AT&S startet durch: Marvell-Deal befeuert KI-Fantasie und Aktie
AT&S baut seine Position im Geschäft mit Hochleistungselektronik und Künstlicher Intelligenz aus. Der österreichische Leiterplatten- und IC-Substrathersteller hat mit dem US-Chipkonzern Marvell Technology eine langfristige Vereinbarung zur Erweiterung der Produktionskapazitäten geschlossen. Im Mittelpunkt stehen moderne IC-Substrate und Advanced-Packaging-Lösungen, die in der nächsten Generation von KI- und Cloud-Infrastrukturen eingesetzt werden.
Die Vereinbarung knüpft an die bestehende Zusammenarbeit beider Unternehmen an. Marvell entwickelt Halbleiterlösungen für Dateninfrastrukturen und benötigt angesichts des rasanten Ausbaus von Rechenzentren zusätzliche, langfristig gesicherte Fertigungskapazitäten. AT&S soll diese Nachfrage unter anderem über den Ausbau seines Standorts im malaysischen Kulim bedienen. Dort wird das bestehende Werk 2 vollständig erweitert. Zusätzlich entsteht eine neue Produktionsstätte für IC-Substrat-Kerne und Advanced Packaging.
Langfristige Kundenvereinbarungen wie jene mit Marvell sind für AT&S von strategischer Bedeutung. Sie sollen die milliardenschweren Investitionen in Kulim absichern, die Auslastung verbessern und dem Unternehmen eine disziplinierte Ausbauplanung ermöglichen. Vorstandschef Michael Mertin sprach von einem wichtigen Meilenstein in der Partnerschaft. Finanzvorstand Gerrit Steen betonte zugleich, dass Wachstum, finanzielle Flexibilität und eine solide Bilanz miteinander in Einklang gebracht werden sollen.
Der strukturelle Wandel in der Halbleiterindustrie spielt AT&S in die Hände. KI-Systeme werden leistungsfähiger und komplexer, während Chiplet-Architekturen den Bedarf an größeren Substraten, höheren Integrationsdichten und mehrlagigen Verbindungslösungen erhöhen. AT&S produziert an Standorten in Österreich, China, Malaysia und Indien und beschäftigt rund 15.000 Mitarbeiter. Zu den wichtigsten Einsatzfeldern zählen neben KI-Infrastruktur und High Performance Computing auch Automotive, mobile Endgeräte sowie Luft- und Raumfahrt.
An der Wiener Börse hat die Aktie in diesem Jahr bereits um rund 525 Prozent zugelegt. Dennoch sehen Analysten weiteres Potenzial. ODDO BHF hob das Kursziel von 220 auf 250 Euro an und bestätigte die Einstufung „Outperform“. Ausgehend von einem Kurs von etwa 208 Euro entspricht dies einem rechnerischen Aufwärtspotenzial von rund 20 Prozent.
Zusätzliche Aufmerksamkeit erhält AT&S durch eine Stimmrechtsmitteilung von BlackRock. Der US-Vermögensverwalter erhöhte seine Gesamtposition einschließlich Finanzinstrumenten auf 4,03 Prozent, nach zuvor 3,97 Prozent. Der direkte Aktienanteil beträgt 2,88 Prozent, hinzu kommen unter anderem Differenzkontrakte. Die Meldung wurde als Korrektur für den Handelstag 21. September veröffentlicht.
Die AT & S Austria Technologie & Systemtechnik Aktie wird zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Nachricht mit einem Minus von -1,21 % und einem Kurs von 204,5EUR auf Lang & Schwarz (24. September 2026, 07:42 Uhr) gehandelt.
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