Rheinmetall greift an: Marine- und Drohnengeschäft vor dem Durchbruch
**Rheinmetall baut Marine- und Drohnengeschäft aus**
Rheinmetall erweitert sein maritimes Geschäft und positioniert sich zugleich stärker als Anbieter vernetzter, autonomer Verteidigungssysteme. Die Division Naval Systems übernimmt künftig die Wartung und Instandsetzung von vier neuen LNG-Zollschiffen. Grundlage ist ein mehrjähriger Rahmenvertrag mit der Generalzolldirektion. Der Auftrag umfasst planmäßige Wartungen, Reparaturen sowie Unterstützung bei technischen Notfällen. Einsatzorte sind unter anderem Lubmin, Neustadt in Holstein, Wilhelmshaven und Emden.
Bei den Schiffen handelt es sich um ein 67 Meter langes Zollschiff sowie drei jeweils 55 Meter lange Einheiten. Die drei kleineren Schiffe wurden auf der Peene-Werft gebaut und im vergangenen Jahr fristgerecht an den Zoll übergeben. Rheinmetall kann bei den Serviceleistungen auf Erfahrungen aus der Bauphase zurückgreifen, insbesondere auf das Know-how des Standorts Wolgast. Die aus Aluminium gefertigten Schiffe überwachen den grenzüberschreitenden Warenverkehr im deutschen Hoheitsgebiet und in der Ausschließlichen Wirtschaftszone Deutschlands.
Für Rheinmetall ist der Vertrag ein weiterer Schritt, um das maritime Servicegeschäft über den Neubau hinaus auszubauen. Das Unternehmen will seine Kunden künftig über den gesamten Lebenszyklus der Schiffe begleiten und damit langfristige, planbare Erlöse erschließen.
Parallel testet der Konzern bei der multinationalen Großübung REPMUS26 vor Portugal autonome Marinesysteme. Im Mittelpunkt steht ein mobiles, containerisiertes Führungs- und Kontrollzentrum, das von der Deutschen Marine genutzt wird. Über die Softwareplattform Rheinmetall Battlesuite werden Daten aus Unterwasser- und Überwassersensoren zu einem gemeinsamen Lagebild zusammengeführt. Die offene Architektur soll Systeme verschiedener Hersteller verknüpfen und ihre Steuerung über eine gemeinsame Oberfläche ermöglichen.
An der Übung nehmen nach Angaben der portugiesischen Marine mehr als 1.500 Personen aus 36 Marinen, über 60 Unternehmen und 13 Universitäten teil. Im Einsatz sind mehr als 300 unbemannte Systeme und 14 Schiffe. Rheinmetall will sich damit als Systemintegrator für den Schutz von Häfen, Küstengewässern und kritischer Infrastruktur etablieren. Nach der Übernahme des Militärschiffbauers NVL und dem Produktionsstart des unbemannten Schnellboots Kraken K3 Scout gewinnt das Marinegeschäft weiter an Gewicht.
Auch bei Kampfdrohnen steigt der Wettbewerb. Das Berliner Start-up Stark Defence bereitet die erste Lieferung einer Bundeswehr-Großbestellung vor. Der Rahmenvertrag umfasst 2,9 Milliarden Euro, zunächst ist eine Tranche über 275 Millionen Euro vorgesehen. Die Virtus-Drohne kann bis zu 130 Kilometer weit fliegen und 75 Minuten in der Luft bleiben. Gemeinsam mit Helsing und Rheinmetall zählt Stark zu den Anbietern milliardenschwerer Bundeswehrverträge.
Die neue Rüstungsmesse Euro Defence Expo in Essen unterstreicht den wachsenden Markt. Rund 360 Hersteller aus 28 Ländern präsentieren dort Drohnen, Sensorik und autonome Systeme. Nordrhein-Westfalen will mit dem Programm „Defence.Tech.NRW“ zudem 24 Projekte fördern – von Drohnenabwehr und Künstlicher Intelligenz bis zur Satellitenkommunikation.
Die Rheinmetall Aktie wird zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Nachricht mit einem Minus von -0,20 % und einem Kurs von 1.021EUR auf Lang & Schwarz (24. September 2026, 07:43 Uhr) gehandelt.
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