Deutsche Bank vor dem Umbruch: KI, Kapital und digitale Wertpapiere
**Deutsche Bank setzt auf KI, Kapitalstärkung und digitale Wertpapiere**
Die Deutsche Bank steht vor einem tiefgreifenden Wandel ihrer Belegschaft und Geschäftsprozesse. Vorstandschef Christian Sewing zufolge werden in Deutschland in den kommenden acht bis neun Jahren rund 35 Prozent der Beschäftigten in den Ruhestand treten. Die daraus entstehende Lücke soll nicht vollständig durch Neueinstellungen geschlossen werden. Stattdessen will das Institut verstärkt auf künstliche Intelligenz und Automatisierung setzen.
„Künstliche Intelligenz ist unbedingt notwendig“, sagte Sewing laut Medienberichten in einem Podcast der „Zeit“. Die Technologie werde künftig in nahezu allen Bereichen zum Einsatz kommen – auch im direkten Kundenkontakt. Automatisiert oder beschleunigt werden könnten unter anderem die Dokumentenanalyse, interne Kontrollprozesse, die Bearbeitung von Kundenanfragen sowie die Vorbereitung von Beratungen.
Für die Bank eröffnet das erhebliche Effizienzpotenziale. Personal zählt zu den größten Kostenblöcken im Bankgeschäft. Wenn frei werdende Stellen nicht vollständig nachbesetzt werden müssen, könnten die Personalkosten langsamer steigen oder sinken. Zugleich wäre eine höhere Produktivität je Mitarbeiter möglich. Allerdings erfordert der Umbau zunächst hohe Investitionen in Software, Dateninfrastruktur, Integration und Kontrolle. Zudem ist offen, wie schnell sich die erwarteten Produktivitätsgewinne in höheren Erträgen niederschlagen.
Besonders anspruchsvoll bleibt der Einsatz von KI im Kundenkontakt. Während Standardanfragen vergleichsweise leicht automatisiert werden können, sind persönliche Beziehungen vor allem im Firmenkundengeschäft und bei vermögenden Kunden ein wichtiger Wettbewerbsvorteil. Die Deutsche Bank muss daher Effizienzgewinne mit Beratungsqualität und Vertrauen verbinden.
Parallel stärkt das Institut seine Kapitalbasis. Die Bank kündigte die Emission zusätzlicher Kernkapitalinstrumente (AT1) mit einem ersten Kündigungstermin im Oktober 2033 an. Die Wertpapiere sollen Benchmark-Volumen erreichen und die Verschuldungs-, Kern- sowie Gesamtkapitalquote unterstützen. Zudem setzte die Deutsche Bank ihr Aktienrückkaufprogramm fort. Zwischen dem 14. und 18. September 2026 erwarb sie gut 3,2 Millionen eigene Aktien. Seit Beginn des Programms Ende August summieren sich die Rückkäufe auf rund 8,36 Millionen Stück.
Auch technologisch positioniert sich die Bank für die Zukunft. Sie gehört zu den Finanzinstituten, die sich an „Pontes“, der neuen Plattform des Eurosystems, beteiligen. Diese soll digitale Wertpapiere künftig direkt mit sicherem Zentralbankgeld verrechnen. Die Tokenisierung kann Handels-, Clearing- und Verwahrprozesse bündeln, Kosten senken und Risiken reduzieren. Bis 2028 soll die Plattform schrittweise ausgebaut werden. Für Anleger bleibt entscheidend, ob die Deutsche Bank aus dem demografischen Wandel und der Digitalisierung einen nachhaltigen Produktivitäts- und Ertragsvorteil entwickelt.
Die Deutsche Bank Aktie wird zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Nachricht mit einem Plus von +0,01 % und einem Kurs von 31,53EUR auf Lang & Schwarz (24. September 2026, 07:40 Uhr) gehandelt.
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