage ist die Plattform „Signaling X“, bei der die Stellwerkslogik in zentrale Rechenzentren verlagert wird. Damit soll der Bahnbetrieb umfassend digitalisiert werden.
Für Siemens sind die Projekte ein Beleg dafür, dass staatliche Investitionen in nachhaltige Mobilität und Verkehrsinfrastruktur die Mobility-Sparte stützen. Anleger bewerten solche Aufträge als Wachstumsimpuls, wobei die Umsetzung und Profitabilität entscheidend bleiben. Die Siemens-Aktie lag am Dienstag auf Tradegate zuletzt 0,37 Prozent im Plus bei 274,75 Euro.
Parallel setzt Siemens sein Aktienrückkaufprogramm fort. Zwischen dem 14. und 20. September wurden 326.900 eigene Aktien erworben. Seit Beginn des Programms am 1. Juli summiert sich der Rückkauf auf 3,61 Millionen Aktien.
Die Siemens Aktie wird zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Nachricht mit einem Minus von -0,01 % und einem Kurs von 272,6EUR auf Lang & Schwarz (24. September 2026, 07:40 Uhr) gehandelt.
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